Zwei Horrorstürze in drei Wochen: Krankenbesuch bei Imanuel Schramm
Das Becken vorne und hinten gebrochen und zusammengeschraubt, sechs Wochen mit dem Rollator: Gespannfahrer Imanuel Schramm hat es bei seinem Sturz auf der Grasbahn in Bad Hersfeld schlimm erwischt.
Imanuel Schramm aus Wellmutsweiler bei Tettnang und seine Beifahrerin Lene Laise aus Zweibrücken haben schmerzhafte und furchtbare Wochen hinter sich. Nach
«Die Schraube hinten im Becken bleibt wahrscheinlich dauerhaft drin, die Platte vorne kommt nach einem Jahr wieder raus», erklärte Schramm beim Hausbesuch von SPEEDWEEK.com. «Mein Tagesablauf schaut seit meiner Krankenhausentlassung so aus, dass ich liege, liege und liege. Sitzen kann ich noch nicht richtig, hin und wieder bewege ich mich an Krücken oder mit dem Rollator. Sechs Wochen lang darf ich das Becken nur mit 20 Kilogramm belasten, also quasi nicht. Am vergangenen Montag war ich bei meinem Orthopäden, jetzt beginnt es dann mit Physiotherapie.»
Wir sind erst mal froh, dass Lene den Unfall überlebt hat.immel schramm
«Immel» ist bewusst, dass er und Beifahrerin Lene bei den zwei Stürzen viel Glück hatten, weil sie mit Knochenbrüchen davonkamen. «Wir haben die Unfälle ganz genau analysiert», schilderte der
Schramm: «Knochenbrüche kann man zusammenflicken»
«Knochenbrüche sind nicht so schlimm, die kann man wieder zusammenflicken», hielt der Evergreen fest. «Und selbst wenn du den Arm verlierst, dann bekommst du eine Prothese. Aber einen Kopf kann man nicht mehr richten. Darüber haben wir uns auch unterhalten. Knochenbrüche sind harmlos, die jucken im Rennsport kaum jemanden. Natürlich ist es blöd und schmerzhaft. Was während einem Koma oder mit einem Gehirnschaden abgeht, das kann man sich aber nicht mal vorstellen – im Betroffenen, aber auch bei den anderen Beteiligten. Einen Schaden im Kopf kann man nicht reparieren.»
Wie immer nach solchen Unfällen muss auch Schramm sich Fragen gefallen lassen, weshalb er mit über 50 noch immer Rennen fährt – und das auch weiterhin tun will. Finanziell gibt es auf der Grasbahn nichts zu gewinnen, dass er seine sportlich besten Zeiten noch vor sich hat, wirkt auch weit hergeholt. «Ich ziehe meine Motivation daraus, dass ich eine neue Beifahrerin habe, die trotz ihres schweren Unfalls unbedingt weitermachen will und auch dafür kämpft. Im Gespann ist man zu zweit – jemanden zu finden, der nicht nur reinhockt, damit er dabei ist, sondern jemanden zu haben, der motiviert ist, ist schwierig. So etwas motiviert gewaltig.»
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