Di Giannantonio überzeugt: «Mehr als die Medaille aus Holz war nicht drin»
Mangelnden Einsatz konnte man VR46-Ass Fabio Di Giannantonio nicht vorwerfen. Die beherzte Fahrt des besten Ducati-Athleten beim MotoGP-Höhepunkt der Dutch TT in Assen wurde mit Platz 4 belohnt.
Nicht nur VR46 Racing hatte große Hoffnungen, dass Fabio Di Giannantonio Platz 3 vom Vortag wiederholt, auch Ducati Corse traute dem dritten Pilot der offiziellen GP26 viel zu. Nicht umsonst ist der Römer der bis dato Gegner des starken Aprilia-Quartetts. Da «Diggia» beim Sprint von Assen beide Werksfahrer von Aprilia geschlagen hatte, zählte Di Giannantonio zu den Gewinnern mit Blick auf die Tabelle.
Beim Großen Preis der Niederlande gelang die Mission «WM-Tabelle» aus eigener Kraft nicht. Jorge Martin, den der Italiener über die kurze Distanz im Griff hatte, war am Sonntag nicht zu biegen. Die Gründe dafür waren vielschichtig, doch ein schlechter Start legte die Basis für ein unruhiges Rennen. Von Platz 6 losgefahren, kam die neongelbe 49 nur auf Platz 9 aus der ersten Runde zurück. Danach ging Di Giannantonio mit großem Einsatz zu Werk. In der Schikane vor der Zielgeraden übertrieb es VR46-Pilot ausgerechnet beim Versuch Marc Marquez auszubremsen. Während der Weltmeister durchs Kiesbett musste, konnte «Diggia» nicht anders abkürzen. Die Stewards reagierten schnell. Di Giannantonio wurde durch die Long-Lap geschickt. «Zuerst wusste ich nicht, wofür ich die Strafe bekommen hatte, aber dann wurde es mir schon – es ist fair – ich habe die Schikane geschnitten.»
Als Di Giannantonio die Strafe abgesessen ging die Verfolgung von vorne los. Noch vor der Flagge schaffte der der Römer beide Marquez-Brüder zu holen, damit wurden immerhin 14 Punkte für Position 4 gutgeschrieben. Zähler, die Di Giannantonio auf den gestürzten Marco Bezzecchi gutmachte. Zugleich wuchs der Abstand auf den neuen Leader Jorge Martin wieder um drei Punkte an.
Nach dem ereignisreichen Event zeigte sich der erneut erfolgreichste Ducati-Pilot nahezu rundum zufrieden: „Ich muss glücklich sein mit Assen-GP. Es war ein großartiges Rennen. Bedenkt man die Umstände, war es der anstrengendste GP des Jahres. Platz 4 und die Holzmedaille sind in dem Fall sehr gut. Ich glaube, wir haben so ziemlich das Beste herausgeholt.»
Durchaus kritisch äußerte sich Fabio Di Giannantonio zur Beschaffenheit der Kiesbetten in Assen. «Diggia», der auch den Abflug von Bezzecchi aus nächster Nähe gesehen hatte: «Der Crash von Marco war sehr hart. Und auch sehr vergleichbar mit dem von Fermin.» Wie der Spanier war auch Bezzecchi flach ausgerutscht, dann aber bei der Ankunft im Kies in die Luft geschleudert worden. Fermin Aldeguer brach sich bei dem Vorfall in Kurve 10 einen Rückenwirbel.
Der WM-Dritte weiter: «Wir haben das in der Sicherheitskommission schon öfter angesprochen, dass das Niveau der Strecke mit dem der Auslaufzone und des Kiesbettes gut abgestimmt werden muss. Es gibt Rennstrecken, die darauf bereits reagiert haben, und wir müssen das auch in Assen weiter im Blick haben.» Apropos Crash: Auch Di Giannantonios Teamkollege Franco Morbidelli schied bei der Dutch TT nach einem Sturz aus.
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