Ferrari-Klatsche in Ungarn: Wird die Chance auf den WM-Titel so verspielt?
Nach dem turbulenten Grossen Preis von Ungarn muss sich Ferrari den Vorwurf gefallen lassen, ein Spitzenergebnis versemmelt zu haben. Das liegt im WM-Kampf nicht drin, findet Giancarlo Minardi.
Ferrari muss sich nach diesem unterhaltsamen Grossen Preis von Ungarn viel Kritik gefallen lassen. Das begann in der Qualifikation, als Superstar Lewis Hamilton zu spät gewarnt wurde, dass Oscar Piastri im McLaren herangeschossen kommt. Der hilflose Hamilton stand daher dem Australier im Weg, statt Startplatz 2 gab es drei Ränge zurück.
Die beiden Ferrari wurden dann – als einzige Autos der Top-Teams – auf weichen Reifen in den Ungarn-GP geschickt, Ferrari machte keinen Platzwechsel, als Leclerc der schnellere Mann war, das Timing der Boxenstopps wirft Fragen auf. Dazu eine erneute Strafe für Hamilton (zu schnell im der Boxengasse) und die Fehlentscheidung, in einer VSC-Phase beide Autos für frischen Gummi an die Box zu holen.
Max Verstappen und Kimi Antonelli sagten Dankeschön und rückten auf die Ränge 2 und 3. Wenn wir daran denken, wie stark Ferrari in der Quali war (Hamilton Zweitschnellster, Leclerc Drittschnellster), dann bleibt das nagende Gefühl zurück, dass die Italiener hier die Chance auf Podestränge verschleudert haben.
Ferrari-Teamchef Fred Vasseur versuchte nach dem Rennen, einen positiven Ansatz zu finden: «Wir haben heute mehr Punkte geholt als Mercedes.»
Aber natürlich weiss der Franzose: «Wir hatten einen Doppelsieg erwartet, denn am Anfang des Wochenendes waren wir die Besten. Wir hatten beide Autos vorne, aber nicht am richtigen Tag. Wir haben zu viele Fehler gemacht und viele falsche Entscheidungen getroffen. Wir waren die Einzigen, die auf der Strecke Positionen verloren haben, alles ist in die falsche Richtung gelaufen.»
Auch für Rennstall-Gründer Giancarlo Minardi (78) ist der Ungarn-GP von Ferrari eine verpasste Chance, wie er in seiner Kolumne auf der eigenen Webpage www.minardi.it klarmacht: «Ein kleiner Zwischenfall reicht, um vom Himmel in die Hölle zu stürzen, wie das Rennen von Ferrari zeigt.»
«Ein nicht perfekter Start von Charles Leclerc und die Strafe gegen Lewis Hamilton wegen überhöhter Geschwindigkeit in der Boxengasse haben ein Ergebnis beeinträchtigt, das besser hätte sein müssen.»
«Ich glaube nicht, dass Ferrari in Unganr das Potenzial zum Sieg hatte, aber sicherlich hätte man Plätze auf dem Podium anstreben können.»
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