Mick Doohan geehrt: Vom Familienhobby in die MotoGP-Hall-of-Fame
Fünf WM-Titel, 54 Siege und eine Karriere voller Widerstände: Mick Doohan erhielt auf Phillip Island seine MotoGP-Hall-of-Fame.Medaille. Der Australier reagierte mit Dankbarkeit und Humor.
Für Mick Doohan schloss sich beim MotoGP-Wochenende auf Phillip Island ein besonderer Kreis. Vor heimischem Publikum erhielt der fünffache Weltmeister offiziell die Medaille für die MotoGP Hall of Fame. Carlos Ezpeleta, stellvertretender CEO der MotoGP Group, ehrte dabei einen Fahrer, dessen Bedeutung für den Sport weit über seine Erfolge auf der legendären Honda NSR500 hinausreicht.
Die Zahlen beschreiben eine außergewöhnliche Karriere: Von 1994 bis einschließlich 1998 gewann Doohan fünf Titel in Folge in der damaligen 500er-Königsklasse. Insgesamt feierte er 54 Siege und 95 Podestplätze. Bei annähernd 70 Prozent seiner Starts stand er auf dem Podium.
Für Ezpeleta war deshalb längst klar, dass Doohan seinen Platz unter den Größten verdient hat. «Mick war schon Mitglied der Hall of Fame, bevor die Hall of Fame im vergangenen Jahr geschaffen wurde. Seine sportlichen Statistiken sprechen für sich. Ich bin damit aufgewachsen, Mick dabei zuzusehen, wie er den Sport immer stärker dominierte», erklärte er.
Doch die Würdigung galt ausdrücklich auch dem Menschen neben der Rennstrecke. «Mick war auf der Strecke unglaublich. Ich möchte aber auch hervorheben, wie viel er abseits davon für unseren Sport geleistet hat. Er ist ein echter Botschafter und Förderer – nicht nur der Marke MotoGP, sondern des Motorradsports insgesamt», betonte Ezpeleta.
Für die australischen Fahrer, die nach ihm den Weg in die Weltmeisterschaft fanden, sei Doohan ein wichtiges Vorbild gewesen. «Sie haben ihm viel zu verdanken, und auch wir haben Mick sehr viel zu verdanken. Ich bin sicher, dass er noch viele weitere Meisterschaften hätte gewinnen können, wenn er die Möglichkeit dazu gehabt hätte», sagte der stellvertretende CEO.
Der steinige Weg zu fünf WM-Titeln in Folge
Doohans Geschichte besteht allerdings nicht allein aus Dominanz. 1992 schien er bereits auf dem Weg zum ersten Titel, als ein schwerer Trainingssturz in Assen seine Karriere bedrohte. Es folgten eine lange Leidenszeit und der mühsame Weg zurück. Erst 1994 begann jene Serie von fünf Weltmeisterschaften, mit der er eine ganze Epoche prägte. Ein weiterer schwerer Sturz in Jerez leitete 1999 schließlich sein Karriereende ein.
Den Gedanken an möglicherweise verpasste Erfolge stellte Doohan bei der Ehrung dennoch nicht in den Mittelpunkt. «Dieser Sport hat mir über die Jahre unglaublich viel gegeben, aber er ist auch herausfordernd. Natürlich gibt es dieses Hätte, Wäre, Wenn. Aber genau darum geht es im Rennsport. Man muss mit den Höhen und Tiefen umgehen und sie überwinden», erklärte der Australier.
Seine Erfolge betrachtete er dabei keineswegs als alleinige Leistung. «Ich hatte das Glück, in den 1990er-Jahren dabei zu sein. Es gab schwierige Zeiten, aber ich hatte ein großartiges Team um mich. Auch die Zusammenarbeit mit deinem Vater und dem damaligen Dorna-Team war unglaublich», sagte Doohan an Carlos Ezpeleta gerichtet.
Dass er nun selbst im Mittelpunkt einer solchen Zeremonie stand, nahm der frühere Champion mit sichtbarer Dankbarkeit und einem Augenzwinkern auf. «Ich wollte schon immer eine Medaille haben, mit der ich ausgehen kann», scherzte er. «Ich fühle mich geehrt und privilegiert und bin euch dankbar, dass ihr mich in die Hall of Fame aufgenommen habt.»
Für Ezpeleta bleibt Doohan eine Referenz für kommende Generationen. «Es ist eine Ehre, heute hier mit dir zu sein. Du bist ein Vorbild für so viele Fahrer der Vergangenheit und für so viele, die noch kommen werden. Man kann kaum über die Größten der MotoGP sprechen, ohne Micks Namen zu nennen», unterstrich er. «Danke für alles, was du geleistet hast. Wir haben die Zusammenarbeit mit dir sehr genossen, und ich freue mich sehr, dich heute offiziell in der Hall of Fame willkommen zu heißen.»
Doohan selbst blickte zum Abschluss dorthin zurück, wo alles begonnen hatte – lange vor den WM-Titeln, der Dominanz und den großen Ehrungen. «Es fing eigentlich nur als Hobby an: mit meiner Familie Geländemotorrad zu fahren. Und jetzt stehen wir hier, auf Phillip Island beim letzten Rennen hier. Das ist der perfekte Zeitpunkt. Noch einmal vielen Dank», erklärte der fünffache Weltmeister.
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