Toyota-Youngster Sami Pajari sichert sich emotionalen Heimsieg in Finnland
Sami Pajari und Marko Salminen feierten bei der 75. Auflage der Rallye Finnland einen traumhaften Triumph bei der Hochgeschwindigkeitsrallye - nur zwei Wochen nach dem erstem WM-Lauf-Sieg in Estland.
Das Toyota Gazoo Racing WRT2-Team ging am Finaltag mit einem Vorsprung von 46,4 Sekunden in die beiden Durchläufe der 30,02 km langen Himos-Jämsä-Prüfung. Pajari widerstand der Versuchung auf die Jagd nach Bonuspunkten zu gehen. Stattdessen passte Pajari sein Tempo an und sicherte sich den Sieg mit 26,7 Sekunden Vorsprung auf den Teamkollegen Oliver Solberg.
Auf der zum Abschluss der Rallye ausgetragenen Wolf Power Stage belegte Pajari den fünften Platz, bevor er an der Ziellinie von der finnischen Rallyelegende Ari Vatanen begrüßt wurde.
«Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll», meinte Pajari zunächst. «Der Sieg in Estland war schon eine große Sache, aber ein Heimsieg ist dann immer etwas ganz Besonderes».
«Nach einer wirklich verrückten Rallye haben wir es geschafft. Ein großes Dankeschön vor allem an das Team, aber auch an alle Fans für die großartige Unterstützung. Es ist einfach unglaublich. Kiitos paljon – vielen Dank an alle!».
Mit dem emotionalen Sieg beim «Grand Prix von Finnland» liegt Pajari nun in der aktuellen WM-Tabelle hinter Elfyn Evans auf Position zwei.
Der 24-jährige Blondschopf sicherte zugleich den 200. WM-Lauf-Sieg eines Finnen. Mit seinem Triumph ist er der 14. Finne, der das Heimspiel in der modernen Rallye-WM-Ära gewinnen konnte.
Mit dem dritten Platz von Elfyn Evans sicherte sich Toyota einen souveränen Dreifachsieg und feierte damit seinen achten Triumph bei der Rallye Finnland in den letzten neun Auflagen.
Zählt man die Ergebnisse aus der modernen Rallye-WM-Zeit, liegt die japanische Marke mit ihrem elften Triumph nun einen Sieg vor Ford und ist damit der erfolgreichste Hersteller bei der Rallye Finnland.
Pajari hatte am Samstagnachmittag die Spitze übernommen, als der lange Zeit führende Sebastien Ogier auf der Västilä-Prüfung (WP17) schwer verunglückte. Glücklicherweise konnten Ogier und sein Ersatz-Beifahrer Julien Ingrassia ihren Toyota aus eigener Kraft verlassen. Vorsorgliche Untersuchungen im Krankenhaus offenbarten keine Verletzungen.
Rallye Monte Carlo-Sieger Solberg unterstrich seine massive Schnelligkeit, indem er die Eröffnungsprüfung am Sonntag gewann. Die «Super Sunday»-Wertung führte der Schwede an, obwohl er nach einer harten Landung unter starken Rückenschmerzen litt. Solberg erhielt vor der letzten WP Schmerzmittel und konnte dennoch die fast die identische Zeit auf Evans herausfahren.
Mit seinem zweiten Platz wiederholte er den gleichen Zieleinlauf der Rallye Estland, als Pajari und Solberg schon einmal die beiden ersten Plätze okkupiert hatten.
Der Waliser Evans sicherte sich nach seinem dramatischen Überschlag am Samstag noch einen unerwarteten dritten Platz. Zuschauer hatten seinen schwer beschädigten GR Yaris Rally1 auf die Strecke zurück bugsiert, bevor die Toyota-Mechaniker beim Mittagsservice das Auto nach umfangreichen Reparaturen wieder in einen voll fahrbereiten Zustand versetzten.
Der WM-Zwischenklassementsführende gelang bei den zehnten WM-Lauf beendeten Wolf Power Stage die Bestzeit herauszufahren, gerade um 0,025 Sekunden schneller als Solberg. Evans beendete die Rallye mit 1.19,5 Minuten Rückstand auf den Sieger.
«Es war eine surreale Situation», meinte Evans.« Vor allem sind wir unseren Technikern zu Dank verpflichtet, die das Auto gestern Mittag repariert haben. Wir wissen immer, dass wir uns auf diese Jungs verlassen können».
Durch seine gelungene Aufholjagd baute Evans seinen Vorsprung im WM-Zwischenklassement auf 30 Punkte vor Pajari aus, Seine Teamkameraden Takamoto Katsuta und Oliver Solberg sind Dritter und Vierter in der Gesamtwertung.
Hyundai-Pilot Adrien Fourmaux belegte bei der Hochgeschwindigkeitsrallye über Schotterterrain den vierten Platz, nachdem der sintflutartige Regen am Freitag seine anfänglichen Siegchancen zunichte gemacht hatte.
Der Franzose gab am Finaltag richtig Vollgas, kam aber letztlich mit einem Rückstand von 16,4 Sekunden auf Evans ins Ziel.
Thierry Neuville (Hyundai) kletterte noch auf den fünften Platz vor, als Takamoto Katsuta auf der Wolf Power Stage mit seinem Toyota von der Strecke abgekommen war. Der Japaner erreichte das Ziel mit schweren Schäden an der Fahrzeugfront, nachdem er einen Baum gerammt hatte und rutschte dadurch auf den sechsten Platz zuurück.
Der Ire Josh McErlean konnte seinen M-Sport Ford Puma als Siebter ins Ziel bringen.
Toyota-Teamchef Jari-Matti Latvala rundete die Top 8 der Gesamtwertung ab und gewann die RC2-Klasse. Robert Virves (Skoda) sicherte sich seinen vierten WRC2-Sieg bei bisher vier Starts in dieser Saison. Der Este profitierte von einer 30-Sekunden-Strafe von Teemu Suninen (Toyota).
Die Rallye-WM legt nun eine kurze Sommerpause ein, bevor es vom 27. bis 30. August mit dem elften Lauf der Rally del Paraguay, in Südamerika weitergeht.
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