GP-Sieger René Arnoux: «Dieses Reglement kotzt mich richtig an»
Von 1983 bis 1985 war der René Arnoux für Ferrari unterwegs. Der 77-jährige Franzose schätzt das Duell Antonelli gegen Hamilton ein und spricht auch Klartext über die Rennwagen von 2026.
Der Franzose René Arnoux, 149-facher GP-Teilnehmer und siebenfacher Rennsieger, war schon Ende März 2026 tief beeindruckt – vom 19-jährigen WM-Leader Kimi Antonelli.
Arnoux schwärmte vom italienischen Teenager in den höchsten Tönen, als er unseren Kollegen der Gazzetta dello Sport sagte: «Antonelli erinnert mich an Lewis Hamilton, der wie er alle Stufen rasch durchlief. Beide sind in der Nachwuchsabteilung eines Top-Teams aufgewachsen, der Italiener bei Mercedes und der Brite bei McLaren, und erzielten in allen Kategorien hervorragende Ergebnisse.»
«Dann bekamen sie sofort die Gelegenheit, mit einem konkurrenzfähigen Auto zu fahren, was sowohl Vor- als auch Nachteile hat. Einerseits muss ein junger Fahrer mit höherem Druck umgehen und riskiert, sich die Finger zu verbrennen, andererseits hat er die Chance, um die grössten Ziele zu kämpfen.»
Nun scheint es in der Formel-1-WM zum Duell zwischen dem jungen Löwen Antonelli und dem Rekord-Champion Hamilton zu kommen. Nach seinem Sieg in Spanien ist der Brite in der besten Lage, dem WM-Leader aus Italien die Suppe zu versalzen.
Arnoux über diesen Zweikampf: «In Spanien haben der Fahrer und auch das Fahrzeug den Ausschlag zum Sieg gegeben. Zugegeben, ich hatte meine Zweifel, ob Hamilton mit zunehmendem Alter nicht die letzte Schärfe abhanden gekommen war, aber nun hat er einmal mehr gezeigt, welch grosser Champion er doch ist.»
«Er reisst derzeit seine Ferrari-Mannschaft mit, und er hat den Tifosi wieder neue Zuversicht geschenkt. Ferrari hat gleichzeitig grosse Fortschritte getan mit dem Rennwagen. Die neuen Teile scheinen zu funktionieren. Alle Zutaten scheinen gegeben für ein saisonlanges Duell mit Mercedes.»
Arnoux über die Lage bei Mercedes, mit George Russell gegen Kimi Antonelli: «Das ist kompliziert. Mir scheint es etwas früh, Stallorder zu verhängen, wir haben ja knapp einen Saisondrittel. Wenn Russell aber gegen Antonelli ständig den Kürzeren zieht, dann muss man zu seiner Zukunft im Team ein Fragezeichen stellen.»
«Bei Kimi mit seinen 19 Jahren und nur 31 Rennen sind die Erwartungen anders. Kimi scheint aber vom Team und auch von Chef Toto Wolff viel Liebe zu bekommen. Mercedes muss aufpassen. Es wäre ja nicht das erste Mal, dass sich zwei Stallgefährten tüchtig in die Quere kommen.»
Arnoux über die 2026er Motoren-Generation: «Dieses Reglement kotzt mich richtig an. Es ist viel zu kompliziert, und ich finde es inakzeptabel, dass Vollblut-Racer auf der Geraden vom Gas gehen müssen, um die Batterien dieser Autos aufzuladen. Ich habe nichts gegen Elektrik, aber diese Power-Teilung Verbrenner/Elektrik mit 50:50 – das war wirklich die schlechteste Idee.»
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