Jonathan Rea über Superbike-WM 2026: «Es ist nicht mehr wie früher»
Der Durchmarsch von Ducati und Werkspilot Nicolò Bulega in der Superbike-WM 2026 ist Gift für die Spannung und sorgt für Diskussionen. Rekordweltmeister und Honda-Edeltester Johnny Rea fühlt genauso.
Am 25. August 2025 erklärte Jonathan Rea seinen Rücktritt als Einsatzfahrer in der Superbike-WM zum Saisonende. Als Testfahrer der Honda Racing Corporation blieb der Nordire aber dennoch aktiv. Als Ersatz für den verletzten Jake Dixon (Honda) sahen wir den Rekordweltmeister außerdem bei den Meetings in Portimão und Assen sowie als Gaststarter in Donington Park.
An den übrigen Rennwochenenden war Rea ein stiller Beobachter der Meisterschaft, der er selbst über viele Jahre den Stempel aufdrückte. Mit sechs WM-Titeln und 119 Siegen ist der 39-Jährige der erfolgreichste Superbike-Pilot, doch heute sieht er eine veränderte Welt.
«Die Kämpfe sind einfach nicht mehr wie früher zwischen Toprak und Álvaro, Toprak und Bulega, von mir selbst gegen Toprak und Redding oder Chaz gegen mich oder gegen Aprilia», zitiert Crash-net den Nordiren. «Ducati hat wirklich gute Arbeit geleistet. Aber ist es die Aufgabe der Meisterschaft, für mehr Ausgewogenheit zu sorgen und eine Kategorie zu schaffen, die für alle Serienmotorräder fair ist? Oder liegt es in der Verantwortung der anderen Hersteller, nachzuziehen?»
Alle brauchen Hoffnung, um weitermachen zu wollen.Jonathan Rea
Aus seiner langjährigen Erfahrung mit Kawasaki und auch danach mit Yamaha kennt Rea die Problematik für die Hersteller. Einerseits setzt das Reglement engen Grenzen, um ein Motorrad leistungsstärker zu machen, andererseits können nur wenige Hersteller sündhaft teure Serienmotorräder wie die Ducati V4R erfolgreich am Markt platzieren.
«Der Markt für Sportmotorräder ist hart umkämpft, und als Großserienhersteller kann man nicht über Nacht ein Über-Superbike bauen», weiß der Familienvater. «Es wird eine große Herausforderung, die frühere Action zurückzuholen, oder auch nur Bimota, Honda, Yamaha oder BMW Hoffnung zu machen. Sie alle brauchen Hoffnung, um weitermachen zu wollen. Definitiv ist mehr Spannung erforderlich, aber ich will damit keinesfalls die Leistungen der Führenden schmälern, denn sie sind unglaublich: Jedes Jahr werden sie schneller. Das ist fantastisch, aber dem Spektakel fehlt etwas.»
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