WRC

PSA: Peugeot in der WEC, Citroën im Nirwana?

Von - 15.11.2019 12:13

Die Spekulationen um den Ausstieg von Citroën aus der Rallye-Weltmeisterschaft haben nach der Bekanntgabe, dass die PSA-Schwester Peugeot wieder in die Langstrecken-WM einsteigt, viel Nahrung bekommen.

Es war, um es vorsichtig auszudrücken, eine sehr bescheidene Saison für Citroën in der diesjährigen Rallye-Weltmeisterschaft, im Jahr des 100-jährigen Jubiläums. In der Herstellerwertung wieder einmal nur der vorletzte Platz. Die Speerspitze Sébastien Ogier konnte seinen sechsten WM-Titel in der Fahrerwertung nicht verteidigen, sondern rutschte hinter dem neuem Weltmeister Ott Tänak (Toyota) und Thierry Neuville (Hyundai) auf den sehr ungewohnten dritten Tabellenplatz ab. Die drei Saisonsiege von Ogier sorgten für eine kleine Schadensbegrenzung und machten den Punktebraten auch nicht fett.

Es ist nun wirklich kein Geheimnis, der Citroën C3 WRC blieb auch in diesem Jahr trotz einiger Experimente wieder hinter den Erwartungen. Was früher bei Citroën eine Stärke war, entpuppte sich bei C3 WRC als Schwäche. Seine Performance auf Asphalt war ein Desaster wie die Ergebnisse auf Korsika, in Deutschland und in Spanien zeigten. Vor Spanien testete Citroën aerodynamische Änderungen, die für eine bessere Leistung sorgen sollten. Allerdings kamen diese in Spanien nicht zum Einsatz, sondern diese sollten erst 2020 greifen. Doch das muss wohl angesichts der inzwischen sehr starken Spekulationen ins Reich der Fabeln verwiesen werden.

Noch gibt es keine Informationen von Citroën, aber von der PSA-Schwester Peugeot, die 2022 wieder in die Langstrecken-Weltmeisterschaft einsteigt. Dies gab Peugeot am Donnerstag bekannt. «Der Vorstand der Groupe PSA genehmigte die Teilnahme der Marke Peugeot an der weltweit führenden Langstrecken-Weltmeisterschaft ab 2022 aufgrund der deutlichen Kosteneinsparungen durch das neue Hypercar-Reglement der WEC (World Endurance Championship) und der Bestätigung, dass in der Serie Hybridfahrzeuge vertreten sein werden. Details des Programms werden Anfang 2020 bekannt gegeben.»

Dieses Programm bindet schon 2020 personelle und finanzielle Mittel, die wohl einen Einschnitt in die Motorsport-Aktivitäten von Citroën als Folge hätten. Und die wenigen Erfolge von Citroën könnten auf Geheiß von oben zum vorzeitigen Ende vor 2020, wie geplant, führen. Zudem engagiert sich die PSA-Gruppe mit DS weiter in der Formel E. Bei PSA wird nun auf Hybrid und Elektroantrieb gesetzt. Obwohl Hybrid auch 2022 in der Rallye-WM Einzug halten soll, fehlen immer noch die entsprechenden Richtlinien, die eigentlich für eine Planungssicherheit sorgen sollten.

Das erneute Ende des Zwei-Zacken-Teams nach 2005 und 2016 scheint schon eingeläutet. Sébastien Ogier hat zwar seinen Ausstieg für Ende 2020 angekündigt, doch er ist ein Racer und würde noch gerne ein Jahr in der Rallye-WM kämpfen. Er steht auf der Einkaufsliste beim Toyota-Teamchef Tommi Mäkinen ganz oben, schließlich hat der mit dem neuen Weltmeister Ott Tänak sein bestes Pferd im Stall an Hyundai verloren. Ogier und Toyota ist als Kombination 2020 mehr als möglich. Vielleicht wird er der neue Teamkollege vom ebenfalls auf der Liste stehenden Kalle Rovanperä oder Elfyn Evans. Esapekka Lappi könnte bei der Verpflichtung von Evans bei M-Sport neben seinem Landsmann Teemu Suninen anheuern.

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