Frage der Kommunikation: Der neue Zeitplan der MotoGP sorgte für Zündstoff
2027 wird die MotoGP auch mit einem neuen Zeitplan in die 850er-Ära starten. Mehr als die Modifikationen sorgte für Wirbel, wie die Beschlüsse zustande kamen. Ein Paradebeispiel für: «Reden hilft».
Vereinzelt waren aus dem Fahrerlager der MotoGP Notizen aufgetaucht, dass Gespräche laufen, Format und Ablauf des Rennwochenendes zu «adaptieren». Wichtigste Änderung sollte die Einführung einer zusätzlichen Quali-Sitzung sein – ganz so wie in der Formel 1. Naheliegend, schließlich halten mit Liberty Media auch offiziell seit 2026 die Amerikaner die großen MotoGP-Zügel in der Hand.
Und schwupps – war er da, der neue Master-Zeitplan zur Saison 2027. Was für sich auch keine Überraschung ist, denn bekanntlich wird die kommende Saison zu einem Rundum-Neustart mit neuen Regeln, neuem Reifenpartner (Pirelli) und einem umgekrempelten Fahrerfeld (nicht geändert hat sich die Zahl von Herstellern, Teams und Piloten). Da geht der neue Zeitplan gleich mit.
Wie auf
Zweite große Änderung ist die Abschaffung des Warm-ups am Sonntagmorgen. «Das Aufwärmen war ursprünglich dazu gedacht, etwaige Probleme zu finden oder zu beheben. Doch von Reifenausrüster Michelin wurde bestätigt, dass die Bedingungen am Sonntagmorgen mit den aktuellen Reifen nichts mit denen zum Rennen zu tun haben. Deswegen sollten mehr Runden direkt vor dem Rennen gefahren werden können. Das werden wir möglich machen» so die
Doch die in den kommenden Tagen nicht enden wollenden Kommentare aus dem Feld der Athleten ereiferten sich weit weniger über den neuen Zeitplan als über den Lauf der Kommunikation. Ja – es gab ernstzunehmende Kommentare von Spitzenathleten wie
Denn nicht etwa die verantwortliche MotoGP Sports Entertainment Gruppe hatte, motiviert von den US-Event-Profis Liberty Media, den Zeitplan umgeschrieben. Die Initiative ging laut Ezpeleta von den Teams selbst aus. Die Mannschaften, so der Tenor, sind die Geschäftspartner der MotoGP, nicht die Piloten. Stimmt, laut Verträgen.
Wie so oft fühlten und fühlen sich die Piloten alleingelassen. Denn mit eingebunden wurden die Fahrer nicht. Geschweige denn, die Idee für die Streichung der Warm-up-Session wäre von einem Piloten ausgegangen.
Wie so oft im Profi-Rennsport hat das zwei Seiten. Nachvollziehbar ist, dass die Helden in der Arena gerne gehört werden. Schließlich sind sie es, die bei plus 350 km/h die Karbonbremsen glühen lassen und auf den Ellenbogen umlegen. Nüchtern gesehen sind aber auch die Fahrer nur die Angestellten der Teams, im besten Falle der Werke, und vertraglich dazu verpflichtet, den Abläufen zu folgen. Dafür gibt es schließlich auch einen soliden Gehaltsscheck. Schließlich wird selbst bei einem Trackday der Zeitplan vom Veranstalter und nicht vom Teilnehmer aufgesetzt.
Und doch bleiben Themen, die mit Veränderungen zu tun haben, sensibel. Das Einzige, was helfen würde, wäre ein Masterplan der Kommunikation. Der doch, der muss nicht nur in der MotoGP erst noch erfunden werden.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach





