24 Hours of Le Mans 2026: Vorschau auf die Hypercars Teil 2
Neben neun LMH fahren neun LMDh in der Hypercar-Klasse der 24 Hours of Le Mans um den Gesamtsieg. Mit Alpine, BMW, Cadillac und Genesis sind vier Marken vertreten. SPEEDWEEK.com gibt einen Überblick.
Mit 18 Hypercars an der Spitze des Feldes sind die 24 Hours of Le Mans in diesem Jahr ein ganz spezielles Rennen. In der Klasse treten neun LMH und neun LMDh an. Ein LMDh ist im Grunde einfacher in Bezug auf die Technik und baut auf einem (ursprünglich mal angedachten inzwischen aber verworfenen) LMP2-Chassis auf. Außerdem verfügt er über diverse Einheitsbauteile. Eines davon ist das Hybridsystem, das für zusätzliche Power auf der Hinterachse sorgt. Die LMDh sind somit (im Gegensatz zu den Hybrid-LMH) auch keine Allradler. Beide Fahrzeug-Unterklassen werden über die BoP (Balance of Performance) auf ein Rundenzeiten-Niveau gebracht. So zumindest die Theorie.
2026 nicht mehr in der Klasse mit dabei ist Porsche. Die Schwaben sind vor der Saison bekanntlich aus der WEC-Hypercar-Klasse ausgestiegen und mit dem 963 nur noch in der amerikanischen IMSA-Serie am Start. Ein deutsches LMDh-Modell gibt es aber trotzdem: Denn BMW bietet zwei M Hybrid V8 auf, die von Kevin Magnussen, Raffaele Marciello und Dries Vanthoor sowie von Robin Frijns, René Rast und Sheldon van der Linde gefahren werden. BMW ist bereits im vierten Jahr mit dem M Hybrid V8 unterwegs. Das Auto wird immer schneller und zählt sicherlich zu den Favoriten. Im Mai 2026 gelang in Spa-Francorchamps der erste Sieg in der FIA WEC. Das sorgt sicherlich für ordentlich Rückenwind für das Event in Le Mans. Man darf gespannt sein, ob BMW der erste Le Mans-Sieg seit 1999 (damals mit dem legendären BMW V12 LMR) gelingt.
Aufsteigende Tendenz zeigt mittlerweile auch Alpine. Die Franzosen kommen mit dem A424 immer besser zurecht. Leider steigt Alpine zum Saisonende 2026 aus der FIA WEC aus. Doch das hält nicht davon ab, in Le Mans nochmal ein gutes Ergebnis anzuvisieren. Nicht nur deswegen sollte Alpine dieses Jahr in Le Mans nicht unterschätzt werden. In den beiden A424 sitzen António Félix da Costa, Ferdinand Habsburg und Charles Milesi sowie Jules Gounon, Frédéric Makowiecki und Victor Martin. Eventuell ist (je nach Rennverlauf) Alpine ein Kandidat für das Podium.
Cadillac bringt 2026 drei V-Series.R nach Le Mans
Das größte LMDh-Aufgebot hat dieses Mal Cadillac. Die Amerikaner bringen 2026 drei V-Series.R nach Le Mans. Aus der FIA WEC bekannt ist das Cadillac Hertz Team Jota, das zwei V-Series.R für Norman Nato, Will Stevens und Louis Delétraz sowie für Earl Bamber, Sébastien Bourdais und Jack Aitken einsetzt. Delétraz ersetzt den verletzen Alex Lynn, der 2025 die Pole-Position in Le Mans holte. Spannend ist der zusätzliche Cadillac den Cadillac WTR (also Wayne Taylor Racing) an den Start bringt. Das Team ist sonst in der amerikanischen IMSA-Serie unterwegs, gab 2025 aber das Debüt in Le Mans. Als Piloten fungieren Jordan Taylor, Ricky Taylor und Filipe Albuquerque, wobei die beiden Erstgenannten die Söhne von Teamchef Wayne Taylor sind. Die Besatzung zählt sicherlich zu den Besten im diesjährigen Le Mans-Feld. Alle drei Piloten haben schon etliche Male die 24 Hours of Le Mans bestritten und sind somit bestens mit dem Rennen vertraut. Cadillac muss 2026 zu den ganz großen Favoriten auf den Le Mans-Sieg gezählt werden.
Das erste Mal in Le Mans unterwegs sein wird die Hyundai-Tochter Genesis, die zwei Genesis GMR-001-Hypercar an den Start bringt. Mit Luis Felipe Derani, André Lotterer und Mathys Jaubert sowie Paul-Loup Chatin, Mathieu Jaminet und Daniel Juncadella haben sich die Koreaner adäquate Piloten gesichert. Bei den ersten zwei Rennen der FIA WEC lag Genesis vom reinen Speed her eher im Mittel-/Hinterfeld der Klasse. In Spa-Francorchamps konnten aber bereits die ersten WM-Punkte eingefahren werden. Eine Zielankunft beim ersten 24-Stunden-Rennen mit dem GMR-001-Hypercar wäre für Genesis sicherlich ein großer Erfolg.
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