Letzte Entscheidungen im walisischen Schlamm

Von Toni Hoffmann
WRC
Vorjahressieger Sébastien Ogier

Vorjahressieger Sébastien Ogier

Die Wetterprognosen deuten erneut auf eine Schlammschlacht beim Finale der Rallye-Weltmeisterschaft in Wales hin. Dort fallen die letzten WM-Entscheidungen, im Fokus: Vize-Titel bei den Herstellern.

Die beiden wichtigsten Kronen der Rallye-Weltmeisterschaft gingen auch in diesem Jahr vorzeitig an Volkswagen. Die Wolfsburger verteidigten früh in Australien ihren Titel in der Hersteller-Wertung. Bei der vorletzten Runde gelang dies auch im dritten Anlauf Sébastien Ogier bei den Fahrern. Auch die Plätze zwei und drei in der Fahrer-Wertung gingen mit Jari-Matti Latvala und Andreas Mikkelsen an VW-Piloten.

Doch die Spannung fehlt beim Saisonausklang im Norden von Wales keineswegs. Für den Vizetitel bei den Herstellern dürfen sich noch drei Teams am Wochenende Hoffnungen machen. Der achtfache Marken-Champion Citroën liegt derzeit mit 187 Punkten auf dem Ehrenrang, nur sieben Zähler dahinter rangiert M-Sport, dem aber fünf Punkten Abstand Hyundai folgt. Insgesamt werden beim Showdown noch 43 Punkte bei einem Doppelsieg vergeben.  

Kein Favorit bei den Anwärtern

Was die personelle Besetzung der drei Anwärter auf die Kronprinzenrolle betrifft, so dürfte das Aufgebot ziemlich ausgeglichen sein. Ein richtiger Favorit ist nicht zu erkennen. Bei Citroën dürften mit den beiden Piloten Mads Östberg und Kris Meeke im Hinblick auf ihr Potenzial die Chancen 50:50 stehen. Hingegen darf dem vierfachen Vize-Champion Mikko Hirvonen bei seinem letzten WM-Auftritt bei M-Sport ein leichter Vorteil auf eine starke Leistung im Ford Fiesta RS WRC zugestanden werden. Er siegte 2007 dort und bescherte Ford die Marken-Krone. Bei Hyundai dürfte Thierry Neuville den Joker im i20 WRC haben. Im letzten Jahr wurde er in Wales mit seinem dritten Platz im Ford Fiesta RS WRC hinter dem VW-Duo Sébastien Ogier und Jari-Matti Latvala Vize-Weltmeister. Dennoch kann es bei jedem Team mit den anderen Piloten sehr wohl zu Überraschungen kommen, die in Wales nicht unüblich sind. 

WRC2: Titelkandidat Nasser Al-Attiyah

In der WRC2 ist die Titelfrage noch nicht beantwortet. Größte Chancen hat der Tabellenführer Nasser Al-Attiyah im Ford Fiesta RRC. Im Titelrennen ist als Rivale von Al-Attiyah nur noch Jari Ketomaa im Ford Fiesta R5. Damit Ketomaa noch den Titel holen kann, müsste er siegen und Al-Attiyah nicht über einen siebten Rang hinauskommen.  

Die Rallye Wales GB zählt nicht nur zu den ältesten, sondern auch zu bekanntesten und beliebtesten Rallyes. Sie ist aber gefürchtet. Dies nicht so sehr wegen der Prüfungen, die allgemein als nicht so schwierig eingestuft werden. Es sind die Witterungsbedingungen, die den Schwierigkeitsgrad sehr deutlich nach oben drücken. Bei Regen findet auf den dann aufgeweichten Schotterpisten in den walisischen Wäldern erneut eine Schlammschlacht statt. Zudem erschwert der im November übliche Nebel das Ganze. Schnee und Eis wären aber auch bei der einstigen RAC-Rally keine Seltenheit. Für Fahrer ist der dann fehlende Grip im Matsch die große Herausforderung.  

Wie im Vorjahr ist der britische WM-Klassiker wieder in Deeside nahe Chester und Liverpool angesiedelt. Während dort auch am Donnerstag um 20:00 Uhr MEZ gestartet wird und sich dort auch das Rallye-Zentrum befindet, endet die WM-Saison am Sonntag um 14:15 Uhr MEZ im nordwalisischen Seebad Llandudno. Dazwischen liegen drei Etappen über insgesamt 1.363 km und 23 Prüfungen mit einem Anteil von 305,64 km. 72 Teams haben für das Finale genannt. Mit den Teilnehmern der nationalen Rallye sind es 160 Fahrzeuge. Vorjahressieger ist Sébastien Ogier im VW Polo R WRC. 

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