Fernando Alonso/Aston Martin: «So killen wir die klassischen Rennstrecken»
Der spanische Aston Martin-Star Fernando Alonso (45) legt nach punkto Kritik gegen das Verhalten der 2026er Rennwagen: «Auf diese Weise killen wir die ganzen klassischen Rennstrecken.»
Kritik von Fernando Alonso an der jüngsten Rennwagen-Generation der Formel 1 ist nicht neu. Schon Ende Juli sprach Aston Martin-Superstar Fernando Alonso wie ein Fahrer, der intensiv an Rücktritt denkt. «Ich fühle mich frisch und motiviert und schnell. Aber ich muss auch Freude an der Arbeit haben, und – ganz ehrlich – das Fahren in Silverstone und Spa hat keinen Spass gemacht.»
«Wir sollten doch unseren Sport immer besser machen, aber für mich am Lenkrad und auch für viele Zuschauer ist das eine Formel 1, die nicht erfreulich ist. Ich spürte zuletzt nicht das gleiche Adrenalin am Steuer wie früher.»
Am Madring hat der Formel-1-Champion von 2005 und 2006 die Weltmeisterschaft als «Batterie-WM» verspottet. «Es liegt in der Natur dieser Antriebseinheiten, dass du die Batterie in schnellen Kurven oder am Ende der Geraden aufladen musst, weil es dann am effizientesten geht. Aber das sind genau die Stellen, die einem Racer doch Spass machen oder wo ein guter Fahrer den Unterschied ausmacht. Das ist wider die Natur des Racers oder wider dem Instinkt, die Grenzen seines Autos auszuloten.»
Nach dem Qualifying auf der neuen Formel-1-Rennstrecke Madring ist der 45-jährige Asturier ernüchtert: «Es ist traurig, dass du zu einer neuen, aufregenden Rennbahn kommst, mit wirklich herausfordernden Kurven wie der Monumental – und dann ist mit diesen Autos der Beitrag des Piloten bei null.»
«Unser Mediendelegierte könnte die Monumental fahren. Aber das ist nicht der Motorsport, den ich will. Ich will eine Formel 1, in welcher Fähigkeiten und Mut belohnt werden. Jetzt hängt mein Speed nur davon ab, wie viel Saft in der Batterie ist.»
«Es kann doch nicht sein, dass Irgendeiner in einer Mutpassage wie hier in den Kurven 10 bis 12 schneller ist als Max Verstappen, nur weil er mehr Batterieleistung hat. In solch einer Passage muss doch der überdurchschnittliche Fahrer den Unterschied machen können. Aber wir können das derzeit nicht.»
In Baku hat der 32-fache GP-Sieger nachgelegt: «Es gibt keine andere Rennsportkategorie auf der Welt, in welcher du in gewissen Passagen langsamer machen musst, um am Ende der Runde schneller zu sein.»
«Wir fahren auf grandiosen Rennstrecken, wie etwa Silverstone. Aber dort macht es mit diesen Autos keinen Spass mehr. Spa? Ein Klassiker. Nun ist es fast peinlich, durch Eau Rouge zu fahren. Die 130R von Suzka? Gleich Geschichte. So killen wir die ganzen klassischen Rennstrecken.»
«Wir Fahrer haben unsere Fähigkeiten über Jahre verfeinert. Dann kommst du in die Formel 1 und musst komplett anders fahren. Das gibt es nur mit diesen Rennwagen.»
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