George Russell (Mercedes): Das sollte am Reglement geändert werden
Was sollte sich in der Formel 1 ändern? Das neue Reglement wird kontrovers diskutiert. Mercedes-Pilot George Russell, der in der Fahrergewerkschaft aktiv ist, erklärt, was die zwei Hauptpunkte sind.
Auch in der Formel-1-Pause im April ist das Reglement ein großes Thema. Mercedes-Pilot George Russell ist einer der Fahrer-Vertreter bei der Fahrer-Gewerkschaft GPDA, setzt sich dort für die Belange der F1-Piloten ein.
Russell nennt zwei wichtige Punkte
Russell stellt klar, was aus Fahrerperspektive auf seiner Prioritätenliste für eine anstehende Regeländerung ganz oben steht: «Ich denke, die beiden wichtigsten Punkte sind das Qualifying bei Vollgas – also kein Lift and Coast – und die Reduzierung der Annäherungsgeschwindigkeiten.»
Bearman-Unfall zeigte das Problem deutlich
Der Brite, der aktuell an Platz 2 der Fahrer-WM hinter seinem Teamkollegen Kimi Antonelli steht, erklärt das, indem er auf den schweren Unfall von Oliver Bearman in Suzuka Bezug nimmt. Haas-Pilot Bearman crashte heftig nach einem Überholmanöver gegen Alpine-Pilot Franco Colapinto. Bearman kam mit großem Geschwindigkeitsüberschuss in die Kurve, verlor die Kontrolle und verunfallte ohne das Zutun von Colapinto. Bearman prellte sich das Knie, überstand den Einschlag aber ansonsten unversehrt. Die Szene hätte unter anderen Umständen und an anderer Stelle aber deutlich schlimmer ausgehen können, da ist sich die Formel 1 einig.
Russell: «Die hohe Annäherungsgeschwindigkeit beim Unfall von Bearman und Colapinto hatte zwei Ursachen. Zum einen hatte Bearman natürlich seinen Boost-Knopf gedrückt und sich 350 Kilowatt Leistung zugeführt, sodass er in einem ungewöhnlichen Streckenabschnitt über reichlich Leistung verfügte. Und zum anderen hatte Colapinto seinen Boost auf den Hauptgeraden eine halbe Runde zuvor genutzt und hatte nur noch wenig Batterie, sodass ihm die Leistung fehlte. Das ist also, zumindest in meinen Augen, der Grund für diese Unterschiede in der Annäherungsgeschwindigkeit, und ich denke, die FIA ist sich dessen definitiv sehr wohl bewusst.»
In der Rennpause im April finden mehrere Beratungen zwischen Weltverband FIA und den Teams statt, um am Reglement zu feilen. Wichtiger Punkt ist dabei auch die Sicherheit.
Russell: «Aus Sicht der Fahrer geht es einfach darum, diese Annäherungsgeschwindigkeit in ungewöhnlichen Bereichen und insbesondere im Nicht-SM-Modus zu reduzieren.» Gemeint ist der Straight-Line-Modus, mit dem die Fahrer mit Hilfe aktiver Aero auf den Geraden das Tempo weiter erhöhen können.
Russell: «Wenn es eine Gerade gibt, die nicht im SM-Modus ist, dann liegt das daran, dass es sich um eine Kurve handelt, und natürlich ereignete sich der Unfall von Bearman in einem Nicht-SM-Abschnitt der Strecke, daher denke ich, dass wir uns in diesen Punkten alle einig sind.»
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