Sepp Wiegand: «Mit Tempo 170 durch den Wald»

Von Christian Schön
WRC
Sepp Wiegand: «Insgesamt bin ich mit meinen Zeiten aber nicht so ganz zufrieden.»

Sepp Wiegand: «Insgesamt bin ich mit meinen Zeiten aber nicht so ganz zufrieden.»

Sepp Wiegand fährt in der Kategorie WRC2 weiter in Richtung Podium. Bei seiner ersten Schnee-Rallye durchlebt der Skoda-Pilot eine steile Lernkurve.

Bei der Rallye Monte Carlo bist Du zum ersten Mal auf Schnee gefahren, hier in Schweden wieder. Wo liegt der Unterschied?
Das kann man eigentlich nicht miteinander vergleichen. Bei der Rallye Monte Carlo hatten die Spike-Reifen nur sehr kurze Nägel, ausserdem waren die Geschwindigkeiten relativ niedrig. Hier geht’s mit sieben Millimeter langen Nägeln mit Tempo 170 durch den Wald. Das ist eine völlig andere Welt.

Die Dir offensichtlich Spass macht...
Auf jeden Fall. Du musst dich unglaublich konzentrieren, darfst nicht eine Sekunde unaufmerksam sein, sonst landest du in einer Schneewand. Deswegen krieg‘ ich leider auch von den vielen Fans entlang der Strecke nicht so viel mit. Nur die Lagerfeuer riecht man im Auto.

Hattest Du schon einen «Big Moment»?
Bisher noch nicht, ist alles planmässig gelaufen.

Wie hast Du Dich auf die Rallye Schweden vorbereitet?
Ich war in Norwegen in der Rallyeschule von John Haugland. Dort sind wir einen Tag auf einem zugefrorenen See gefahren und zwei Tage auf einer richtigen Wertungsprüfung durch den Wald. Wir haben dabei allerdings Spike-Reifen der Vorgängergeneration verwendet, die viel schmaler sind. Die Reifen, die wir jetzt im Wettbewerb verwenden müssen, sind ein bisschen breiter und bauen weniger Haftung auf. Die haben wir am Sonntag vor dem Start über rund 80 Kilometer getestet.

Ist das Auffinden des optimalen Grips das grösste Problem?
Definitiv. Ich tue mich noch ein bisschen schwer damit, genau abzuschätzen, was der Reifen kann. Aber das wird mit jedem Kilometer besser. Inzwischen habe ich auch eine Fahrwerksabstimmung gefunden, die mir besser gefällt. Vorher war mein Skoda viel zu nervös auf der Hinterachse.

Immerhin bist Du am Samstag die erste Bestzeit in der WRC2-Kategorie gefahren...
Das war ganz klar ein Höhepunkt.

Und der Tiefpunkt?
Einen richtigen Tiefpunkt gab’s bisher noch nicht. Wir haben nur am Samstagmorgen ein paar Mal Pech gehabt mit Oleksii Tamrazov. Weil er ein World Rally Car fährt, ist er in der Startreihenfolge vor uns einsortiert worden. In einer Prüfung haben wir ihn überholt, weil er an einem Baum gestrandet war. In der nächsten, weil er auf dem Dach lag. Und noch eine Prüfung weiter sind wir auf ihn aufgelaufen und mussten mehrere Kilometer hinter ihm herschleichen.

Unter diesen Umständen ist Rang 3 in der WRC2 gar nicht so schlecht, oder?

Ich sag‘ mal so: Dass ich gegen einen Anders Gröndal (führt in der WRC2, d. Red.), der hier zum siebten Mal fährt, nichts ausrichten kann, war mir vorher schon klar. Insgesamt bin ich mit meinen Zeiten aber nicht so ganz zufrieden, da habe ich ein bisschen mehr erwartet.

Wie lautet Deine Strategie für die letzte Etappe am Sonntag?
Ich muss kein Risiko eingehen, die Abstände nach vorn und hinten sind einfach zu gross. Ausserdem muss ich an die Meisterschaft denken, da sind die Punkte für Rang 3 sehr wichtig. Es wird für uns also einfach darum gehen, weiter dazu zu lernen.

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