Flott trotz Hydraulik-Aus: Kommt in Baku die nächste Kimi-Antonelli-Show?
Kimi Antonelli verlor am Donnerstag mit Hydraulikproblemen gut die Hälfte der Trainingszeit. Der Italiener war im FP2 auf Anhieb schnell. Sind die dominanten Zeiten aussagekräftig?
Mercedes-Pilot Kimi Antonelli verpasste weite Teile des ersten Trainingstags in Baku mit Hydraulikproblemen. Trotzdem wurde der WM-Leader im FP2 Zweiter, nur drei Zehntelsekunden hinter seinem Teamkollegen George Russell. Beide Silberpfeile ließen die Konkurrenz hinter sich. Sehen wir am Samstag (Achtung, einen Tag früher als gewohnt!) im Grand Prix die nächste Kimi-Antonelli-Show?
Antonelli schob mit an
Im ersten Training musste Antonelli etwa zur Halbzeit mit einem Problem im Notausgang abstellen. Der 20-jährige sprang spontan als Streckenposten ein, half tatkräftig dabei, sein Auto von der Strecke zu schieben. Eile war geboten – denn damit hatte Antonelli die erste Hälfte des FP1 verpasst – und die Reparaturarbeiten würden andauern.
Die Diagnose: Hydraulikprobleme. Mercedes tauschte vorsichtshalber den Motor, setzte eine andere Antriebseinheit aus dem Pool ein und wird den FP1-Motor überprüfen und aller Wahrscheinlichkeit erneut einsetzen können. Somit dürfte Antonelli keine weitere Motorenstrafe bevorstehen (er hatte zuletzt in Monza eine kassiert).
Antonellis Crew arbeitete flink am Auto, etwa zur Halbzeit des FP2 war der Italiener wieder auf der Strecke. Aber natürlich fehlte ihm im Vergleich zur Konkurrenz einiges an Zeit auf der Piste und einiges an gefahrenen Runden.
Antonellis Fazit am Donnerstagabend entsprechend: «Ein beeinträchtigter Tag, denn aufgrund der Probleme, die wir hatten, haben wir im ersten Training viele Runden und die Hälfte des zweiten Trainings verloren. Das ist natürlich nie ideal. Aber insgesamt habe ich mich bei den Runden, die ich gefahren bin, im Auto ganz gut gefühlt, auch wenn natürlich noch viel Arbeit vor uns liegt.»
Ursache noch unklar
Zu den Hydraulikproblemen laufen noch Untersuchungen, wie Antonelli verriet: «Wir versuchen immer noch herauszufinden, was die Ursache war. Es kam etwas unerwartet. Aber ich bin mir sicher, dass das Team sein Bestes tut, um die Ursache zu ermitteln, und jetzt müssen wir natürlich aus Sicherheitsgründen die Power Unit austauschen, und dann sollte es morgen klappen.»
Mercedes-Chefetage: Nicht repräsentativ!
Bei Mercedes hält man sich aber trotz der überzeugenden Ergebnisse betont bedeckt. Dabei lag George Russell acht Zehntelsekunden vor Max Verstappen (Red Bull Racing). Bradley Lord, der am Baku-Wochenende den abwesenden Teamchef Toto Wolff vertritt: «Das sind keine repräsentativen Abstände. Da sollte man nicht zu viel reinlesen. Wir sind mehr gezeitete Runden auf den weichen Reifen gefahren. Die Rundenzeiten haben sich immer weiter verbessert und wir sind eine Runde mehr als anderen gefahren, also haben vermutlich mehr aus den Reifen und der Strecke rausgeholt als die anderen.»
Zur Reparatur am Antonelli-Auto sagte Lord: «Ihm fehlt natürlich ein bisschen Zeit auf der Strecke. Aber auch ein Mega-Job von den Mechanikern. Das Auto kam eine Viertelstunde nach dem Training zurück und sie waren schon zur roten Flagge wieder bereit, rauszufahren. Wir haben also so viel wie möglich aus der Session rausgeholt.»
Und wie viel die Trainingszeiten wirklich wert sind, wird sich am Freitag im Qualifying dann zeigen. Wir tickern ab 13.30 Uhr live. Das Qualifying selbst beginnt um 14 Uhr.
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