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Giancarlo Minardi: «Man sollte erst bis zehn zählen»

Nach den Insolvenzen von Caterham und Marussia klagt der ehemalige Teambesitzer Giancarlo Minardi über das aktuelle Reglement, dem er die Schuld an den finanziellen Problemen der Teams gibt.

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Giancarlo Minardi weiß wie es ist, ein Formel-1-Team mit einem minimalen Budget am Laufen zu halten. Der Italiener war von 1985 bis 2001 mit seinem eigenen Rennstall in der Formel 1 und entdeckte unter anderem Fahrer wie Giancarlo Fisichella, Fernando Alonso oder auch Mark Webber. 2001 verkaufte er sein Team an den Australier Paul Stoddart, behält die Königsklasse aber weiterhin im Auge.

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Das Ende von Caterham und Marussia drei Rennen vor Saisonende beunruhigt den 67-Jährigen, der die Meinung vieler teilt, dass diese beiden Teams sicher nicht die letzten waren, denen die Schulden über den Kopf wachsen und die schließlich zusperren müssen. Es sei höchste Zeit für die Verantwortlichen zu reagieren.

"Das ist ein echter Schlag für die Formel 1. Zwei Teams, vier Fahrer zu verlieren ist ganz sicher eine traurige Situation." Schuld an der Misere sei das neue Reglement, sagt er. "Leider haben die Änderungen beim Reglement die Ausgaben schwer beeinflusst und nun bei Teams, die vorher schon Probleme hatten, zu diesen Auswirkungen geführt."

Die Situation bei Marussia kann Minardi allerdings nicht ganz nachvollziehen. "Dank der zwei Punkte, die Jules Bianchi in Monaco geholt hat, sind sie momentan Neunter der Teamwertung, vor Sauber und Caterham. Diese Punkte werden am Ende des Jahres zu Einkünften aus den TV-Geldern und das sollte das Team für potentielle Käufer attraktiv machen."

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Berichten zufolge stehen die britisch-indischen Brüder Baljinder Sohi und Sonny Kaushal bereits in Verhandlungen, das Team zu kaufen, etwas, das in Minardis Augen absolut sinnvoll wäre. "Es wäre in der Tat wahrscheinlich besser, eine der vorhandenen Strukturen zu kaufen anstatt von Null anzufangen", meint er mit einem kleinen Seitenhieb auf Gene Haas, der mit seinem amerikanischen Team 2016 in die Formel 1 einsteigen will.

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Um die Situation und die finanziellen Probleme einiger Teams in den Griff zu bekommen, sei nun die FIA gefragt, fordert Minardi. "Die Top-Teams mal ausgenommen, segeln die restlichen Teams nicht gerade auf ruhiger See. Man sollte lieber erst genau nachdenken, bevor solche Entscheidungen wie ein neues Motorenreglement oder doppelte Punkte getroffen werden. Manchmal sollte man lieber erst bis zehn zählen, um solche Situationen zu vermeiden."

Das ständige Hin und Her vor der Aufgabe bei Caterham kann Minardi nicht akzeptieren. "Was da vor sich geht, ist lächerlich. Nach zwei bis drei Monaten ist das Konsortium, das das Team retten wollte, schon wieder verschwunden. So schnell wie sie gekommen sind, waren sie auch wieder weg. In Luft aufgelöst wie eine Seifenblase."

Am kommenden Wochenende werden in Austin nur 18 Autos am Start stehen, so weniger wie seit dem Grand Prix von Monaco 2005 nicht mehr, und sollten Caterham und Marussia endgültig zusperren müssen, könnte die Formel 1 nächstes Jahr tatsächlich Teams mit drei Autos sehen. Ein Gedanke, der Giancarlo Minardi gar nicht gefällt. "Sollte es aber wirklich darauf hinauslaufen, dann sollten in diesen dritten Autos zumindest junge Talente sitze, die dann dadurch wachsen könnten."

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Der Italiener hätte jedoch auch einen anderen Vorschlag, wie man die Kosten etwas niedriger halten könnte: Weniger Rennen, besonders im Hinblick darauf, dass an einigen Austragungsorten die Tribünen schon in dieser Saison gähnend leer waren. "Ist der Kalender mit 19 bis 20 Rennen zu voll? 20 Rennen bedeuten 20 Wochenenden, in denen die Formel 1 über die TV-Bildschirme flimmert. Vielleicht ist das für die heutigen Bedürfnisse einfach zu viel, sogar für die leidenschaftlichsten Fans."

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