Imanuel Schramm mit Beckenbruch: «Hinten eine Monsterschraube reingedreht»
Innerhalb drei Wochen wurde das Gespann Imanuel Schramm/Lene Laise bei Grasbahnrennen unverschuldet in schlimme Unfälle verwickelt. Ein Bericht aus dem Krankenhaus von Bad Hersfeld.
Mit Schrecken erinnern wir uns an die Bilder aus Noordvolde vom 18. Juli: Das Duo Imanuel Schramm/Lene Laise konnte einem vor ihnen querstehenden Gespann nicht ausweichen, sie fuhren auf und ihr Motorrad überschlug sich über das Seitenwagenrad. Lene knallte mit dem Kopf auf die Bahn und war sofort bewusstlos, ein folgendes Gespann krachte in die Maschine von Schramm. Nach
Auf der Außenbahn abgeräumt
Dort geschah am 8. August das nächste Unglück: In der ersten Kurve kam es von innen nach außen zu einem Dominoeffekt, der damit endete, dass Schramm/Laise auf der Außenbahn abgeräumt wurden. Am Dienstag wurde Schramm im Krankenhaus von Bad Hersfeld operiert, «das Becken ist vorne und hinten gebrochen», schilderte der Schwabe im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Vorne habe ich jetzt einen Kaiserschnitt und mir wurde eine Platte mit vier Schrauben eingesetzt, hinten haben sie mir eine Monsterschraube reingedreht. Die Brüche waren knackig, haben mir die Ärzte gesagt. Das ist eine schwere und extrem schmerzhafte Verletzung, die Operation ging über zwei Stunden. Die Prognose ist, dass ich das linke Bein die nächsten sechs Wochen nur mit 20 Kilogramm belasten darf, weil das Becken links kaputt ist.»
Ein 100-Jähriger kommt besser daher.imanuel schramm
Schramm machte am Mittwoch, 12. August, bereits erste Gehversuche, dank der starken Medikation waren Schmerzen dabei kein Thema. Mit den OP-Narben, Blutergüssen, Schwellungen und Prellungen im Beckenbereich werden diese aber wieder kommen. Trotzdem wird der
Zuhause muss Schramm regelmäßig zur Wundkontrolle, im nächsten Schritt stehen Fäden ziehen, Röntgenaufnahmen und Physiotherapie an, damit er sich das Laufen wieder richtig aneignet. Nach zirka einem Jahr kann die Platte am vorderen Becken entfernt werden, während die Schraube hinten drinbleibt.
Lene Laise: Oberarmkopf gebrochen
Beifahrerin Lene, die rückblickend
Andere Fahrer stellen sich nach schweren Verletzungen die Frage, ob sie weitermachen möchten. Für Schramm, der die 50 bereits überschritten und mit drei Firmen beruflich viel am Laufen hat, ist der Fall klar. Mit einem Augenzwinkern sagte er: «Ich habe eine junge Beifahrerin, deshalb ist das indiskutabel, wir werden definitiv weiterfahren. Man muss auch mal an die Jugend denken. In drei Wochen haben wir vier Helme und einen Anzug gebraucht, das ist sportlich.»
Das EM-Finale in Berghaupten Ende August sowie das Heimrennen von Lene Anfang September in Zweibrücken kann das Duo abschreiben, das Sandbahnrennen in Pfarrkirchen im gleichen Monat wohl ebenfalls. Anfang Oktober steht das Speedwayrennen in Olching im Kalender – das klingt nach einem realistischen Comebacktermin.
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