M-Sport Ford: Voller Einsatz bei Rallye Monte Carlo

Von Toni Hoffmann
WRC

Ford Fiesta WRC hat den berühmten WM-Lauf in den vergangenen drei Jahren zwei Mal auf Platz 1 beendet, M-Sport setzt auf ein besonders junges Fahrertrio.

Sie ist die Königin unter den Rallyes und markiert traditionell den Start in die neue Saison: Die Rallye Monte-Carlo, ausgetragen in den Seealpen oberhalb des mondänen Mittelmeer-Fürstentums, zählt zu den berühmtesten Motorsportveranstaltungen überhaupt. M-Sport Ford blickt dem Auftakt der diesjährigen Rallye-Weltmeisterschaft mit Zuversicht entgegen: Zwei Mal rollte der über 380 PS starke Fiesta WRC in den vergangenen drei Jahren als Sieger über die Zielrampe am Quai Albert 1er. Dabei zählt das Event zu den schwierigsten im WM-Kalender: Nominell als Asphalt-Rallye geführt, warten die Gebirgspässe rund um den Service-Park im südfranzösischen Gap notorisch mit wechselhaften Bedingungen auf.

Dabei können die Streckenverhältnisse in ein und der gleichen Wertungsprüfung (WP) von trockener über nasser Straße bis hin zu Schnee und Eis reichen. Oder, wie es ein Fahrer ausdrückte: «Das Wetter ist bei dieser Rallye so vorhersehbar wie die Roulette-Kugel im Casino von  Monte-Carlo.»M-Sport Ford schickt ab kommendem Donnerstag (23. Januar) gleich drei seiner Turbo-Allradler der nunmehr Rally1 genannten Top-Kategorie ins Rennen. Sie basieren ebenso wie die knapp 300 PS starken Fiesta R5, von denen gleich sieben Exemplare in der Rally2-Wertung mit von der Partie sind, auf dem in Köln-Niehl produzierten Kleinwagenmodell. Erstmals seit 2011 setzt das Team für seine Werksautos dabei wieder auf zwei rein finnische Besatzungen: Neben Teemu Suninen/Jarno Lehtinen feiert der WM-Laufsieger Esapekka Lappi zusammen mit Copilot Janne Ferm seine Premiere im aktuellen Fiesta WRC. Beide Crews möchten natürlich am liebsten den Erfolg ihres Landsmanns Marcus Grönholm wiederholeder 2006 die Rallye Monte-Carlo mit einem Ford Focus RS WRC für sich entscheiden konnte. Das Cockpit des dritten Fiesta WRC teilen sich die Briten Gus Greensmith/Elliot Edmonson. Und noch eine Besonderheit: Mit einem Durchschnittsalter von kaum 26 Jahren stellt M-Sport Ford das jüngste Fahrertrioim Teilnehmerfeld. Zur Vorbereitung auf die «Monte» haben Lappi, Suninen und Greensmith einen viertägigen Test erfolgreich absolviert.

«Ich freue mich auf die neue Saison und bin schon sehr gespannt, was die kommenden zwölf Monate für uns bereithalten», betont M-Sport-Teamchef Richard Millener. «Wir gehen mit sehr jungen Fahrern an den Start, die aber dennoch Erfahrung besitzen und dies mit großen Ambitionen verknüpfen. Ich denke schon, dass wir in diesem Jahr mit dem einen oder anderen Sieg rechnen dürfen. Schwieriger als bei der Rallye Monte-Carlo könnte es kaum losgehen, aber wir sind bereit für die Herausforderung. Bereits die Videos von den Testfahrten zeigen, dass unsere Jungs mit dem Ford Fiesta WRC ganz schön schnell unterwegs sind. Wir blicken dem bevorstehenden Wochenende zuversichtlich entgegen.»

Vor seinem Debüt am Steuer des aktuellen Ford Fiesta WRC hat sich Esapekka Lappi bereits gut auf seinen neuen Dienstwagen eingeschossen. Der Finne kann auf vier Starts bei der Rallye Monte-Carlo zurückblicken, kennt die schwierigen Prüfungen dieser Veranstaltung also bereits sehr gut und weiß, was auf ihn und seinen erfahrenen Beifahrer Janne Ferm zukommt.

«Die ,Monte' stellt uns gleich zu Beginn der Saison vor eine trickreiche Aufgabe, dennoch kann ich es kaum erwarten, dass es los geht», so Lappi. «Der Ford Fiesta WRC hat mich von Anfang an mit seiner ehrlichen, logischen Art überzeugt. Er lässt sich sehr gut fahren, das nötige Vertrauen hat sich schnell eingestellt. Ich hoffe, dass ich darauf in den kommenden Tagen aufbauen kann - auch wenn die bevorstehende Rallye immer einige Überraschungen parat hat. Bei unseren Tests haben wir nasse Straßen und wechselhafte Bedingungen vorgefunden. Die ,Monte' kann aber auch mit trockenem Asphalt, Eis, Schnee und manchmal mit einem Mix aus all diesen Verhältnissen in ein und der selben Prüfung aufwarten. Wir gehen also mit gehörigem Respekt an die Sache heran, wollen aber unsere neuePartnerschaft mit M-Sport Ford doch mit einem starken Ergebnis feiern.»

Der (noch) 25 Jahre junge Teemu Suninen blickt seiner zweiten vollen Saison in der Rallye-Weltmeisterschaft und der ersten mit seinem enorm routinierten Beifahrer Jarmo Lehtinen entgegen. Dass das Talent aus dem finnischen Tuusula rasant schnell ist, hat er in den vergangenen Jahren schon oft bewiesen. Jetzt will er auch die notwendige Konstanz an den Tag legen, um regelmäßig Topresultate einfahren zu können. Dass er es bis in die Spitze schaffen kann, hat Suninen bei der Rallye Monte-Carlo bereits in der zweiten Liga bewiesen, alser 2018 dort unter die ersten Drei gefahren ist.

«Ich freue mich auf die neue Saison und die Zusammenarbeit mit Esapekka», kommentiert Suninen. «Bei den Tests hat sich gezeigt, dass wir in puncto Abstimmung sehr nah beeinander liegen und den Ford Fiesta WRC in die gleiche Richtung entwickeln. Ich bin auf trockenem Asphalt gefahren und fühlte mich gleich wohl. In schwierigen Passagen mit Schnee und Eis muss ich mich auf meine Erfahrung verlassen. Bei meinem vierten Start bei dieser Rallye kenne ich die Prüfungen nun schon besser, aber dieser WM-Lauf bleibt immer ein Stück Lotterie. Glücklicherweise kann ich mich zu 100 Prozent auf meine sehr routinierten ,Eisspione' verlassen. Alles ist möglich!»

Mit seinen 23 Jahren liefert Gus Greensmith das Musterbeispiel für die Effizienz der von M-Sport ins Leben gerufenen «Leiter der Möglichkeiten» im Rallye-Sport. 2018 nahm der Youngster aus Manchester noch mit einem frontgetriebenen Ford Fiesta R2 an der Rallye Monte-Carlo teil, im vergangenen Jahr saß er bereits in einem Fiesta R5 und entschied mit dem Turbo-Allradler die hart umkämpfte WRC 2-Kategorie nach einer beeindruckenden Vorstellung für sich. Jetzt kehrt der Brite mit seinem Landsmann Elliott Edmondson in der Topklasse Rally1 ins Fürstentum zurück.

Die Rallye Monte-Carlo ist für mich eine ganz besondere Veranstaltung», gesteht Greensmith. «Hier habe ich meinen ersten Sieg in der WRC 2-Klasse eingefahren, und nirgendwo sonst ist es eine größere Selbstbestätigung, zu den Schnellsten zugehören, als auf diesen Wertungsprüfungen. Dass ich sie nun mit einem Ford Fiesta WRC unter die Räder nehmen darf, hätte ich mir in meinen wildesten Träumen nicht ausgemalt. Jeder will diesen WM-Lauf gewinnen, mit seinen wechselhaften Bedingungen zählt er zu den anspruchsvollsten im gesamten WM-Kalender. Der kleinste Fehler kostet einen hohen Preis, dennoch freue ich mich auf den Start - je schwieriger die Aufgabe, desto wohler fühle ich mich 
normalerweise. Aber es kommt bei der ,Monte' auch auf Erfahrung an. Die muss ich noch sammeln. Dennoch hoffe ich, dass wir unser Rallye-Jahr mit einem starken Ergebnis eröffnen.»

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