MotoGP-Kolumne: Marquez ins Ducati-Werksteam

Französische Medien boykottieren Motorradrennen

Von Ivo Schützbach
WM-Leader Guintoli findet kaum Beachtung

WM-Leader Guintoli findet kaum Beachtung

Erstmals seit Régis Laconi 2004 führt ein Franzose die Superbike-WM an. Die französischen Medien interessiert das nicht.

Sylvain Guintoli (30) führt gemeinsam mit seinem Aprilia-Teamkollegen Eugene Laverty die Superbike-WM 2013 an. Loris Baz hat einen Vertrag mit dem Kawasaki-Werksteam, Julez Cluzel zeigt bei Fixi Crescent Suzuki ansprechende Leistungen.

«In Frankreich musst du zehnmal Weltmeister werden, bis sich die Medien für dich interessieren», kritisiert Cluzel die einheimische Presse. «In Frankreich gibt es viele Motorsport-Fans, es sind aber kaum Motorradrennen im Fernsehen zu sehen – nur Formel 1. Sébastien Loeb musste vier oder fünfmal Rallye-Weltmeister werden, bevor sich die Medien für ihn zu interessieren begannen. Heute wird viel über ihn berichtet.»

«Das ist keine einfache Situation für Guintoli, Baz und mich», erklärte Cluzel SPEEDWEEK.com. «Sponsoren zu finden ist sehr schwierig. Es war noch nie besser, auch nicht als Mike di Meglio 125er-Weltmeister oder Régis Laconi Superbike-Vizeweltmeister war. Du musst schon mindestens dreimal MotoGP-Champion sein – vielleicht bessert es sich dann. Im Motocross-Sport ist es sogar noch schlechter. Für mich ist das traurig, weil Motorradrennen ein sehr schöner und auch beeindruckender Sport sind.»

«In Frankreich kommt vor allem Fußball im Fernsehen, wir haben sehr viele gute Spieler», fährt der Franzose fort. «Auch Rugby, Tennis und Formel 1 kommt viel – und Handball.»

Bei allen nationalen Unterschieden: Etwas scheint Deutschland mit Frankreich doch gemeinsam zu haben.

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