Hamilton (Ferrari) patzt, Chef Vasseur sauer: «Fragt ihr bei McLaren auch?»
Der Druck auf dem Dampfkochtopf Ferrari ist nicht kleiner geworden. Teamchef Fred Vasseur reagierte recht sensibel auf Fragen zur Singapur-Strategie von Lewis Hamilton, mit Grüssen an McLaren.
Auch der deutsche GP-Sieger Ralf Schumacher kann sie nicht verstehen, die Entscheidung von Lewis Hamilton.
Zur Erinnerung: In einer virtuellen Safety Car-Phase beim Singapur-GP rief Ferrari beide Piloten für frische Reifen an die Box.
Charles Leclerc tat das und versuchte so, Leader Max Verstappen unter Druck zu setzen. Letztlich wurde der Monegasse Zweiter.
Lewis Hamilton tat das nicht und fiel mit abbauenden Reifen in die Hände von Lando Norris, Kimi Antonelli und Oscar Piastri. Am Ende blieb nur Platz 6.
Ralf Schumacher, als F1-Experter unserer Kollegen von Sky in Singapur, sagt: «Das war schon merkwürdig. Auf der einen Seite fühlt der Fahrer natürlich, wie sich seine Reifen verhalten. Auf der anderen Seite hat das Team die ganze Zeit die Daten, die Erfahrungen und die Rundenzeiten von aussen. Da hätte ich mich als Pilot dann doch eher auf das Team verlassen.»
Hamilton gab später seinen Fehler zu und übernahm für das enttäuschende Ergebnis die volle Verantwortung.
Natürlich drehten sich nach dem Nachtrennen viele Fragen der Journalisten um das Vorgehen mit Hamilton. Teamchef Fred Vasseur reagierte genervt. Der Franzose sagte: «Habt ihr gestern bei McLaren auch so viele Fragen an McLaren gestellt?» Vasseur bezog sich dabei natürlich auf die Kollision von Norris und Piastri im Sprint.
Vasseur weiter: «Wir waren Zweite und Dritte auf der Strecke, und es war für jeden sehr klar zu sehen, was passiert ist. Wir haben beide Fahrzeuge an die Box gerufen, und einer von beiden sagte halt ‘ich bleibe lieber auf der Strecke’, oder besser gesagt, er sagte, ‘ich habe die Boxeneinfahrt verpasst’.»
Dennoch relativiert Vasseur: «Wenn man das Ergebnis sieht, war es keine gute Entscheidung. Aber andererseits sagen Sie uns ja auch oft, dass wir mehr auf die Fahrer hören müssten, weil sie im Auto sind, sie haben das Gefühl für ihre Reifen und so weiter.»
Formel-1-Champion Jenson Button, früher Hamiltons Stallgefährte bei McLaren: «Man sollte jetzt da auch nicht zu viel hinein interpretieren. Hamilton wollte eine Entscheidung treffen, und er dachte, dass es die richtige sei. Er wollte nicht den Rest des Grand Prix hinter Leclerc herfahren. Er wollte etwas Anderes versuchen und wusste, dass sein Tempo gut war, als er auf dem weichen Reifen fuhr.»
«Ich respektiere ihn wirklich dafür, dass er sich am Ende des Rennens, direkt nach dem Rennen, für seinen Fehler entschuldigt hat. Und das ist auch der beste Weg, um das hinter sich zu lassen und weiterzumachen.»
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