Collin Veijer (3.): «Wollte den gleichen Fehler nicht schon wieder machen!»
Collin Veijer (KTM Ajo) erzielte im Moto2-Rennen in Jerez sein erstes Saisonpodium. Weshalb er sich mit dem dritten Platz zufrieden gab und mit welchen körperlichen Problemen er zu kämpfen hatte.
Collin Veijer startete gut in seine zweite Moto2-Saison. In Thailand erzielte er den fünften Platz, in Brasilien landete der KTM-Ajo-Pilot auf Rang 8. Dann folgte der Große Preis der USA, wo er zuerst in den Massencrash in der ersten Runde verwickelt war und nach dem Neustart erneut zu Sturz kam – somit musste Veijer mit null Punkten aus Texas abreisen.
In Jerez sah die Welt schon wieder anders aus für Veijer. Zuerst schnappte er sich am Samstag die Pole-Position, am Sonntag zeigte er ein starkes Rennen und musste sich nur den beiden bärenstarken Intact-Fahrern geschlagen geben.
Doch der Reihe nach: Veijer gelang ein guter Start, er wurde aber noch vor der ersten Kurve von Manuel Gonzalez überrumpelt. Veijer holte sich aber die Führung noch vor Ende der ersten Runde zurück. Danach konnten sich der Niederländer, Gonzalez und Senna Agius nach bereits vier Runden absetzen. Die drei lieferten sich bis zum Ende des Rennens einen Dreikampf um den Sieg.
Veijer behielt die Führung bis zur 14. Runde, als er von den beiden Intact-Piloten überholt wurde. Er blieb in Schlagdistanz, am Ende musste er sich aber geschlagen geben. Veijer kam als Dritter ins Ziel und sicherte sich sein erstes Saison-Podium – sein zweites in der Moto2-WM. «Ich hatte nichts mehr zu geben. Ich bin sehr zufrieden mit dem, was wir erreicht haben, nachdem wir vom Grand Prix der Vereinigten Staaten ohne Ergebnis zurückgekommen waren. Ich habe mich das gesamte Wochenende sehr gut gefühlt und ich war konstant», lautete das Resümee von Veijer zu seinem Wochenende in Jerez. «Wir haben den Schwung wiedergefunden, den wir in den ersten beiden Rennen hatten. Daher bin ich sehr zufrieden damit, wie wir das Rennen und diesen Grand Prix in Jerez gemeistert haben. Jetzt gilt es, in den kommenden europäischen Rennen darauf aufzubauen.
Collin Veijer liegt in der Moto2-Saison 2026 nach vier Rennen mit 29,5 Punkten auf dem neunten Platz in der Gesamtwertung. In seiner Rookie-Saison 2025 tat er sich zunächst schwer, in der für ihn neuen Klasse Fuß zu fassen. Ab der zweiten Saisonhälfte lief es besser. In diesem Jahr setzte sich die positive Entwicklung fort. «In Thailand war es ganz gut – ich wurde Fünfter. In Brasilien hatte ich etwas Probleme, dann beendete ich das Rennen aber noch auf Platz 8. In den USA hatte ich erneut Probleme, dann machte ich im Rennen zwei Fehler. Ich war darüber sehr wütend und mit mir selbst unzufrieden», blickte Veijer zurück. «Es war aber auch ein Moment, um dazuzulernen – dass man in Situationen ruhig bleiben muss, in denen man nicht pushen, sondern das Bike einfach nach Hause fahren muss. Ich habe diesen Fehler in Amerika gemacht, ich wollte ihn hier nicht schon wieder machen.»
Dann kam das Arm-Pump ins Spiel
Dann ließ Veijer noch einmal die Situation am Ende des Rennens auf dem Circuito de Jerez Revue passieren. «Ich war happy mit dem dritten Platz, wusste aber auch, dass ich die gleiche Pace wie sie (Agius und Gonzalez) hatte. Dann kam das Arm-Pump ins Spiel – es war nicht einfach. Ich rechnete aber damit, dass dies aufkommen wird, da es in den USA bereits Anzeichen dafür gab», erklärte der 21-Jährige. «Ich habe nur meine Pace kontrolliert und ich wusste, dass sie von hinten kommen werden. Ich habe sie vorbeigelassen und war nicht im Verteidigungsmodus – ich wollte nicht um jeden Preis die Führung behalten. Ich versuchte einfach, ihnen zu folgen. Eine Attacke zu setzen, wäre schwierig gewesen, denn ich wollte nichts riskieren, was ich im Nachhinein bereue.»
In Austin hatte Collin Veijer nach seinem ersten Crash Schmerzen in seiner Schulter. Das Arm-Pump-Syndrom war dort kurz davor, auszubrechen. Veijer hatte Schmerzen und tat sich bei den Bewegungen auf dem Bike schwer. Die über dreiwöchige Rennpause vor dem Spanien-GP nutzte er für Physiotherapie-Einheiten. Nächste Woche geht es mit dem Frankreich-GP in Le Mans weiter. Wird er sich bis dahin körperlich speziell vorbereiten, um dem Arm-Pump vorzubeugen? «Nein, wir werden einfach damit weitermachen, was wir in den letzten Wochen gemacht haben. Der Körper benötigt Zeit. Ich hoffe, dass es bis Le Mans besser wird. Dort beginnt aber sowieso alles wieder von Neuem.»
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