FP3 São Paulo: Schock für Ferrari-Star Hamilton, Max Verstappen Schnellster
Im 3. Training zum GP in São Paulo war Red Bull Racing-Star Max Verstappen der Schnellste. Ferrari-Star Lewis Hamilton musste hingegen früh aussteigen. Er war nicht der Einzige, der Sorgen bekundete.
Nachdem Lando Norris im ersten Training von Interlagos und Kimi Antonelli in der zweiten Session der Schnellste war, lautete eine der grossen Fragen vor der letzten freien Trainingsstunde, wer sich am Samstagmorgen als Schnellster erweisen würde. Ein weiteres Fragezeichen warf das Wetter auf, das die Pläne der Formel-1-Verantwortlichen durcheinanderwirbeln könnte.
Denn für das Qualifying lautete die Vorhersage Regen, und wer mal in Interlagos war, weiss, wie stark dieser ausfallen kann. Für das dritte Training lag die Regenwahrscheinlichkeit aber «bloss» bei 30 Prozent, dennoch dauerte es nicht lange, bis das erste Auto auf der Bahn war.
Audi-Pilot Nico Hülkenberg machte erwartungsgemäss den Anfang, nachdem er am Vortag keine einzige Runde hatte drehen können. Das lag nicht zuletzt daran, dass er das Steuer im ersten Training Nachwuchsfahrer Freddie Slater hatte überlassen müssen. Dieser kam nicht weit, weil er plötzlich nicht mehr schalten konnte. Das Team legte sich ins Zeug, doch ein neuerliches Problem mit der Elektronik verhinderte, dass die Mannschaft aus Hinwil rechtzeitig fertig wurde, um Hülkenberg eine Runde im zweiten Training zu erlauben.
Weltmeister Kimi Antonelli mit Problemen
Der Deutsche hatte die 4,309 km lange Bahn nicht lange für sich und entsprechend schnell wurde er auf der Zeitenliste durchgereicht. Die Session war nur fünf Minuten alt, als Champion Antonelli ein Problem mit dem Lenkrad meldete. Kurz darauf meldete der Mercedes-Pilot, dass das Hochschalten nicht mehr funktionierte, worauf er vom Team an die Box zurückbeordert wurde.
Antonelli schafft es dennoch schnell, sich an die Spitze zu setzen, mit seiner Rundenzeit von 1:12,497 min lag er aber noch deutlich über seiner eigenen Bestmarke vom Vortag. So dauerte es auch nicht lange, bis der Sternfahrer von der Spitze verdrängt wurde. Leclerc blieb 58 Tausendstel schneller und übernahm die erste Position vor Antonelli und Max Verstappen.
Der Red Bull Racing-Star, dem zwei Zehntel auf die frühe Bestzeit des Ferrari-Piloten fehlten, wird im GP eine Aufholjagd zeigen müssen, weil er mit einer neuen Antriebseinheit ins Rennen starten wird, die das erlaubte Kontingent überschreitet. Sergio Pérez ereilt das gleiche Schicksal. Motor-Strafen müssen auch George Russell (5 Positionen), Lewis Hamilton und Charles Leclerc (je 10 Positionen) hinnehmen.
Kurzer Einsatz von Lance Stroll
Eine Viertelstunde nach dem Start der Session wurde Leclerc von der Ferrari-Boxenmauer darüber informiert, dass in drei Minuten ein paar Regentropfen erwartet wurden. Der Monegasse fragte nach, ob stärkerer Niederschlag folgen werde, und das Team bestätigte, dass die Möglichkeit für mehr Regen durchaus bestehe.
Kein Glück hatte Lance Stroll, der von seinem Team nach sieben Runden an die Box gerufen wurde, weil man ein Problem entdeckt hatte. Für den Kanadier war die Session damit gelaufen, das Team teilte mit, dass man ein Problem mit dem ERS vermutete. Sorgen quälten auch Hamilton, der Vibrationen vom Motor meldete, bevor er die Box ansteuerte.
Motor-Sorgen für Lewis Hamilton
Antonelli eroberte noch vor Halbzeit mit 1:12,209 min die Spitzenposition zurück, und auch Verstappen hatte sich verbessert und war mit 75 Tausendstelsekunden Rückstand auf die zweite Position vorgerückt. Dahinter komplettierten Leclerc, Russell, Liam Lawson, Piastri, Norris, Hamilton, Isack Hadjar und Arvid Lindblad die Top-10 vor Gabriel Bortoleto, Hülkenberg, Pierre Gasly, Fernando Alonso, Ollie Bearman, Franco Colapinto, Carlos Sainz, Rafael Câmara, Alex Albon, Sergio Pérez, Valtteri Bottas und Stroll.
26 Minuten vor dem Ende der Session spitzte sich die Lage bei Hamilton zu. Der siebenfache Weltmeister, der wieder ausgerückt war, meldete Rauch im Cockpit und steuerte gleich die Box an. Der Klang verriet, dass etwas im Argen lag, und auch der starke Geruch nach verbranntem Öl liess befürchten, dass die Motor-Sorgen noch nicht aus der Welt waren. Der Rekord-GP-Sieger zeigte sich nicht mehr auf der Piste.
Damit verpasste er die letzte Quali-Simulation, denn die meisten GP-Stars nutzten die letzten Minuten, um auf den weichen Reifen ans Limit zu gehen. Verstappen tat dies am Besten von allen und setzte sich mit 1:11,622 min an die Spitze, bevor er wieder in die Box verschwand.
Deutlich schlechter lief es für Pérez, der in der achten Kurve ein Teil aus seinem Cockpit schmiss damit ins Visier der Regelhüter geriet. Sie kündigten eine Untersuchung nach der Session an. An der Spitze änderte sich nichts mehr, so durfte Verstappen die Bestzeit vor Antonelli bejubeln.
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