Ferrari-Schwelbrand Hamilton und Leclerc: Ralf Schumacher fordert Machtwort
Ferrari-Teamchef Fred Vasseur ist gefordert: Wenn Lewis Hamilton und Charles Leclerc ums gleiche Stück Asphalt kämpfen, wird es jedes Mal brenzlig. GP-Sieger Ralf Schumacher fordert ein Machtwort.
Wann kracht es zwischen Lewis Hamilton und Charles Leclerc? Immer wieder kommen sich die beiden in die Quere, und es wird dabei meistens klar – keiner will nachgeben.
Die Ferrari-Strategie beim Niederlande-GP entwickelte sich so, dass am Ende beide Ausnahmekönner verärgert waren und sich benachteiligt sahen. Die Italiener brachten es fertig, mit einem so schnellen Auto einen Podestplatz zu versemmeln, und danach waren der siebenfache Formel-1-Champion Hamilton und der neunfache GP-Sieger Leclerc voll bedient. Beide Asse sind der Ansicht, dass sie von der Ferrari-Strategie benachteiligt worden sind.
Leclerc war im ersten Teil des Grand Prix flotter unterwegs, aber im zweiten Teil schloss Hamilton auf. Natürlich war klar, was jetzt kommen würde. Hamilton am Funk: «Ich bin schneller als Leclerc, meine Reifen sind besser.» Übersetzung: Lasst mich gefälligst vorbei an Charles.
Ferrari wollte Leclerc reinholen, aber dazu hatte Charles keine Lust, er blieb zwei Runden länger draussen als geplant. Hamilton am Funk, feurig: «Wir verlieren hier nur Zeit!» Dann nochmals: «Wirklich eine fabelhafte Weise, Zeit zu verschleudern, tolle Arbeit, Jungs!»
Leclerc gab später den Unschuldigen. Charles: «Also ich bin nie aufgefordert worden, meinen Platz preiszugeben. Ich habe mich auf mein Tempo konzentriert und versucht, bei meinem Rennen mein Bestes zu geben. Ja, es wurde am Funk diskutiert – aber da ging es darum, welche Runde die wohl beste für meinen Boxenstopp wäre, unabhängig von Hamilton hinter mir.»
In Wahrheit hätte Ferrari sofort Plätze tauschen sollen, um die Chancen auf einen Podestplatz zu maximieren.
Hamilton nölte nach dem Rennen: «Ich bin hier um zu gewinnen, das ist mein einziger Gedanke. Es ist nicht leicht, bei einer Situation im Rennen zuzusehen, wie Mercedes sofort reagiert und das Richtige tut. Mercedes hat Kimi an George vorbei gebeten, damit der keine Zeit verliert.»
Ferrari-Teamchef Fred Vasseur gab danach zu: «Wahrscheinlich hätten wir das besser machen können, aber es war auch schwierig, Lewis die Situation über Funk zu erklären, ohne unseren Plan den Gegnern preiszugeben, und das hat uns zu dieser Entscheidung geführt.»
GP-Sieger Ralf Schumacher hat das Ganze aufmerksam verfolgt und sagt im Sky-Podcast Backstage Boxengasse zur Situation bei Ferrari: «Ich kann einen gewissen Frust ja nachvollziehen. Doch solche Situationen sollten immer intern geklärt werden und weder über den Boxenfunk noch in Interviews nach dem Rennen.»
«Da müssen sich beide wohl mal hinsetzen, und ich glaube, da sollte jetzt auch der Chef mal ein Machtwort sprechen. Weil’s unterm Strich um Ferrari geht, nicht um die Fahrer.»
«Vor allem Hamiltons Verhalten finde ich nicht in Ordnung. In seinem Alter und mit seinem Status könnte man mit solch einer Situation anders umgehen. Ich erinnere an die Schwierigkeiten von Hamilton 2025, da erhielt er vom Team viel Unterstützung. Daher ist es jetzt nicht in Ordnung, wenn er das Team öffentlich kritisiert.»
Ralf Schumacher über seine Zeit als Formel-1-Pilot: «Also bei uns damals hätte es so etwas nicht gegeben. Ein Frank Williams hätte mir in den Hintern getreten und Technikdirektor Patrick Head sowieso. Das Team muss eine Einheit sein. Das kann nur dann funktionieren, wenn alle geschlossen zusammenstehen. Wie es scheint, müssen Leclerc und Hamilton offenbar noch lernen, in die gleiche Richtung zu rudern.»
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