Crash Oliver Bearman (Haas) in Japan: Überraschende Reaktion der FIA
Die F1-Fahrer machen sich Sorgen. Der Crash von Oliver Bearman im Japan-GP ist für sie ein Signal, dass der Autosport-Weltverband FIA reagieren muss. Aber dort warnt man vor voreiligen Entscheidungen.
GP-Asse wie Carlos Sainz hatten es seit Wochen betont: «Wenn Autos unterschiedlich Energie aufnehmen oder abgeben, dann führt das zu so gewaltigen Tempo-Unterschieden, dass ein schwerer Unfall nur eine Frage der Zeit ist.»
Einen Vorgeschmack darauf haben wir beim Grossen Preis von Japan erhalten: Alpine-Fahrer Franco Colapinto ging vor der Spoon-Kurve auf der Geraden in den Energiesammel-Modus, während von hinten volle Kanne Oliver Bearman im Haas-Rennwagen angerauscht kam.
Der junge Engländer wurde überrascht, riss seinen Haas-Rennwagen nach links ins Gras, von da an war der Ferrari-Zögling nur noch Passagier.
Bearmans Auto schlug mit 50g breitseits in die Pistenbegrenzung, Oliver kann von Glück reden, dass er mit Knieprellungen davongekommen ist. Sainz & Co. geben richtig zu bedenken: Was wenn es wegen dieser immensen Unterschiede mal zu einem Auffahrunfall kommt? Nicht auszudenken …
Gemäss den Piloten ist es höchste Zeit, dass die Regelhüter des Autosport-Weltverbands FIA reagieren. Aber Nikolas Tombazis, Einsitzer-Chef der FIA, warnt im Guardian vor voreiligen Schlüssen.
Der frühere Chefdesigner des Formel-1-Rennstalls von Ferrari sagt: «Jeder Unfall bei hoher Geschwindigkeit ist immer ein Schock. Doch zu sagen, das war erwartet worden, wäre falsch. Gleichwohl sind die Annäherungsgeschwindigkeiten als Risikofaktor identifiziert worden.»
«Es gab bereits Gespräche darüber, aber es bestand nicht ohne Weiteres die Möglichkeit, darauf zu reagieren, bevor wir etwas mehr Zeit erhalten, einige Parameter zu analysieren.»
«Wenn wir Änderungen überstürzt einführen würden, dann besteht das Risiko, dass wir die Dinge verschlimmern oder alle möglichen neue Probleme verursachen – deshalb brauchen wir etwas Zeit für die Analyse.»
Sitzungen zwischen Vertretern der Rennställe, der FIA und der Formel 1 laufen anhaltend.
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