Fred Vasseur erklärt: Deshalb fechtet Ferrari das Quali-Ergebnis nicht an
Dass George Russell in Spielberg als Polesetter gewertet wurde, sorgte im Fahrerlager am Red Bull Ring für viel Gesprächsstoff. Dennoch sieht Ferrari davon ab, gegen das Quali-Ergebnis vorzugehen.
Die allgemeine Verwirrung war gross, als plötzlich George Russells Name an der Spitze der Zeitenliste auftauchte: Denn zum Schluss des Qualifyings hatte Max Verstappen mit seinem Abflug für doppelte gelbe Flaggen gesorgt. Allerdings hatte der Mercedes-Star die Unfallstelle passiert, als noch die einfache gelbe Flagge gezeigt wurde. Und er ging genug lange vom Gas, um die Rundenzeit nicht gestrichen zu bekommen.
So kam es, dass Charles Leclerc und Lewis Hamilton am Ende die Plätze 2 und 3 belegten. Und Ferrari verzichtete darauf, gegen das Ergebnis vorzugehen. Teamchef Fred Vasseur erklärte: «Ich bin nicht enttäuscht, ich nehme das Positive mit, wir sind Zweiter und Dritter und wir können im Qualifying gegen Mercedes kämpfen. Wahrscheinlich werden wir auch ein gutes Tempo im Rennen morgen haben, und das ist das Wichtigste. Denn es liegen noch 15 GP vor uns, da ist die Performance entscheidend.»
«Man könnte das Ganze nun lang und breit diskutieren und sich fragen, ob es vernünftig ist, dass nicht die doppelte gelbe Flagge gezeigt wird, wenn ein Crash so hart ist, dass das Medical Car ausrückt. Aber uns fehlen die Daten der Mini-Sektoren, und wir können deshalb nicht prüfen, ob er seinen Speed um fünf Prozent reduziert hat oder nicht. Wir müssen da dem Urteil der Rennleitung vertrauen, und das tun wir auch», fügte der Ingenieur aus Frankreich an.
Keine Sorge um Charles Leclerc
Vasseur betonte auch: Das gute Ergebnis täusche nicht darüber hinweg, dass Mercedes immer noch die Nase vorn hat. «Uns fehlt es immer noch etwas an Speed, selbst wenn sie vom Gas gehen, sind sie schneller als wir», erklärte er schmunzelnd.
Und dass Leclerc, der zuletzt einige bittere Pillen hatte schlucken müssen, nun wieder zur alten Form zurückgefunden hat, sei keine grosse Überraschung für ihn gewesen, stellte Vasseur auf Nachfrage klar. «Da haben sich die Journalisten mehr Sorgen gemacht, ich hatte da überhaupt keine Bedenken, denn seine Runde in Monaco war gut genug für den Pole-Fight vor dem Crash, auch in Barcelona war er auf einer sehr guten Runde und sein Speed war immer da. Er war etwas unter Druck, weil das immer so ist, wenn dir Fehler unterlaufen, und es ist gut für ihn, dass er nun mit einer guten Runde zurückschlagen konnte. Aber das Tempo war immer da.»
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