Alexander Wurz über Toyotas WM-Gewinn: «Wenige Fehler»
Toyota steht vor dem Finale in Monza als Hersteller-Champion fest, den Fahrertitel machen sich die beiden Hypercarteams aus. Berater Alex Wurz erklärt, was der Kölner Mannschaft den Titel brachte.
Wurz sagt: «Es war nicht nur das Finish gut. Wir begannen in Imola stark, weil wir eine sehr gute Strategie hatten und diese auch optimal umsetzen konnten. Du musst an Rennwochenenden, an denen du nicht das stärkste Auto hast, das Bestmögliche herausholen. Das glückte uns in Fuji, wo wir von den Rundenzeiten her nicht die Schnellsten waren, aber beim Auto den besten Kompromiss fanden. Unser Plus war, dass wir kaum Fehler machten. Und wenn wir eine seltene Strafe bekamen, war dies am Rennanfang, so dass wir bei Safety Car-Einsätzen wieder den Anschluss fanden. Eine weitere Stärke ist unser Speed auf Longruns. Deshalb ist die Qualifikation nie einfach für uns, aber auf den Longruns sind wir mit den Reifen richtig gut.»
Die Fahrer hat Toyota für 2027 noch nicht bestätigt. «Unsere Planung ist aber extrem langfristig, wir legen Wert auf Konstanz und pflegen unsere Teamkultur», erklärt der 52-Jährige. Offen ist im Prinzip nur der Nachfolger von Mike Conway, der in Monza seine Karriere nach elf Saisonen im Team (mit zwei WM-Titeln und zwei Le-Mans-Siegen) beendet. Gerüchte wollen von einer Porsche-Leihgabe namens Kévin Estre wissen.
Der starke Auftritt von Ryo Hirakawa als Haas-Ersatzmann im Mexiko-GP überraschte Wurz nicht: «Ryo war schon öfters bei Tests mit früheren F1-Autos gleichauf mit Haas-Stammfahrern. Die Entscheidung von Haas für Camara 2027 ist deren Wahl. Aber Ryo war bis zuletzt im engsten Kandidatenkreis. Das sagt viel über seine Fähigkeiten.»
Wurz macht auf jeden Fall als Berater bei Toyota weiter, und zwar «für WEC und die F1-Tests unserer Fahrer bei Haas mit älteren Autos. Ich bin da bei jedem Test dabei. Das ist für mich ein guter Link zur F1.»
Und wie geht es mit der nächsten Generation weiter? «Charlie wird 2027 wieder die Super Formula und Super GT in Japan fahren, Oscar die japanische F Regional und SF Lights. Zum heurigen ersten Jahr der beiden Söhne in Fernost erklärt Wurz: «Den Umständen entsprechend bin ich zufrieden, resultatmäßig hätten wir mehr erhofft. Das Handicap von Charlie war ein Neulingsteam, das in einer ‚Ingenieursformel‘ immer Nachteile hat. Er machte aber mehr Punkte als der erfahrene Kamui Kobayashi in einem vergleichbaren Team. Toyota ist zufrieden mit ihm und hat den Junior-Vertrag verlängert.» Um im Winter in Form zu bleiben, wird Charlie Wurz die in Europa stattfindende Asian Le Mans-Serie (Auftakt nächstes Wochenende in le Castellet) bei APR in einem LMP2 bestreiten. Papa Alex meint: «Ich sehe für ihn eine Zukunft im Profisport, als Toyota Development Driver mit Ausblick auf einen Job hier. Wir werden sehen, welche Möglichkeiten sich ergeben.»
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach



