Euro Moto Sportbike
Euro Moto Oschersleben: Stepan Zuda setzt sich mit Sportbike-Doppelsieg ab
Nach dem Wochenende der Euro Moto Wochenende in der Motorsport Arena Oschersleben dürfte Markus Reiterberger seinen Mechanikern ein paar Kaltgetränke spendiert haben.
Markus Reiterberger, der für BMW beim Langstrecken-WM-Rennen gemeinsam mit seinen Kollegen im japanischen Suzuka einen grandiosen Podestplatz herausgefahren hatte, ließ es vor der Reise nach Oschersleben entspannt angehen. «Ich habe mit meiner kleinen Familie ein paar Tage Urlaub gemacht», verriet er vor dem ersten Training in der Motorsport Arena. «Ich habe in meiner Werkstatt gearbeitet und bei unserem Hausbau weitergemacht.» In den Trainings und der Superpole 2 legte sich der Bayer mächtig ins Zeug, war aber am Ende des Samstags nicht so ganz happy. «Platz 5 – ganz sicher nicht das, wo ich dieses Wochenende sein wollte», kommentierte er seinen Startplatz. «Aber mein Masteroil-alpha-Van Zon-BMW Team und ich werden weiterhin alles geben, um die Rennen am Sonntag auf dem Podium zu beenden, aber es wird nicht einfach werden, dessen sind wir uns bewusst.»
Das erste Rennen endete für die Euro Moto Superbike-Piloten mit unschönen Bildern schon nach wenigen Runden. Dem auf Platz 2 fahrenden Yamaha-Piloten Twan Smits platzte der Motor und die Fahrer, die in seinem Windschatten unterwegs waren, unter ihnen Markus Reiterberger, stürzten der Reihe nach. Verletzt hatte sich bei dem Crash zum Glück niemand, doch die Schäden waren enorm. Reiterbergers BMW hatte es schwer erwischt, nachdem sie mehrere Meter hoch durch die Luft und über die Leitplanken in Richtung Böschung geschleudert worden war. Die Mechaniker schlugen beim Anblick der fliegenden BMW die Hände über dem Kopf zusammen. Auch Teamchef Werner Daemen war froh, dass alle mit heiler Haut davongekommen waren. «Wir haben ja in der Euro Moto die Ein-Motorrad-Regel», erläuterte er die Lage. «Wir schauen, dass wir es hinkriegen, aber die Sicherheit des Fahrers geht vor.»
Ich bin dankbar.Markus Reiterberger
Weniger als drei Stunden blieb den Mechanikern, es dauerte seine Zeit, bis die BMW mit dem Gabelstapler geborgen werden konnte, um die BMW bis auf ihre Grundmauern zu zerlegen und von Grund auf neu aufzubauen. Zehn Minuten vor Rennen 2 dann die Erlösung für Reiterberger. Seine BWM stand wieder startbereit in der Boxengasse. «Es war wichtig, dass ich heil davongekommen bin», versicherte er. «Aber mein Motorrad war total hinüber. Als sie das Motorrad weggeschleppt haben, hätte ich nicht gedacht, dass das klappt.» Ohne einen wirklichen Funktionstest und mit einer flammneuen Kombi ging es an den Start.
Und was soll man sagen. Reiterberger vertraute auf die Arbeit seiner Mechaniker, fuhr herzhaft drauf los und gemeinsam konnte man den zweiten Platz feiern. Schon nach dem Warm-up hatte man gesehen, dass es mit der BMW endlich wieder nach Reiterbergers Geschmack vorwärts ging. «Ich muss meinen Mechanikern danken», waren seine ersten Worte nach der Zieldurchfahrt. «Ich habe ein paar Hebel eingestellt und los gings. Sie hat sich angefühlt wie das alte Moped. Die Kombi war nicht ganz so komfortabel. Die Hinterradbremse konnte ich nicht verwenden, aber das war wurscht. Ich konnte mit Platz 2 einen kleinen Dank ans Team zurückgeben. Für heute war Platz 2 ein gutes Ergebnis nach dem Scheiss ersten Rennen. Es war schön, mal wieder in Oschersleben gewesen zu sein und das mit vielen Zuschauern. Ich bin dankbar.»
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