3. Training Baku: Verstappen vor Russell & Hamilton, Antonelli auf P4
Drittes freies Training zum Aserbaidschan-GP in Baku: Max Verstappen mit Bestzeit, vor Russell im Mercedes. Ferrari kann nur mit Hamilton mithalten, Applaus für Pierre Gasly mit Alpine, P6.
Es ist alles ein wenig anders an diesem GP-Wochenende in Baku: Der Freitag ist wie sonst der Sonntag. Daher – letzte Möglichkeit für die 22 Formel-1-Piloten, die Abstimmung ihrer Autos zu verfeinern, bevor es dann am 25. September um (unserer Zeit) 14.00 ins Abschlusstraining geht.
Bei 25 Grad Lufttemperatur (die Rennstrecke bei 43 Grad) begann das dritte Training, also bei kühleren Bedingungen als am ersten Trainingstag und bei auffrischendem Wind, was viele Blätter auf die Bahn geweht hatte.
Vor Kurve 7 wurde in der Nacht zum Quali-Tag nochmals frisch asphaltiert, weil im Laufe des ersten Trainingstags dort der erneuerte Belag aufgebrochen war.
In den ersten zehn Minuten kaum Betrieb auf der Bahn, nach dem Motto: Sollen doch die Anderen die Bahn sauberfahren.
Nach einer Viertelstunde endlich auch die Spitzenfahrer an der Arbeit, aber Weltmeister Lando Norris wurde gleiche wieder an die McLaren-Box gebeten: «Wir müssen etwas prüfen, bitte vermeide hohes Tempo.»
Baku-Spezialist Charles Leclerc (vier Mal auf Pole!) wurde bei einem Versuch auf weichen Reifen eingebremst – das werden wir in der Quali noch ein paar Mal erleben. Der Monegasse musste einen neuen Anlauf nehmen.
Nach 20 Minuten beide Ferrari vorne, Leclerc sechs Zehntel schneller als Hamilton. Ferrari auf weichen Pirelli, Antonelli und Russell mit ihren Mercedes dahinter, sie allerdings auf der mittelharten Reifenmischung. Nico Hülkenberg im Audi auf P7.
Lewis Hamilton rückte daraufhin auf P1, vor Max Verstappen (auf mittelhartem Gummi), Leclerc biss sich an der Zeit von Hamilton die Zähne aus.
Max Verstappen am Funk: «Das fühlt sich fast taub an in der letzten Kurve, und mit dem stärkeren Wind ist das alles sehr tückisch.»
Nach einer halben Stunde übernahm WM-Leader Kimi Antonelli das Kommando, 47 Tausendstel vor Hamilton, doch Kimi mit mittelharten Reifen.
Der Kanadier Lance Stroll musste zur gleichen Zeit seinen Aston Martin-Honda zur Seite stellen, er hatte in der ersten Kurve links an der Mauer angeschlagen.
McLaren suchte noch immer nach der bestmöglichen Abstimmung: Champion Norris auf P6, Piastri (Baku-Sieger 2024) auf P7. Der Australier am Funk: «Ich habe kaum Vertrauen ins Auto, es ist unvorhersehbar, wie sich der Wagen verhält.»
Max Verstappen versemmelte Kurve 15, konnte den Red Bull Racing-Rennwagen aber in der Auslaufzone abfangen. Der Niederländer am Funk: «Wenn der Wagen mal nicht wie ein Känguru hüpfen würde, wäre das wirklich nett.»
Lewis Hamilton blockierte in der ersten Kurve ein Rad, Runde im Eimer. Dann der siebenfache Champion in der dritten Kurve neben der Bahn, Auto zum Glück nicht beschädigt. Die Fahrer zogen langsam Tempo an.
George Russell (in den ersten beiden Trainings Schnellster) rückte nach 35 Minuten auf den ersten Platz, vor Leclerc, Antonelli, Hamilton und Verstappen.
Der bislang so starke Engländer Russell dann erstmals auf weichen Walzen (so wie auch Antonelli), ebenso Verstappen, nun wurde es ernst.
Einen ersten Versuch musste Russell abbrechen – virtuelle Safety Car-Phase, weil wieder einer der schnellen Herren eine Bremszone verpatzt hatte.
Dann Russell eine halbe Sekunde schneller als zuvor, Bestzeit verfestigt. Kimi Antonelli konnte da nicht mithalten, rückte aber vor Leclerc auf P2.
Keine optimale Runde zunächst von Max Verstappen – nur Fünftbester, hinter den beiden Mercedes und den beiden Ferrari, fast eine Sekunde langsamer als Russell. Kimi Antonelli rückte bis auf eine Viertelsekunde an Leader Russell heran. Dann ein Lebenszeichen von McLaren, Piastri hoch auf P5.
Max Verstappen versuchte es nochmals – mit Erfolg: Platz 2 hinter Russell, Rückstand auf 141 Tausendstel reduziert. Dann aber, scheinbar aus dem Nichts, mit Bestzeit!
Das macht richtig Laune fürs Abschlusstraining.
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