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Formel 1Kolumne

Ferrari und Kimi Räikkönen: Kritik nur Ablenkung?

Kimi Räikkönen ist nach einem zu früh angesetzten Boxenstopp im britischen Grand Prix nur Achter geworden. Ist es fair, dem Formel-1-Champion von 2007 daraus einen Strick zu drehen?

Im Artikel erwähnt


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Kimi Räikkönen
Kimi Räikkönen
Foto: Ferrari
Kimi Räikkönen
© Ferrari

So langsam ist es an der Zeit, ein gutes Wort für Kimi Räikkönen einzulegen. Je länger der Sommer dauert, desto mehr wird nicht nur in Italien gemutmasst, dass der Finne bei Ferrari ein Auslaufmodell sei. Besonders gut Informierte wollen sogar wissen, dass der Champion von 2007 (im ersten Jahr mit Ferrari) ohnehin nur noch eine Schonfrist bis einschliesslich des Ungarn-GP habe, und in Silverstone hätte er seine erste Chance auf eine Vertragsverlängerung verspielt.

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Aber hat er das wirklich? Ist es fair, dem "Iceman" aus einem schlecht getimten Stopp einen Strick zu drehen?

Fakt ist – Kimi hatte in England seinen Stallgefährten Sebastian Vettel weitgehend im Griff. Bis zum Boxenstopp.

Fakt ist auch – einen solchen Stopp richtig zu timen, ist verflixt knifflig. Als Team müsste man vielleicht da seine Jetons im Wetterroulette verteilen. Den einen eben mit vollem Risiko früher reinholen, den anderen noch einen Moment draussen lassen. Wer sowieso (zu jenem Zeitpunkt) Williams und Mercedes hinterher fährt, darf es sich erlauben, etwas zu riskieren. Hat Ferrari mit Kimi Räikkönen voll aufs Risiko gesetzt?

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Teamchef Maurizio Arrivabene hat später betont: "Der Fahrer traf die Entscheidung zum Reifenwechsel." Da klingt im Unterton mit: es war eben die Schuld von Räikkönen.

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Aber der grosse Regen kam noch nicht, die Wahl war verfrüht, Räikkönen fiel zurück. Eine Schande ist das nicht – Alonso, Vettel, Hamilton, Button, davor Schumacher, sie alle haben sich bei Mischverhältnissen schon vertan.

Vor dem Regen war Ferrari auf den Rängen 5 und 6 zu finden, nachher auf 3 und 8. Was ändert das im Teamergebnis? Einen WM-Punkt. Wenn Maurizio Arrivabene immer davon spricht, das Team sollte aus einem Rennen so viele Punkte als möglich schöpfen, dann hat der Regen nur dank des ideal getimten Stopps von Sebastian Vettel ein Erfolgserlebnis gebracht.

Vielmehr ist Tatsache: Ferrari war in England zu langsam. Soll mit der ganzen Diskussion um Räikkönen vom wahren Problem abgelenkt werden?

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Maurizio Arrivabene sagte am Sonntagabend in England: "Versetzt euch mal in die Lage von Räikkönen: jeder redet über seine Zukunft, seit Bahrain. Unter all diesem Druck dann ein solches Auto bei Tempi von jenseits 300 Sachen zu fahren, ist sicher nicht optimal. Ich will, dass Kimi ruhig bleibt und seinen Job macht."

Aber – pardon – die Medien haben die Personalie Räikkönen nicht zum Thema gemacht im vergangenen Frühling, das war die Ferrari-Führung selber.

Wenn es nicht ständig Wirbel um das für oder gegen Räikkönen gäbe, könnte sich man sich vielleicht ein wenig besser auf den Kern der Sache konzentrieren: Ferrari kommt Mercedes nicht in der Art und Weise näher, wie sich die Italiener das nach dem Testwinter und vor allen nach Vettels Sieg im Malaysia-GP erhofft hatten. Und das liegt nicht an Kimi Räikkönen.

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