Extraschuss Motivation beim WM-Finale

Von Toni Hoffmann
WRC
Andreas Mikkelsen (li.) und Jost Capito

Andreas Mikkelsen (li.) und Jost Capito

Die Rallye Wales zählt zu den echten Klassikern im Kalender der Rallye-WM, ausgetragen seit dem Jahr 1932.

Viele Wertungsprüfungen sind für aktuelle Rallye-WM-Piloten im Jahr 2013 echtes Neuland, dennoch zählen sie zum Inventar der Rallye Großbritannien – beispielsweise die WP «Great Orme». Sie führt auf einer kurvenreichen Straße direkt am Meer entlang. Die vielleicht größte Schwierigkeit ist, dass hier mit Schotterreifen gefahren wird, obwohl es eine von insgesamt zwei Asphaltprüfungen der diesjährigen Rallye Großbritannien ist. Außerdem säumen hohe, unnachgiebige Randsteine die Piste – ein Fehler genügt, um die Radaufhängung zu beschädigen. Und das auf der abschließenden Prüfung des Rallye-Jahres.

Über 32 Kilometern lang, ein echter Klassiker: «Hafren». Die Strecke führt vom Ort Hafren zunächst durch dichten Wald bergauf. Zwischen den Bäumen hält sich Nebel oft sehr lange und wenn es regnet, ist die Piste schmierig und glatt. Im mittleren Abschnitt wird die WP schneller und führt mit lang gezogenen Kurven durch Grasland und Moor. Ebenfalls eine Ikone des Rallye-Sports ist die WP „Sweet Lamb“. Wasserdurchfahrt, Sprung, Haarnadelkurve – all das hat die Prüfung innerhalb eines Teilabschnitts von nur 500 Metern zu bieten. Das Gelände, auf dem sonst Rallye-Fahrkurse abgehalten werden, ist von den Zuschauerplätzen beinahe komplett einzusehen. Hier lassen sich besonders gut Vergleiche zwischen unterschiedlichen Fahrstilen ziehen.

Stimmen vor der Rallye Großbritannien

Jari-Matti Latvala, Polo R WRC #7
«Die Rallye Großbritannien ist wie eine zweite Heimrallye für mich. Ich bin 2002 in Wales zum ersten Mal in der Rallye-WM gestartet. Trotz des oftmals schlechten und herausfordernden Wetters habe ich großartige Erinnerungen an die Rallye. Das Profil der Prüfungen und der Rhythmus sind einmalig. Ich mag schnelle Strecken – und dies ist definitiv eine schnelle Rallye. Manchmal hofft man in Wales, dass es nicht zu rutschig und matschig wird. Das kann schon manchmal anstrengend werden. Wir fahren in dieser Saison mehr im Norden – im Gegensatz zu den vergangenen Jahren, in denen wir hauptsächlich im Süden von Wales gefahren sind. Im Norden gibt es mehr kurvenreiche und daher auch technisch anspruchsvollere Prüfungen. Im Süden waren die Wertungsprüfungen insgesamt schneller. Ich freue mich riesig auf die Rallye und kann sie ganz entspannt angehen. Natürlich möchte ich ums Podium kämpfen, weil es immer noch um den zweiten und dritten Platz in der Fahrer-Wertung geht. Das Wichtigste ist jedoch, dass wir keinen Druck haben, weil wir uns bereits die Hersteller-Weltmeisterschaft* gesichert haben. Ich werde so schnell wie möglich fahren und die letzte Rallye in dieser Saison einfach genießen.»

Sébastien Ogier, Polo R WRC #8
«Ich bin mir sicher, dass wir die Rallye Großbritannien genießen werden. Denn sie ist die erste Rallye des Jahres, bei der wir keinen Druck verspüren. Keine Taktik, nur Vollgas von der ersten Minute an. Volkswagen hat die Hersteller-Wertung* gewonnen, Julien und ich die Fahrer- und Beifahrer-Wertung*. Die Rallye gehörte nie zu meinen Lieblingsveranstaltungen, aber mit zunehmender Erfahrung wächst auch mein Selbstvertrauen hier. Einige Dinge sind eher unwirtlich: die niedrigen Temperaturen, Regen, Nebel und Matsch auf den Straßen in den Wäldern von Wales. Das klingt wie das Rallye-Paradies für meine Teamkollegen – und ich muss ihnen zustimmen. Es gibt womöglich keine bessere Art, die Saison zu beenden, als mit einem Sieg bei der Rallye in Wales. Das ist also mein Ziel.»

Andreas Mikkelsen, Polo R WRC #9
«Die Rallye Großbritannien ist ein besonderer Ort für mich. Ich war 17, als ich angefangen habe, Rallyes zu fahren. Ich habe aber die meisten Erfahrungen ein Jahr später und 2010 gesammelt, als wir in Wales die SWRC gewonnen haben. Es gibt für uns ein paar neue Wertungsprüfungen. Das spielt mir jedoch sehr in die Karten. Vor allem die Wertungsprüfung ‚Great Orme‘, die in diesem Jahr wieder auf dem Plan steht. Seit 2006 halten wir bei dieser Prüfung den Rekord. Ein großartiges Gefühl, an diesen speziellen Ort zurückzukehren. Das Schwierigste sind die Wetterbedingungen. Die Luft ist kalt und feucht, es gibt viel Regen. Es kann dort schnell kälter werden als erwartet, manchmal sogar frostig. Ich hoffe, der Schnee bleibt uns in diesem Jahr erspart. Insgesamt ist die Rallye durch die schnell wechselnden Bodenverhältnisse sehr knifflig. Dafür brauchen die Fahrer viel Gefühl. Es wäre super, wenn wir zum Abschluss der Saison ein gutes Resultat erzielen würden. Zurzeit fühle ich mich im Polo R WRC wohler als jemals zuvor.» *Vorbehaltlich der Bestätigung durch die FIA.

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