Luca Marini steckte im Desaster – und applaudierte Ersatz-Kollege Nakagami
Vor dem wichtigen Heimrennen seines Arbeitgebers Honda erlebte MotoGP-Werkspilot Luca Marini eine sportliche Schlappe. Dass er sich hinter Ersatzmann Nakagami anstellen musste, war keine Schande.
Bei seinem persönlichen Heim-Event nur eine Woche vor dem Österreich-GP hatte sich der offizielle Honda-HRC-Castrol-Pilot Luca Marini als bester Vertreter auf Platz 9 solide verkauft. Entsprechend ging es mit hohen Erwartungen in die Steiermark. Dort traf Marinini nicht mehr auf Teamkollege Joan Mir – sondern auf den einstigen LCR-Stammfahrer und jetzigen Testfahrer Taka Nakagami. Der Japaner sollte sich im Verlauf des Events als Messlatte erweisen.
Nach positivem Start – Marini schrammte nur um Tausendstel am direkten Q2-Einzug vorbei und war mit 0,4 Sekunden Rückstand auf die Spitze noch im Rennen um Top-Resultat – kippte die Veranstaltung und wurde mit jeder weiteren Runde zum Frustfahren.
Im Qualifying holte der Honda-Pilot Platz 15, während Veteran Johann als Zehnter nun wieder das Kommando bei den Honda-Fahrern hatte. In den Rennen konnte Marini dann auch keine Impulse setzen. Im Sprint unauffälliger, noch vor Nakagami, ging der zukünftige KTM-Tech3-Pilot im Großen Preis von Österreich unter. 22 Sekunden hinter dem
Was für den Italiener keine Schmach war. Marini: «Taka fährt pausenlos, zuletzt auch mit der 1000er. Er ist in blendender körperlicher und mentaler Verfassung – und wir wissen, dass er generell ein sehr guter Fahrer und exzellenter Tester ist. Er hat bewiesen, dass er auch bereit für GP-Events ist. Sein Auftritt war stark. Keine Stürze, keine Punkte, er hat einen sehr guten Job gemacht und sich gut auf Motegi vorbereitet.»
Alles probiert für zwei WM-Punkte
Von sich selbst hatte Luca Marini allerdings nichts Gutes zu berichten. «Es ging gut – als der Grip auf der Piste noch gering war. Doch als die Haftung zunahm, fanden die anderen Speed und für mich blieb es nichts anderes als ein Desaster. Ehrlich – wir haben alles probiert, das Motorrad deutlich umgebaut, haben es umgebaut, kürzer und höher gemacht, versucht, mehr Grip am Hinterrad zu erzeugen – ohne Erfolg.»
Zu den Problemen mit der Abstimmung kamen zuletzt auch zähe Manöver im GP-Rennen. Marini ächzte nach der Fahrt auf Rang 14: «Es war eine schlimme erste Runde mit viel Unruhe, auch weil ich nicht gut gestartet war. Erst als ich mich wieder voll aufs eigentliche Fahren konzentriert habe und mir den Reifen hinten gut eingeteilt habe, lief es.»
Mit Blick auf die WM-Tabelle hatte der ernüchternde Auftritt vor dem Start ins Honda-Land nur wenig Konsequenzen. Luca Marini rangiert als bester RC213V-Pilot weiter auf Platz 11. Doch KTM-Tech3-Pilot rückte zuletzt bis auf vier Zähler heran.
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