Damon Hill: «Crash von Bearman sollte der Formel 1 deutliche Warnung sein!»
Zahlreiche Fahrer hatten davor gewarnt: Die Tempo-Unterschiede zwischen den Autos sind ein Gefahrenherd. Nun der üble Crash von Oliver Bearman in Japan. Für Weltmeister Damon Hill ein Warnsignal.
GP-Asse wie Carlos Sainz hatten es seit Wochen betont: «Wenn Autos unterschiedlich Energie aufnehmen oder abgeben, dann führt das zu so gewaltigen Tempo-Unterschieden, dass ein schwerer Unfall nur eine Frage der Zeit ist.»
Einen Vorgeschmack darauf haben wir beim Grossen Preis von Japan erhalten: Alpine-Fahrer Franco Colapinto ging vor der Spoon-Kurve auf der Geraden in den Energiesammel-Modus, während von hinten volle Kanne Oliver Bearman im Haas-Rennwagen angerauscht kam.
Der junge Engländer wurde überrascht, riss seinen Haas-Rennwagen nach links ins Gras, von da an war der Ferrari-Zögling nur noch Passagier.
Bearmans Auto schlug mit 50g breitseits in die Pistenbegrenzung, Oliver kann von Glück reden, dass er mit Knieprellungen davongekommen ist.
Sainz & Co. geben richtig zu bedenken: Was wenn es wegen dieser immensen Unterschiede mal zu einem Auffahrunfall kommt? Nicht auszudenken …
Damon Hill: «Wir brauchen eine Lösung bis Miami»
Darüber macht sich auch Damon Hill Sorgen. Der 65-jährige Brite (22 GP-Siege, Weltmeister 1996) sagt gegenüber der BBC: «Ich hoffe, dass wir bis zum Rennwochenende von Miami etwas Besseres finden werden. Diese Art von Unfall war leider zu erwarten, und ich bin mit dem, was wir da bisher von der Formel 1 gesehen haben, nicht zufrieden.»
«Die Piloten haben allen Grund zur Sorge, so wie das Carlos Sainz ja seit längerem gesagt hatte. Wenn Autos auf den schnellsten Streckenabschnitten einer Rennstrecke unerwartet verzögern, dann ist das vergleichbar damit, wenn ein Pilot den Hintermann absichtlich auflaufen lässt, im Racing-Jargon sprechen wir da von ‘brake testing’. Und die Lichter am Hecker der Autos kommen zu spät, um dem Verfolger ausreichend Warnzeit zu geben.»
Zur Erinnerung: Wenn ein Fahrer Energie aufnimmt, dann wird das am Heck mit rot blinkenden Leuchten angezeigt.
Die FIA hat am Sonntagabend nach dem Japan-GP angekündigt, dass im Rahmen mehrerer Sitzungen im Laufe der kommenden Wochen nach Lösungen gesucht werde.
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