1. Training Baku: Russell vorne, Verstappen P2, Schock für Kimi Antonelli
Erstes freie Training zum Aserbaidschan-GP auf dem Baku City Circuit: George Russell fährt Bestzeit vor Verstappen, Leclerc und Hamilton. WM-Leader Kimi Antonelli mit Hydraulik-Defekt am Mercedes.
Baku ist wie Monaco, nur schneller: Auf beiden tückischen Strassenkursen geht es darum, schrittweise Vertrauen aufzubauen, um dann seinen Speed in der Quali vom Samstag optimal umzusetzen.
Im ersten Baku-Training ist zudem die Bahn oft noch schmutzig und bietet wenig Haftung. Die Fahrer müssen bei ihrer Arbeit mit den Ingenieuren aufpassen, die Abstimmung nicht zu stark auf den Ist-Zustand der Bahn zu trimmen, denn deren Grip wird sich im Laufe des Wochenendes markant verbessern.
Die Teams loten im ersten Training zahlreiche Updates aus. McLaren mit optimierten Seitenkästen und noch schlankerer Motorverkleidung, dort auch andere Entlüftungs-Kiemen zu finden, neuem Diffuser (dem Ende des Unterbodens), modifizierter Verkleidung der Hinterradaufhängung, neuem Boden sowie Drehflügel am Heck.
Red Bull Racing mit geänderter Luftführung am Beginn der Seitenkästen (und neuen Entlüftungs-Kiemen), neuem Unterboden, anderen Rückspiegelstützen sowie Optimierungen am Schutzbügel Halo.
Williams hat dabei, was Teamchef James Vowles als «ein praktisch neues Auto» bezeichnet hat: Unterboden, Aufhängungen, Bremsbelüftungen, alles neu.
Aber noch mehr Neues hat Audi dabei, die Liste der Verbesserungen umfasst gleich 14 Punkte, darunter neuer Frontflügel, Fahrzeugnase, Aufhängungen vorne und hinten, Seitenkästen, Motorverkleidung, Unterboden, Heckflügel – noch extremer als bei Williams eine B-Version.
Sportchef Allan McNish: «Wir hatten seit Österreich nichts Grösseres dabei. Im ersten Training machen wir einen Vergleich – Gabriel Bortoleto mit dem neuen Paket, Nico Hülkenberg mit dem Bewährten. Im ersten Schritt finden wir heraus, ob die Daten von der Rennbahn den Daten aus dem Windkanal entsprechend. Darauf basierend werden wir entscheiden, wie wir mit dem Paket weitermachen.»
Die Racing Bulls mit einem neuen Frontflügel, dazu geänderter Vorderradaufhängung und Bremsbelüftung vorne, um diese Teile in aerodynamischen Einklang zu bringen mit dem neuen Frontflügel.
Cadillac mit verbesserter Belüftung der Vorderbremse, neu verkleideter Vorderradaufhängung und anderem Diffuser.
Ohne Neuheiten in Baku: Mercedes, Ferrari, Aston Martin, Haas, Alpine.
Zu Beginn des ersten freien Trainings auf dem Baku City Circuit sommerliche Bedingungen: 28,4 Grad Lufttemperatur, die Bahn bei 50 Grad, Lokalzeit 12.30 Uhr (Baku liegt zwei Stunden vor der mitteleuropäischen Sommerzeit).
Red Bull Racing-Rückkehrer Isack Hadjar meldete zu Beginn des Trainings, der Wagen ziehe beim Bremsen gefährlich zur Seite. Später berichtet RBR-Superstar Max Verstappen von einem ähnlichen Verhalten des Autos.
Auch McLaren-Pilot Oscar Piastri monierte die Bremsen: «Ich habe ganz üble Vibrationen, so schlimm war es noch nie.»
Die Autos zogen teilweise Staubfahnen hinter sich her, die Bahn wie erwähnt noch nicht saubergefahren.
Verstappen setzte sich vor Leclerc an die Spitze, dann Hadjar, Piastri, Hamilton und Norris.
Aufregung nach rund 15 Minuten bei Williams: Carlos Sainz brachte den Wagen mit brennender linker Hinterradbremse an die Box zurück.
Auch Hadjar hatte frische Sorgen: «Die Antriebseinheit fühlt sich kaputt an, da stimmt einfach etwas nicht.» Sein Auto verschwand für eine Weile in der Box.
Stand nach einer Viertelstunde: Antonelli, Hamilton, Verstappen, Russell, Leclerc und Piastri, Audi-Fahrer Hülkenberg auf P10.
Dann aber Schock für WM-Leader Kimi Antonelli: Er musste seinen rauchenden Mercedes abstellen, Hydraulikdruck zusammengeklappt.
Kurz darauf die ersten Fahrer mit weichen Reifen auf ersten wirklich flotten Runden, George Russell versemmelte die gleich mal und fuhr in einer Bremszone geradeaus, das Gleiche passierte Max Verstappen am Ende der Start/Ziel-Geraden.
McLaren bat Oscar Piastri an die Box: «Wir haben am anderen Auto (von Lando Norris, M.B.) eine Beschädigung entdeckt und wollen nachschauen, ob die bei dir auch vorhanden ist.»
Stand nach 40 Minuten: Russell, Verstappen, Antonelli, Hamilton, Leclerc, Hülkenberg, Piastri.
Weitere Verbremser von Max Verstappen und Charles Leclerc, während Piastri erneut zur Fahrzeugkontrolle in die Box gebeten wurde. Offenbar wurde da was gefunden, vorzeitiger Feierabend für den Australier.
Ferrari-Ass Charles Leclerc – vier Baku-Pole Positions! – rückte auf P3 hoch, der Monegasse aber noch auf den mittelharten Pirelli-Reifen.
Audi-F1-Projektleiter Mattia Binotto bestätigte: Nico Hülkenberg wird im zweiten Training auch die neuen Teile erhalten. Ganz zum Schluss musste Hülki aber den Audi zur Seite stellen – Getriebeschaden.
Zwischenbilanz nach dem ersten Training: Mercedes stark wie gewohnt, aber kugelsicher ist das Auto nicht. Red Bull Racing scheint flott dabei zu sein. Ferrari noch nicht mit weichen Reifen, von den Italienern kommt da noch mehr.
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