Esteban Ocon gefeuert, Haas-Teamchef Ayao Komatsu: «Im Interesse des Teams»
Im Laufe des GP-Wochenendes von Mexiko hat der US-amerikanische Rennstall Haas den Franzosen Esteban Ocon auf Eis gelegt. Haas-Teamchef Ayao Komatsu spricht vage über die Trennung.
Nicht einmal französische Journalisten hatten geahnt, was da auf ihren Landsmann Esteban Ocon zukam: Nach dem freien Mexiko-Training vom Freitag ersetzte der F1-Rennstall des US-amerikanischen Unternehmers Gene Haas den GP-Sieger Esteban Ocon Knall auf Fall durch den japanischen Reservisten Ryo Hirakawa. Der bedankte sich fürs GP-Debüt mit P10 und einem WM-Punkt.
Schon da war klar: Der japanische Langstrecken-Weltmeister würde in Brasilien nicht fahren, weil er für Toyota am Sportwagen-Lauf von Monza teilnimmt. Haas zieht aus diesem Grund vor, was ohnehin für 2027 geplant war: Im Auto sitzt der brasilianische Ferrari-Zögling Rafael Câmara.
In Mexiko hatte Haas-Teamchef Ayao Komatsu keine Stellung dazu bezogen, was mit Ocon vorgefallen ist. Der Japaner meint nur: «Ihr müsst Verständnis dafür haben, dass ich derzeit nicht darüber sprechen kann.»
In Brasilien nun sagt Komatsu zur Trennung: «Unterm Strich muss meine Arbeit als Teamchef von Haas immer von der Frage geprägt sein – was muss ich tun, das im besten Interesse für den Rennstall ist?»
«Vor diesem Hintergrund war für mich glasklar, wie ich vorgehen muss. Ich musste eine Entscheidung treffen, basierend auf Professionalität. Einfach war das nicht, aber ich bin mit mir selber im Reinen.»
«Ich kann noch immer nicht in Details gehen. Und eine Situation in Mexiko ist gewiss nichts Erfreuliches. Aber auf mir liegt die Verantwortung, für das Team das Richtige zu tun.»
«Wir haben fast zwei Jahre lang mit Esteban gearbeitet. Ich habe viel gelernt. Als ich am Samstagmorgen meiner Mannschaft eröffnet habe, dass Esteban nicht mehr fährt, waren sie überrascht. Aber ich konnte auch ihnen gegenüber nicht auf Einzelheiten eingehen.»
«Ich versuche immer, so transparent wie möglich zu arbeiten. Aber in diesem Falle kann ich das leider nicht.»
Der Grund dafür sind rechtliche Gründe: Was immer auch am Freitagabend in Mexiko zwischen Ocon und dem Team passiert ist (die Rede ist von einem heftigen Streit), zwang Komatsu offenbar dazu, die Reissleine zu ziehen. Inwieweit das nun den gegenseitigen vertraglichen Verpflichtungen passt, ist Gegenstand rechtlicher Abklärungen, und so weit hier das Bild nicht klarer ist, wird Komatsu nicht mehr sagen.
Das Team wird dabei ins Feld führen, dass Ocon durch sein Verhalten Vertragsbruch begangen hat. Ocon wird argumentieren, er sei nicht rechtens zur Seite geschoben worden. Ob die ganze Sache ein gerichtliches Nachspiel haben wird, ist derzeit ungewiss.
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