Pierre Gasly zu Online-Hass gegen Familie: «Für unseren Sport beunruhigend»
Bei den Alpine-Teamkollegen Pierre Gasly und Franco Colapinto wurde es in Madrid hitzig am Funk. Im Internet wurden Gaslys Familie und Partnerin wüst beschimpft. Der Franzose bezog in Baku Stellung.
Vor dem Aserbaidschan-GP in Baku am Wochenende wurden im Umfeld des Alpine-Teams noch ein paar Altlasten aus dem Spanien-GP vor zwei Wochen diskutiert. Pierre Gasly und sein Umfeld mussten nämlich übelste Beschimpfungen im Internet über sich ergehen. Der Franzose fand dafür klare Worte.
Was war passiert? Gegen Ende des Spanien-Rennens hatte Franco Colapinto seinen Teamkollegen Pierre Gasly eingeholt, der bis dahin das komplette Rennen auf demselben Satz harter Reifen durchgezogen hatte und entsprechend langsam war. Außerdem klar: Pierre Gasly musste noch seinen Pflichtboxenstopp absolvieren. Formel-1-Fahrer sind verpflichtet, mindestens zwei verschiedene Reifenkomponenten in einem Rennen zu fahren. Ausgenommen davon sind nur Regenrennen. Madrid war knochentrocken. Entsprechend musste Gasly noch an die Box.
Der langsame Gasly bremste allein durch Anwesenheit seinen Teamkollegen Franco Colapinto aus, da der Madring kaum Platz zum Überholen oder Ausweichen ließ. Colapinto beschwerte sich lautstark am Funk, Gasly solle ihn durchlassen. Dann bog Gasly zum Boxenstopp ab. Colapinto wurde Siebter, konnte sich also erfolgreich gegen Oscar Piastri (8.) verteidigen, Gasly wurde 12.
Beschimpfungen und Bedrohungen gegen die Familie
In seiner Medienrunde vor dem Aserbaidschan-GP sagte Gasly: «Wir haben das teamintern diskutiert. Es gab keinen Aufruf, die Position zu tauschen. Im Team ist alles klar.» Für die Fangemeinde von Colapinto schien die Sache jedoch alles andere als klar zu sein. Gasly selbst und seine Familie und Partnerin wurden daraufhin im Internet wüst beschimpft und bedroht, wie Gasly verriet.
Gasly: Beunruhigend und unangemessen
Der Franzose sagte in Baku dazu: «Ich persönlich finde das für unseren Sport beunruhigend. Ich bin ein Spitzensportler, also weiß ich, dass ich im Rampenlicht stehe. Das war schon immer so. Aber in diesem Ausmaß an Drohungen und Angriffen finde ich es völlig unangemessen, besonders wenn es Familienmitglieder, meine Freundin und so weiter betrifft. Ich finde, das sollte nicht so sein.» Gaslys Mutter und Partnerin wurden im Internet bedroht.
Der Franzose: «Ich belasse es dabei, aber früher war das nicht so, und ich denke, als Sportart müssen wir einfach einen Weg finden, das Umfeld gesünder zu gestalten, denn man steht im Rampenlicht, man weiß, dass man angegriffen wird, man kann gemocht werden, man kann unbeliebt sein – das ist völlig in Ordnung. Aber es gibt eine gewisse Grenze, die nicht überschritten werden sollte, nur weil man hinter einem Bildschirm und einer Tastatur sitzt. Und diese Grenzen werden ein bisschen zu oft überschritten.»
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