Alex Wurz exklusiv: Das sagt der Ex-GP-Star zu Ruanda, Saudi-Arabien & Co.
Der frühere GP-Pilot Alex Wurz ist nicht nur als TV-Experte und GPDA-Direktor mit der Formel 1 verbunden. Der Österreicher hilft auch, Rennstrecken-Projekte auf der ganzen Welt zu verwirklichen.
Als «Berater» von Toyota ist er an diesem Wochenende natürlich beim WEC-Finale in Monza. Zur Formel 1 hat er aber nicht nur als TV-Experte und Direktor der Fahrer-Vereinigung GPDA weiter enge Beziehungen. Mit seiner Firma hat er gemeinsam mit Vater Franz (wird bald 80!) eine Fülle von F1-bezogenen Projekten in Arbeit.
Im Gespräch mit «SPEEDWEEK.com» gibt Alex ein Update.
Ruanda: «Alles ist im Zeitplan. Wir arbeiten seit 2022 als Berater der Regierung daran. Wir legen Wert darauf, dass es eine Mehrfachnutzung für das Projekt gibt, von der die Einheimischen etwas haben. Das Konzept leuchtete der Formel 1 und der Regierung ein. Die Fertigstellung ist noch offen, es wird wohl zwischen 2030 und 2032 sein. Deshalb ist der kürzlich publizierte Zehnjahresvertrag auf die 2030er-Jahre ausgelegt. Die ersten Erdarbeiten werden Anfang 2027 beginnen. Einen GP soll es erst geben, wann alles rundherum fertig ist, Hotels, Freizeitanlagen, Wohnsiedlungen, Bildungseinrichtungen etc. Das ist alles 40 Kilometer südlich von Kigali. Der neue Flughafen dort wird als erstes fertiggestellt.»
Saudi-Arabien: «Die Baustelle in Qiddiya geht trotz der unsicheren Lage durch den Nahostkonflikt weiter. Einige europäische Bauaufseher wurden abberufen, an der Baustelle wird aber weiterhin gearbeitet. Die Saudis ziehen das neue Sport- und Entertainment-Zentrum 20 Minuten südlich von Riad durch. Wahrscheinlich wird es dort 2028 den ersten Grand Prix geben. Die Vergnügungsparks sind jetzt schon fertig und in Betrieb.»
Weitere spannende Formel-1-Projekte
Und weiters: «Albanien ist weiter aktuell, der Baubeginn ist aber offen. Die Genehmigungen liegen vor. Auch Dänemark läuft, ist aber in einer sehr frühen Phase. Die Strecke soll nahe der deutschen Grenze bei Flensburg gebaut werden. In Willow Springs (Kalifornien) sind wir jetzt bei der Renovierung in der Detailphase, Baubeginn 2027. Und wir haben noch zwei Projekte mit Bezug zur F1 in Aussicht, eines zumindest wirkt sehr seriös.»
Wie das alles bewältigt werden soll, erklärt Alex so: «Wir sind ein Team von knapp über 20 Menschen. Dazu kommen externe Experten für technische Details. Die Rennexpertise ist bei uns. In Summe würde ich sagen, wir beschäftigen 30 bis 40 Leute, multinational, aber mit Firmensitz in Wien. Wir sind froh, dass wir sehr viele Enthusiasten im Team haben.»
Nachsatz des mittlerweile 52-Jährigen: «Langweilig wird mir sicher nicht.»
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