Dall’Igna zu Ducati-Niederlage in Spielberg: «Insgesamt glanzlose Leistung»
Gigi Dall’Igna analysierte das für Ducati enttäuschende MotoGP-Event in Spielberg. «Auf einer Strecke, auf der alle erwartet hatten, dass wir die Hauptakteure sind.» Anerkennende Worte für Acosta.
Der Red Bull Ring zählt zu den Parade-Strecken von Ducati. Seit der Rückkehr der MotoGP-WM nach Spielberg im Jahr 2016 hat der italienische Hersteller dort zehn Grands Prix gewonnen (Aufgrund der COVID-19-Pandemie fanden in Spielberg 2020 und 2021 jeweils zwei Rennwochenenden statt). Neben Ducati konnte auf der österreichischen Strecke nur KTM GP-Siege einfahren. Der letzte Triumph gelang den Mattighofenern am vergangenen Wochenende, als Pedro Acosta seinen ersten MotoGP-Sieg einfuhr.
Zweite Kraft hinter KTM war Aprilia. Jorge Martin, Marco Bezzecchi und Ai Ogura belegten im Grand Prix am Sonntag die Ränge 2 bis 4. Auf Platz 5: Marc Marquez. Der MotoGP-Champion war der beste Ducati-Pilot. Die Kräfteverhältnisse hatten sich verschoben, die Roten waren dieses Jahr nicht mehr der Massstab.
Dall'Igna gratulierte Acosta und KTM
«Diese Meisterschaft erweist sich als absolut unvorhersehbar: eine spannende Saison, in der praktisch alles – oder fast nichts – als selbstverständlich angesehen werden kann», analysierte Ducati-Corse-CEO Gigi Dall’Igna auf seinem LinkedIn-Account. «Jeder GP entfaltet sich wie ein eigenständiges Kapitel, das oft der Erzählung des vorherigen Rennens widerspricht und eine großartige Geschichte erzählt, die sich wahrscheinlich bis zum Schluss als echter Krimi entpuppen wird. Auf einer Strecke, auf der alle erwartet hatten, dass wir die Hauptakteure sein würden, hatten wir zweifellos zu kämpfen, und das war für alle deutlich zu sehen. Herzlichen Glückwunsch an unsere Gegner zu einem lang ersehnten und absolut verdienten Sieg. Aus sportlicher Sicht ist es unmöglich, von diesem Moment und dem Kontext, in dem sie ihn erreicht haben, emotional unberührt zu bleiben.»
Marc Marquez holte in Spielberg die Ränge 2 und 5. In der WM-Tabelle liegt er nun 12 Punkte hinter Jorge Martin. «Marc hat wie immer eine solide Leistung gezeigt, obwohl er mit technischen Problemen zu kämpfen hatte, die sein Rennen beeinträchtigten», meinte Dall’Igna. «Nach den Trainingsläufen am Samstagvormittag hatten wir ehrlich gesagt geglaubt, mehr erreichen zu können. Doch ab dem Sprintrennen wurde deutlich, dass es eine schwierige Aufgabe werden würde, auch wenn wir uns dort noch den zweiten Platz sichern konnten. Tatsächlich entglitt uns am Sonntag sogar der Podestplatz aufgrund eines Problems zu Beginn des Rennens, das dazu führte, dass Marc von der Strecke abkam, ans Ende des Feldes zurückfiel und zu einer unerwarteten Aufholjagd gezwungen war. Das war wirklich schade, da sein Speed mit dem der Besten mithalten konnte. Am Ende reichte es für einen fünften Platz, bei einer insgesamt glanzlosen Leistung aller unserer Bikes – und das auf einer Strecke, auf der wir bisher immer dominiert hatten. In dieser Meisterschaft ist es entscheidend, Durchhaltevermögen zu zeigen und die Konzentration zu bewahren, niemals aufzugeben, auch wenn man weit vom Podium entfernt ist, um wertvolle Punkte zu sichern, die angesichts der Umstände, unter denen sie erzielt werden, so wichtig sind.»
Lob für Pecco Bagnaia
Pecco Bagnaia fand in Spielberg wieder ein besseres Gefühl für seine Desmosedici. Er beendete den MotoGP-Sprint auf Platz 6, im Grand Prix erzielte er Rang 7. «Pecco belegte den siebten Platz: ein gutes Ergebnis, das von Durchhaltevermögen und Stolz zeugt», lobte Dall’Igna den Italiener. «Er hat das ganze Wochenende über gute Arbeit geleistet und damit im Vergleich zu den letzten Rennen eine Wende eingeleitet. Schließlich sprechen wir hier von einem Weltmeister, der mehr verdient hätte. Aber das Wichtigste war, einen ersten Schritt zu machen, und ich bin überzeugt, dass in den kommenden Rennen weitere folgen werden.»
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