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FIA-Präsident will Tankstopps zurück: Eine schlechte Idee wird nicht besser

FIA-Chef Mohammed Bin Sulayem (64) will die Formel 1 weniger abhängig machen von den Motorenherstellern. Das ist gut. Er liebäugelt auch mit der Rückkehr von Tankstopps. Das ist schlecht.

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Die Formel 1 soll wieder richtig laute Saugmotoren erhalten, das würde viele Fans freuen. Der arabische FIA-Präsident Mohammed Bin Sulayam spricht von der Rückkehr der V8-Sauger auf spätestens 2031, betrieben mit Bio-Kraftstoff.

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Aber das sind nicht die einzigen Pläne des Emirati aus Dubai für die Königsklasse. Bin Sulayem will die Formel 1 weniger abhängig machen von den Launen der Automobilhersteller als F1-Motorenlieferant und regt an, dass es wieder einen unabhängigen Triebwerksproduzenten geben sollte. Das beste Beispiel dafür war früher der legendäre Cosworth-V8.

Bin Sulayem will auch, dass die Autos leichter werden. Der erste Schritt wäre mit dem V8-Saugmotor getan, der erheblich leichter wäre als die heutigen Turbohybrid-Motoren.

Aber der FIA-Chef geht noch weiter: «Wir denken auch darüber nach, dass wir Tankstopps zurückbringen.» Das wäre für ihn ein weiterer Weg, die Autos leichter zu machen, da sie mit einem kleineren Tank ausgerüstet wären.

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Weniger Abhängigkeit von den Launen der Motorenhersteller, die – das hat die F1-Historie immer wieder gezeigt – kommen und gehen, wie es ihnen in den Kram passt? Das ist eine gute Idee.

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Die Rückkehr zu Tankstopps wird seit Jahren diskutiert, und diese Idee ist dabei nicht besser geworden, wie einige Insider betonen.

Der dreifache GP-Sieger Johnny Herbert sagt: «Nachtanken wieder zurückzubringen, das ist eine Schnapsidee. Nehmt nur einmal die Saison 2008: Felipe Massa schleppte damals in Singapur die halbe Tankausrüstung durch die Boxengasse, letztlich kostete ihn das den WM-Titel. Wollen wir das wirklich? Dass ein Pilot den Titel wegen des Nachtankens verliert? Es ist für mich verrückt, dass man diesen Vorschlag erneut hervorholt.»

Der 22fache GP-Sieger Damon Hill gibt Herbert Rückendeckung: «Ich finde Nachtanken keine gute Idee, weil wir uns damit in die Vergangenheit zurückbewegen. Es gibt ja gute Gründe, wieso wir damals davon abgerückt sind.»

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Mercedes-Teamchef Toto Wolff hat vor wenigen Jahren zu diesem Thema festgehalten: «Wir haben in Gremien wie der Strategiegruppe oder der Arbeitsgruppe Technik und Sport wiederholt darüber diskutiert, ob man in der Formel 1 das Nachtanken zurückbringen sollte. Die Reaktion bei uns auf diese Idee war negativ.»

Die Gründe dafür liegen auch heute noch auf der Hand. Es ist errechnet worden, dass eine neue Tanke jedes Team mehr als 1,5 Millionen Euro kosten würde. Vor dem Hintergrund des Spargedankens in der Formel 1 sowie bei klammer Kasse vieler Rennställe wäre das Idiotie.

Um das Tanken auf dem zeitlichen Niveau der heutigen Reifenwechsel zu halten, müsste mit Überdruck betankt werden – das erhöht das Sicherheitsrisiko.

Rennstrategen haben zudem frühere Rennen studiert und sind schnell mit dem Fazit zur Hand: Tankstopps haben keine attraktiveren Rennen erzeugt.

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Toto Wolff bestätigte: «Wir halten es für zu teuer, wir halten es nicht für sicher genug, wir sehen keinen Grund, wieso der Sport dadurch attraktiver werden sollte. Daher ist der Vorschlag damals zurückgereicht worden an die Strategiegruppe. Meine persönliche Meinung? Nachtanken sollte nicht zurückkommen.»

Dieser Überzeugung ist auch der langjährige Sauber-Teammanager Beat Zehnder. Der Schweizer vertieft: «Tankstopps zurückzubringen, das wäre kontraproduktiv. Wir haben damals das Nachtanken nicht nur aus finanziellen Gründen verbannt. Wir haben die Tankstopps primär verboten, weil wir Rennen hatten, die Prozessionen waren.»

«Viele Leute scheinen in diesem Zusammenhang zu vergessen – wir hatten früher teilweise fürchterlich langweilige Rennen. Heute haben wir wenigstens strategische Möglichkeiten, etwa indem ein Pilot früher zum Reifenwechsel reinkommt als sein Gegner und ihn so zu unterlaufen versucht. Dazu kann er auch mit der Wahl der Reifenmischung spielen. Wenn der Sprit bestimmt, wann der Stopp angesetzt werden muss, dann erzeugt das fade Rennen. Tankstopps erzeugen keine besseren Rennen und basta.»

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