McLaren-Teamchef Andrea Stella: So reagiert er auf Wutausbruch von Piastri
Oscar Piastri machte seinem Ärger im Ungarn-GP über Funk Luft. McLaren-Teamchef Andrea Stella reagierte darauf und sprach auch über die Strategie-Entscheidungen des Traditionsrennstalls aus Woking.
Oscar Piastri war im Rennen auf dem Hungaroring nach seinem zweiten Stopp und dem Crash mit Carlos Sainz, der sich lange nicht überrunden liess und schliesslich eine Kollision mit dem McLaren-Spitzenreiter sorgte, bedient. Denn durch den Crash und das starke Tempo seines Teamkollegen Lando Norris verlor er die Führungsposition. Später fiel er zu allem Übel auch noch wegen eines Getriebeproblems aus.
Nach dem Crash mit Sainz schimpfte der sonst so brave Australier über Funk: «Geh mir verdammt noch mal aus dem Weg, du Idiot, oh mein Gott!» Und zu seinem Team erklärte er in sarkastischem Ton: «Übrigens nett von euch, das mit einzukalkulieren, danke dafür!» Der 25-Jährige aus Melbourne war nach dem Rennen einsichtig und zeigte Verständnis für die Strategie-Entscheidung des Teams.
«Als Lando die Spitzenposition übernahm, wusste ich, dass ich nicht das Tempo hatte, um ihn anzugreifen, und mir war klar, dass meine Chancen auf den Sieg damit dahin waren. Ich hatte das Gefühl, dass das Team Lando vielleicht nicht an die Box geholt hätte, wenn es ein Duell um die Führung gewesen wäre, aber ich weiss, dass es kein Zweikampf war. Sie können Lando nicht einfach auf der Piste lassen, wegen etwas, das weder er noch ich beeinflussen können», erklärte Piastri.
«Aus dieser Perspektive ist alles in Ordnung. Ich war in diesem Moment einfach nur sehr, sehr sauer über das, was passiert ist. Wäre ich nicht gerammt worden, wäre ich immer noch vor Lando geblieben», ist sich der neunfache GP-Sieger sicher.
Teamchef Andrea Stella zeigt Verständnis
Teamchef Andrea Stella bestätigte in seiner Medienrunde denn auch: «Gleich nach dem Rennen hat Oscar klargestellt, dass er seine Kommentare am Funk im Affekt gemacht hatte, als er verärgert war. Es gab da einige unglückliche Verstrickungen. An erster Stelle wäre natürlich die Tatsache, dass er mit einem Auto kollidierte, das er überrunden musste. Und gleichzeitig war Landos Tempo einfach grossartig, als er freie Fahrt hatte. Ich glaube, er hat eine halbe Sekunde pro Runde gutgemacht. Und dieses Tempo bedeutete, dass Lando vor Oscar landete.»
«Ich glaube, Oscar hat das sofort verstanden. Es ist absolut nachvollziehbar, dass man, wenn man fast die Hälfte des Rennens in Führung liegt und dann sieht, wie man die Führung aufgrund eines Vorfalls mit einem Überrundeten verliert, vielleicht einen Moment lang aus der Fassung gerät und eine Äusserung im Affekt macht – aber das ist absolut kein Problem», stellte der Italiener klar.
Die Boxenstopp-Strategie habe sich aus der Notwendigkeit ergeben, auf Lewis Hamiltons Stopp in der 34. Runde zu reagieren. «Der Stopp gab Hamilton die Chance, an den beiden McLaren vorbeizukommen, deshalb mussten wir darauf reagieren. Oscar führte das Rennen da noch an, deshalb haben wir ihm den Vorzug beim Stopp gegeben.»
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