Maverick Vinales (Tech3) sprach Klartext – und lieferte wieder nicht
Glaubt man den Worten von Tech3-KTM-Fahrer Maverick Vinales, dann scheint die Zusammenarbeit mit KTM für 2027 beendet zu sein. Die Lage für «Top Gun» ist ernst, erst recht nach den Rennen in Assen.
Die MotoGP-WM nähert sich der Sommerpause. Nach dem in zwei Wochen auf dem Sachsenring stattfindenden Deutschland-GP gibt es vier Wochen Pause bis Silverstone. Das Sesselrücken im Hintergrund geht in die finale Phase – nur noch wenige Plätze sind für den Beginn der neuen 850er-Ära 2027 zu vergeben. Darunter sind ein Platz bei Trackhouse Racing und die Plätze in der Red Bull-Tech3-KTM-Mannschaft des noch frischen Teameigners Günther Steiner.
Weiter angezählt ist Routinier Maverick Viñales, der in der MotoGP-WM bereits Rennen für Suzuki, Yamaha und Aprilia gewinnen konnte. Der 31-jährige Spanier hängt im Moment jedoch in der Luft. Seine Performance ist mehr als dürftig, erfüllt weder die eigenen Vorstellungen noch die von Team und Hersteller.
Hatte Vinales bei KTM 2025 als Speerspitze während der Verletzung von Pedro Acosta noch viel Lob erhalten, so spricht derzeit niemand über den zweifachen Familienvater aus Figueres. Dabei spielt auch eine Rolle, dass die Plätze im offiziellen Werksteam Red Bull KTM Factory Racing an Fabio Di Giannantonio (27) und Alex Marquez (30) gehen werden. Für Vinales ist das der Anfang vom Ende der KTM-Beziehung.
Dass Vinales auf dem Laufenden ist und innerlich kocht, wurde auch in Holland deutlich. In einer Runde spanischer Journalisten schaffte er seinem Unmut Luft. «Wenn ich die MotoGP-WM verlasse, dann gibt es nur einen Schuldigen – KTM!», fauchte Vinales. «Der Plan sah vor, dass ich im Werksteam sein sollte. Wenn sie ohnehin wussten, dass ich nicht im Werksteam sein würde, dann hätten sie mich gehen lassen sollen.»
Vinales weiter: «Es gibt nichts Neues. Ich habe nichts von KTM gehört – wobei sie mich letztendlich nicht einmal den Test haben fahren lassen, um ehrlich zu sein. Ich glaube, die Zeichen stehen auf Abschied, daher gibt es keine Neuigkeiten. Ob ich mich schon selbst verabschiedet habe? Ich weiß es nicht. De Tatsache, dass sie mich nicht haben testen lassen, deutet darauf hin, dass es keinen Sinn ergibt, zu bleiben.»
KTM-Rennsportchef Pit Beirer hatte bereits in Brünn erklärt, es wäre ihm nichts lieber, wenn Vinales wieder in die Spur finden würde und mit guten Ergebnissen klare Argumente für eine Verpflichtung liefert. KTM habe dem Spanier auch immer genügend Zeit gegeben, um fit zu werden, erinnerte Beirer. «Ich habe auch Günther Steiner gebeten, noch etwas Geduld zu haben», so der einstige Weltklasse-Motocrosser Beirer.
Nach dem Auftritt bei der Dutch TT, einer Paradestrecke von Vinales, ist es noch stiller geworden, wenn es um 2027 geht. Mit 36 Sekunden Rückstand auf Sieger Ogura sah Vinales auf P13 die Flagge. 26 Sekunden davor war die beste KTM unter Enea Bastianini eingelaufen.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach

