Schweden, das Land des erfüllten Rallye-WM-Traumes

Von Toni Hoffmann
WRC
Sébastien Ogier

Sébastien Ogier

Was für die zweite Saison des Polo R WRC in der Rallye-WM auf den Wunschlisten der Volkswagen Ingenieure und Fahrer stand, erfüllte sich bereits beim zweiten Wettbewerb: ein Laufsieg.

Am 10. Februar 2013, 14:43 Uhr und 54 Sekunden, bildete der Volkswagen Service in Hagfors, Schweden, ein Jubel-Knäuel in Blau – erstmals hatte Volkswagen nach dem Einstieg mit dem Polo in der Rallye-WM gewonnen und dabei den größten Rallye-Fahrer und das erfolgreichste Rallye-Team aller Zeiten geschlagen: Sébastien Loeb und Citroën. Sébastien Ogier und Julien Ingrassia trugen sich verdient in die Siegerliste ein – in vielerlei Hinsicht eine historische Leistung. Für 2014 haben sich die Vorzeichen für Volkswagen geändert: Aus Favoriten-Schreck wurde Favoriten-Rolle. Für die Weltmeister-Mannschaft Volkswagen angesichts der ebenso erfolgshungrigen sportlichen Gegner Citroën, Ford und Hyundai eine ganz besondere Prüfung.

Stimmen vor der Rallye Schweden

Sébastien Ogier, Volkswagen Polo R WRC #1
«Die Rallye Schweden ist eine meiner Lieblings-Rallyes im Kalender. Im vergangenen Jahr haben wir hier für Volkswagen unseren ersten Sieg geholt und uns ein tolles Duell mit Sébastien Loeb geliefert. Das war wahrscheinlich die beste Rallye in meiner bisherigen Karriere. Wir waren die gesamte Zeit, genau wie Loeb, am absoluten Limit und mussten in jeder Minute 100 Prozent Leistung abrufen. Am Ende hat es sich ausgezahlt und wir haben diese extreme Herausforderung gewonnen. 2014 haben sich die Vorzeichen etwas geändert. Jetzt sind wir es, die jeder schlagen will. Skandinavier sind hier traditionell schwer zu schlagen. Das ist ‚Südeuropäern‘ bisher erst zweimal gelungen. Ich werde also verstärkt ein Auge auf Mikko Hirvonen und Mads Østberg bei Citroën haben, vor allem aber auf meine beiden Teamkollegen Jari-Matti Latvala und Andreas Mikkelsen. Es wird sicher nicht einfach, aber ich würde hier zu gern noch einmal gewinnen.»

Jari-Matti Latvala, Volkswagen Polo R WRC #2
«Ich freue mich wahnsinnig auf Schweden, den Schnee und die langen, schnellen Geraden. Letztes Jahr war der Volkswagen Polo R WRC noch ziemlich neu für mich und wir haben das Auto nicht perfekt abgestimmt. In diesem Jahr kennen wir das Auto richtig gut und ich fühle mich am Steuer pudelwohl. Anders als in den vergangenen beiden Jahren habe ich diesmal kaum Druck und fahre völlig entspannt nach Schweden, weil ich nach Platz fünf bei der ‚Monte‘ bereits eine gute Ausgangsposition eingenommen habe. Und wenn man Spaß an einer Rallye hat, ist der Erfolg programmiert. Jetzt hoffe ich, dass wir mindestens um einen Podestplatz kämpfen werden. In diesem Jahr hat sich bei der Rallye Schweden nicht viel verändert. Aber es gibt eine Veränderung im Vergleich zum vergangenen Jahr: die Wertungsprüfung ‚Hara‘ am Samstag. Es ist eine kurze und schnelle Wertungsprüfung, die zuletzt 2007 auf dem Plan stand – eine großartige Strecke.»

Andreas Mikkelsen, Volkswagen Polo R WRC #9
«Ich möchte mich in der Saison 2014 verbessern und hin und wieder aufs Podium fahren. Für mich ist die Rallye Schweden jedes Jahr eine ganz wichtige Rallye, weil ich mich dort zu Hause fühle. Ich erhoffe mir außerdem, dass das zweite Jahr einfacher wird. Ich kann nun mit meinen eigenen Jungs vom vergangenen Jahr weiter zusammenarbeiten und unsere Arbeit weiter verbessern. Für mich ist das Fahren auf Eis und Schnee etwas ganz Natürliches, damit bin ich aufgewachsen. Und ich hoffe, dass wir diesmal richtig viel Schnee haben werden. Der kleine Abstecher der Rallye Schweden in mein Heimatland Norwegen ist für mich natürlich etwas Besonderes. Vielleicht drücken mir bei der ‚Torsby‘ ja ein paar Landsleute mehr die Daumen. Aber über mangelnde Unterstützung brauche ich mich bei der Rallye Schweden so oder so nicht zu sorgen. Ich erhoffe mir einiges.»

Neues aus dem Volkswagen Team

+++ Nächste Schallmauer geknackt: Volkswagen Motorsport freut sich über mehr als zwei Millionen Fans im Social-Media-Kanal Facebook. Den Auftritt der Marke bewerteten bis kurz vor der Rallye Schweden etwa 2,2 Millionen User mit einer Gefällt-mir-Angabe. Besonders hoch ist der Wert der interaktiven Nutzer des Kanals, der seit knapp einem Jahr bei rund einer viertel Million Menschen liegt. Somit ist jederzeit für Gesprächsstoff gesorgt. Mehr unter www.facebook.com/volkswagenmotorsport +++

+++ Stars aufs Eis geführt: Zur Vorstellung des neuen, 300 PS starken Golf R überzeugten sich zwischen der Rallye Monte Carlo und der Rallye Schweden Sport-, Musik- und Schauspielstars von dessen Winterqualitäten. Karl-Heinz Riedle, Sven Hannawald, Max von Thun, Till Lindemann und Sophia Thomalla nahmen am Fahrtraining unter Extrembedingungen teil. Mittendrin: Volkswagen Werkspilot Sébastien Ogier. Im Herzen Lapplands und rund 900 km nördlich von Stockholm durfte der stärkste Serien-Golf aller Zeiten getestet werden. In der Kleinstadt Arvidsjaur, die auch als Ziel für die Winterevents der Volkswagen Driving Experience dient, testeten die prominenten Gäste während der internationalen Pressevorstellung den Golf R unter außergewöhnlichen Fahrbedingungen.+++

Die Zahl zur Rallye Schweden: 380

Sieben Millimeter lang, aus Wolfram gefertigt, 380 Mal pro Reifen verschraubt: die «Schweden-Spikes». Nur einmal im Jahr kommt diese spezielle Bauform des Michelin Alpin in der Rallye-WM zum Einsatz. Die 380 Nägel pro Reifen krallen sich in der gefrorenen Oberfläche auf den Wertungsprüfungen fest und bieten so mehr Haftung als bei Schotter-Rallyes. Aber Achtung: Wenn der Schotter durch die Schneedecke blitzt, drohen die Nägel abzubrechen. Und aus ist es mit dem optimalen Grip.

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