Fred Vasseur (Ferrari) vor Aserbaidschan-GP: «In Baku weiß man nie!»
Wie steht Ferrari nach den ersten Trainings in Baku da? Und was sind die größten Baustellen? Scuderia-Teamchef Fred Vasseur erklärt zudem, was der Plan für den F1-Grand-Prix am Samstag (!) ist.
Nach den ersten beiden Trainings vor dem Aserbaidschan-GP waren die meisten in der Formel 1 ähnlich schlau wie vorher. Die Sessions waren zu stark fragmentiert, um schon ein verlässliches Fazit zu ziehen. Im FP1 am Donnerstagvormittag war geprägt von technischen Problemen. Viele Fahrer verbrachten viel Zeit in der Garage (u.a. McLaren und Mercedes-Pilot Kimi Antonelli mit einem Hydraulikschaden). Das FP2 war nicht sonderlich viel aussagekräftiger: Ein Unfall von Arvid Lindblad unterbrach das Training. Dazu haben die meisten Teams neue Upgrades, insofern ist viel noch in der Abstimmung.
Der erste Eindruck: Mercedes hat die Nase vorn, Max Verstappen von Red Bull Racing ist Verfolger. Dahinter Ferrari. McLaren weiter hinten – allerdings brachten die auch die womöglich schnellste Runde nicht ins Ziel.
Vasseur: Große Schwankungen
Ferrari-Teamchef Fred Vasseur sagte nach dem ersten Trainingstag: «Es war seltsam, dass wir so große Schwankungen hatten. Am Vormittag lief es ganz gut.» Da wurde Charles Leclerc Dritter, Lewis Hamilton Vierter. «Am Nachmittag hatten wir von einer Runde zur nächsten große Schwankungen.» Leclerc am Ende Vierter, Hamilton Fünfter.
Ferrari muss noch an der Balance arbeiten
Vasseur: «Ich glaube, es ist ziemlich schwierig, die richtige Position zu finden, den richtigen Windschatten. Aber auch mit den Reifen hatten wir ein wenig zu kämpfen, ich glaube, die anderen auch. Es ist eine Herausforderung, dass auch die Leistungsparameter größere Sprünge machen als auf einer normalen Strecke.» Dazu kämen die Finessen der neuen Motoren mit der Energiefreisetzung aus der Batterie. Vasseur: «Wir sind mit der Balance nicht sehr zufrieden. Wir haben für noch viel Arbeit vor uns.»
Zum Kräfteverhältnis wollte Vasseur am Donnerstag noch nichts sagen. Der Franzose scherzte: «Ich werde langsam zu alt, um zu viel Wert auf den Freitag zu legen. Und wenn der Freitag nutzlos ist, stellt euch dann mal vor, wie es mit dem Donnerstag ist.» In Aserbaidschan findet das gesamte Rennwochenende einen Tag früher statt als üblich (wegen eines Feiertags am Sonntag). Entsprechend ist der Trainings-Freitag diesmal ausnahmsweise ein Trainings-Donnerstag.
Baku ist immer für eine Überraschung gut
Was wird für den GP (am Samstag!) die Strategie der Wahl? Vasseur: «In Baku weiß man nie. Es kann immer eine große Überraschung geben.» Auf der Strecke sind die Wände immer nah, die Safety-Car-Wahrscheinlichkeit liegt bei 60 Prozent, also über der Hälfte.
Vasseur: «Ich erinnere mich an das erste Jahr, als wir in Baku alle mit einem riesigen Chaos gerechnet hatten und dann gar nichts passierte. Im zweiten Jahr war es genau umgekehrt. Was die Strategie angeht: Wenn nichts passiert, wäre es sicher ein Stopp, denn Überholen ist nicht so einfach.»
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