Zeittraining, Losail: Di Giannantonio mit Bestzeit – Martin mit Q2-Wunder
Im MotoGP-Zeittraining in Losail zeigten die Italiener auf: Di Giannantonio, Bezzecchi und Bagnaia fuhren auf 1, 3 und 4. Marc Marquez auf Platz 2. Martin schaffte es ins Q2 – nicht so Pedro Acosta.
Der Saison-Zweikampf zwischen Aprilia und Ducati findet auch in der Wüste von Katar eine Fortsetzung. WM-Favorit Marc Marquez (Ducati Lenovo) hatte das FP1 unter Tageslicht vor Marco Bezzecchi (Aprilia Racing) beendet. Beeindruckt hatte auch der WM-Zweite aus dem Aprilia-Lager. 13 Tage nach seinem Handgelenksbruch steuerte Jorge die RS-GP auf Platz 5. Dazwischen – Fabio Di Giannantonio und KTM-Youngster Acosta.
Klares Ziel des «Martinators» war es, im einstündigen Zeittraining unter die ersten Zehn zu fahren und sich damit eine realistische Chance auf WM-Punkte in den Rennen zu sichern. Gelingt es Martin, in Katar acht WM-Zähler einzufahren, bleibt die Weltmeisterschaft weiter offen.
Im Gegensatz zum FP1 fand das wichtige Zeittraining nun unter Flutlicht statt. Die Asphalttemperaturen waren nun rund 20 Grad geringer als zur Mittagszeit. Los ging es mit einem Statement des WM-Herausforderers. Jorge schob sich in der ersten Zeitenwelle erneut in die Top 5. Nur Teamkollege Bezzecchi, Marc Marquez, Di Giannantonio und Pecco Bagnaia waren schneller.
In der ersten Viertelstunde beeindruckte Marco Bezzecchi. Der Italiener war rundum der Schnellste und lag mit einer 1:51,764 min sieben Zehntel vor Marc Marquez auf Platz 3. Dazwischen, nur hundertstel schneller als «MM93», Pecco Bagnaia. Hinter dem Tabellenführer ging es weiter mit «Diggia», Acosta, Martin, Zarco (Honda) und Raul Fernandez (Trackhouse).
Respektabel schlug sich Honda-Ersatzfahrer Jake Dixon. Die Vertretung von Joan Mir kam schnell auf eine 1:54,4 min und war damit als 17. Zunächst besser unterwegs als Tech3-Pilot Maverick Vinales.
Noch vor der Hälfte der längsten Session des MotoGP-Wochenendes kam Bewegung ins Klassifikation. Japans MotoGP-Aushängeschild Ai Ogura schob sich hinter Bezzecchi auf Platz 2 und unterstrich damit die Aprilia-Konkurrenzfähigkeit. Zu diesem Zeitpunkt lagen damit alle Aprilia-Racer auf Q2-Kurs. Weiter ging es mit einem Nachschlag von Marco Bezzecchi. Der Pilot aus Rimini, jetzt mit einem weichen Hinterreifen unterwegs, verbesserte sich auf 1:51,1 min und lag damit fast eine Sekunde vor dem Feld.
Doch auch Ducati mit Fabio Di Giannantonio konnte mithalten. Mit 30 Minuten auf der Uhr übernahm die Fluo-VR46-Ducati die Führung. Marc Marquez rangierte mit einer Sekunde Rückstand auf Platz 4, jetzt aber vor Pecco Bagnaia. Acosta war auf 7, Martin auf Platz 8 abgefallen.
Schnell verdichteten sich die Top 10 weiter. Martin steigerte sich auf Platz 6, Fernandez gar auf Platz 3.
Ducati-Champion Marc Marquez war derweil in Schwierigkeiten. 26 Minuten vor der Flagge riss die Antriebskette der GP26 – Marquez verlor den Vortrieb und wichtige Minuten. Als die Nummer 93 wieder auf Kurs war, dauerte es zwei Runden, dann war Marquez die erste 1:50er-Zeit und damit Platz 1 gelungen. Besser noch aus Ducati-Sicht – Bagnaia folgte Sekunden später auf P2.
Zehn Minuten vor Schluss drehte sich das Blatt wieder zugunsten des Aprilia-Projekts. Marco Bezzecchi steuerte zu einer 1:50,694-min-Bestzeit und zog Kollege Martin auf Platz 5. Vor dem finalen Angriff nur auf Platz 13, dagegen KTM-Pilot Pedro Acosta. Auch Ai Ogura war weit zurückgefallen, Platz 15 mit zehn Minuten auf der Anzeige.
In den letzten fünf Minuten überschlugen sich die Ereignisse. Fabio Di Giannantonio gelang eine Traumrunde. 1:50,406 min – Platz 1 mit Rekordtempo. Enea Bastianini war ebenfalls auf Bestzeitkurs, kam dann auf Platz 5 über die Linie. Auch Marc Marquez hatte noch Reserven, der WM-Leader überholte Bezzecchi für Platz 2. Dazu sprangen Zarco und Ogura wieder in die Top-10. Nichts ging dagegen für den WM-Vierten Acosta – als 14. muss der KTM-Pilot ins Q1. Auf die Bestzeit fehlten 1,1 s. Nur Bastianini gelang als Sechster der Q2-Einzug. Doch die vielleicht größte Überraschung gelang Jorge Martin, der es mit gebrochenem Handgelenk auf Platz 7 schaffte. Das wichtige erste Etappenziel hat Aprilia erreicht.
Im Vergleich zum FP1 verbesserte sich Honda-Pilot Dixon um zwei Sekunden. Dennoch blieb dem Briten nur Rang 18. Superbike-Kollege Iker Lecuona beendete die Session direkt davor.
Bekanntlich nicht am Start sind alle vier Yamaha-Piloten. Das zweite Werk aus Japan hatte am Sonntag nach dem Malaysia-GP aufgrund des Nahost-Konflikts die Abwesenheit vom Katar-GP verkündet – und durchgezogen.
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