Angepasste Formel-1-Regeln: Williams-Star Alex Albon äussert Lob und Kritik
Die Formel-1-Verantwortlichen haben die rennfreie Zeit im April genutzt, um das neue Regelwerk anzupassen. Für Alex Albon ist das ein positiver Schritt. Der Williams-Pilot äussert aber auch Kritik.
Die neuen Formel-1-Regeln haben eine neue Ära in der Königsklasse eingeläutet. Auf der Strecke gibt es nun mehr Überholmanöver, wie die ersten drei WM-Runden gezeigt haben. Doch nicht alle sind glücklich über die Änderungen, die eine ganz neue Fahrweise von den Piloten erfordern. Auch einige Fans haben sich kritisch zur neuen Fahrzeug- und Motorengeneration geäussert. In ihren Augen ist die Action zu künstlich, da die Piloten mittels Knopfdruck an einem Gegner vorbeiziehen können.
Einige Fahrer bemängeln derweil, dass sich die Arbeit am Steuer zu stark verändert hat. Sie müssen ein komplexes Energie-Management beachten, statt wie bisher einfach ans Limit des Autos zu gehen. Ausserdem sorgen die grossen Tempo-Unterschiede für gefährliche Situationen, wie der Unfall von Ollie Bearman in Suzuka gezeigt hat.
Der Haas-Pilot musste dem deutlich langsamer fahrenden Alpine-Renner von Franco Colapinto ausweichen – und flog dabei ab. Er schlug in die Streckenbegrenzung ein und zog sich dabei Prellungen zu. Dabei hatte er Glück im Unglück, denn die Folgen hätten weitaus schwerer ausfallen können.
Die Formel-1-Verantwortlichen haben reagiert. Sie nutzten den rennfreien April, um noch einmal über die Bücher zu gehen und Anpassungen vorzunehmen. Der Boost wird demnach auf +150 kW begrenzt, damit sollen die Tempo-Unterschiede verringert werden.
Auch auf die Kritik der Fahrer, im Qualifying nicht mehr richtig Gas geben zu können, gingen die Entscheidungsträger im Sport ein. Sie beschränkten die maximale Energierückgewinnung auf 7 Megajoule, um die Dauer des sogenannten Superclippings zu reduzieren. Die maximale Superclipping-Leistung wurde auf 350 kW erhöht, damit sich die Ladezeiten verkürzen. Das Phänomen des Superclippings tritt auf, wenn die MGU-K-Einheit während der Vollgas-Phase in den Ernte-Modus schaltet und überschüssige Leistung rekuperiert.
In den Augen von Alex Albon sind die Änderungen ein Schritt in die richtige Richtung. Bei einem von «FanCode» organisierten Event erklärte er: «Das ist sicherlich positiv, es geht definitiv in die richtige Richtung.» Der Williams-Pilot mahnte aber auch: «Wird das alle Probleme lösen? Wahrscheinlich nicht, aber wie viele lassen sich wirklich aus der Welt schaffen?»
«Ich denke, wir haben den richtigen Weg gewählt, was die Wahrung des puren Sports angeht. Aber wenn man darüber nachdenkt, was wir vor dieser Saison seit unseren Kart-Tagen gemacht haben – einfach so schnell wie möglich zu fahren, dann hat sich das Ganze in diesem Jahr klar verändert. Es gibt viele Situationen, in denen man schneller ist, wenn man vom Gas geht. Und in dieser Hinsicht haben wir uns vom puren Rennsport entfernt», fügte der 30-jährige Londoner an.
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