Perfektes Rennen: So gewann Audi am Nürburgring

Von Oliver Runschke
24h Nürburgring
24h-Sieger Haase, Rast, Mamerow und Winkelhock

24h-Sieger Haase, Rast, Mamerow und Winkelhock

Kein Kratzer, kein Reifenschaden, keine Strafe, kein Technikärger: Phoenix lieferte auf dem Nürburgring ein mustergütiges Rennen ab.

Wenn für jedes «wir wollen uns aus allem Ärger raushalten und problemlos durch die Nacht kommen» vor dem 24h-Rennen Rennen fünf Euro ins Nürburgring-Sparschwein gewandert wären, wäre der Nürburgring vermutlich jetzt schuldenfrei. Wie man die Phrase perfekt umsetzt, zeigten Christopher Haase, Chris Mamerow, René Rast und Markus Winkelhock. Deren Phoenix-Audi R8 LMS ultra hatte nach dem Rennen keinen Kratzer, das Quartett fing sich keine Strafe ein, die Michelin-Reifen hielten und in der Boxengasse verbrachte der R8 mit der Startnummer #4 auf nicht mehr Zeit als nötig.

Das Audi-Duo gewann das schnellste 24-Stunden-Renenn auf dem Nürburgring in seiner 42-jährigen Geschichte, weil es im Gegensatz zur Konkurrenz ein nahezu perfektes Rennen erlebte. Kein anderes Team in den Top-Zehn hatte ein so problemloses Rennen, bei dem es nicht besonders schwierig war sich einen Reifenschaden einzufangen und aufgrund der Regeln zu Boxenstoppstandzeiten oder Temporeduzierung in Gelbphase auch nicht minder schwer, eine Strafe zu kassieren.

Vom Tempo her konnten Mercedes und BMW Audi mindestens das Wasser reichen. Doch die BMW wurden Opfer ihres eigenen Speeds und die SLS AMG erlebten ein Sammelsurium von kleinen Rückschlägen wie Zeitstrafen oder Reifenschäden.

Mercedes-Pilot Andreas Simonsen: «Wir haben eine Zeitstrafe nach einem zu kurzen Boxenstopp kassiert, hatte einen Reifenschaden und beim Tausch der Bremsscheiben haben wir auch eine Minute liegen lassen. Das wir den Speed des Audi gehen konnten, hat man gesehen. Der Audi war nur teilweise deutlich besser im Verkehr, da konnten wir nicht mithalten. Daher ist Platz zwei für uns schon o.k.»

Der drittplatzierte Rowe-Mercedes-Pilot Christian Hohenadel sieht es ähnlich: «Wir hatten eine Strafe und einen Reifenschaden, der Sieg war so nicht drin. Ich werde aber das Gefühl nicht los, dass der Audi noch Reserven hatte.»

Hohenadels Vermutung basiert nicht zuletzt auf einer Attacke des Audi-Quartetts am Sonntagvormittag. Waren Audi, Mercedes und BMW bis dahin noch in einem engen Dreikampf verstrickt, fuhr der Audi dann innerhalb von drei Stints plötzlich einen Vorsprung von knapp drei Minuten heraus.

Was war da plötzlich los? «Wir haben unseren Audi so eingestellt, das wir am Sonntagmorgen ein gutes Auto hatten», erklärte Haase. «Dann war weniger Verkehr auf der Strecke und wir hatten auch einfach mehr Grip

René Rast: «Im Laufe des Rennens wurde unser Auto immer besser und besser. In der Startphase waren wir mit dem Auto gar nicht mal so zufrieden. Wir führen das darauf zurück, dass die Strecke schneller wurde und mehr Grip hatte. Das lag unserem Auto einfach besser. Wenn man den Unfall und die Strafe vom #20 BMW Z4 herausgerechnet und schaut wo er gelandet wäre, wäre es für uns ziemlich eng geworden. Wir hatten die BMW immer im Nacken und ich glaube der BMW hätte uns am Ende noch schlagen können, wenn sie keine Probleme gehabt hätten.»

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