Adrian Newey/Aston Martin über Honda: «Japaner von sich selber enttäuscht»
Der Engländer Adrian Newey, erfolgreichster Formel-1-Designer der Neuzeit, spricht über das ernüchternde Jahr bei Aston Martin mit Honda: «Ich glaube, die Japaner sind von sich selber enttäuscht.»
Diese Zahlen sind einzigartig: Rennwagen aus der Feder von Formel-1-Designer Adrian Newey haben 26 WM-Titel gewonnen (14 Mal die Fahrer-WM, 12 Mal die Konstrukteurs-WM) und 223 Grands Prix.
Als Newey Red Bull Racing verliess und bei Aston Martin andockte, glaubten die meisten Formel-1-Insider: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Grünen vorne mitgeigen. Zumal für 2026 Honda als Exklusiv-Partner gewonnen werden konnte.
Und nun das: Aston Martin-Honda steht in der Formel-1-WM 2026 auf dem zweitletzten Rang, nur Neuling Cadillac ist noch schlechter, bei 17 Grands Prix und 6 Sprints konnte der Rennstall aus Silverstone kümmerliche sieben WM-Punkte zusammenkratzen.
Adrian Newey sagt am Circuit of the Americas in Texas: «Ich denke, es ist fair zu sagen, dass Honda wahrscheinlich von sicher selber enttäuscht darüber ist, welche Fortschritte sie in diesem Jahr gemacht haben.»
«Aber wie so oft in dieser Situation stärken die Widrigkeiten nur den Willen, das in Zukunft besser zu machen. Die Honda-Leute sind sehr entschlossen. Aber Dinge ändern sich in der Formel 1 halt nicht über Nacht. Honda hat jetzt viele gute Leute an Bord, die Abläufe wurden optimiert.»
Wo steht Honda aber wirklich? Der 67-jährige Brite sagt weiter: «Im Moment liegt Honda hinter dem Stand zurückliegt, an dem sie ihre Reise mit Red Bull 2019 begannen. Damals waren sie aber schon vier Jahre zurück in der Königsklasse.»
«Honda ist ein grossartiges Unternehmen. Ich habe volles Vertrauen, dass sie nun schnell vorankommen und die Probleme dieser speziellen PU-Vorschriften besser verstehen werden.»
Der Rückstand von Honda gemessen an den anderen Antriebseinheiten ist offensichtlich, aber Newey bemüht sich, nicht mit dem Finger auf die Japaner zu zeigen. «Was das Defizit von Chassis und Motor angeht, so liegt es nicht an mir, darauf hinzuweisen. Wenn sich die Leute die ganzen GPS-Daten ansehen, dann können sie sich ein viel besseres Bild machen.»
«Für mich steht im Zentrum, dass wir für 2027 vorwärts kommen. Honda ist vielleicht noch in der Frühphase der Entwicklung, aber wir sehen wirklich vielversprechende Ansätze.»
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