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Helmut Marko über Strafen: «Wo ist da die Relation?»

Die erste Saisonhälfte ist vorüber. Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko zieht im SPEEDWEEK.com-Gespräch eine Bilanz mit gemischten Gefühlen. Das Fazit in Kürze: Viel erreicht, viel mehr möglich.

Formel 1

Im Artikel erwähnt




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Red Bull Racing musste die WM-Führung vor der Sommerpause zwar an Lewis Hamilton und Mercedes zurückgeben. Die Zwischenbilanz von Red Bull-Berater Helmut Marko fällt dennoch zunächst positiv aus. Der Grazer erklärt im SPEEDWEEK.com-Interview: "Die erste Hälfte lief besser, als wir es erwartet haben. Wir sind sowohl vom Chassis als auch vom Motor her auf Augenhöhe mit Mercedes. Max ist in einem fahrerischen Hoch, in seinem besten Jahr bisher."

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Doch es gab auch genügend Gründe, sich zu ärgern. Marko dazu: "Dann kam die grosse, von uns unverschuldete Katastrophe mit dem Crash Hamiltons ins Hinterrad von Max, der einen unheimlichen Abflug Verstappens zur Folge hatte und uns nicht nur um einen sicheren Sieg brachte – weil Hamilton wusste, wenn er nicht in der ersten Runde vorbeikommt, sieht er uns nicht mehr –, sondern auch einen Schaden von über 1,5 Mio. Euro."

"Jetzt ist, wie sich nach der Qualifikation auf dem Hungaroring herausstellte, auch der Motor noch beschädigt. Das bedeutet, dass wir irgendwann auf eine vierte Antriebseinheit zurückgreifen müssen, was eine Strafversetzung bedeutet", ärgert sich der 78-Jährige. Und er erzählt: "Nichtsdestotrotz waren wir vor Ungarn sehr optimistisch, trotz der historischen Stärke von Mercedes dort. Wir hatten zwar Balance-Probleme, waren aber immer noch mit Mercedes auf Augenhöhe. Dann kam die Qualifikation mit den 'Spielchen' von Hamilton, der mehr in den Rückspiegel als nach vorn schaute."

"Im Rennen, das nass begann, waren wir wegen Max als Regenkönig weiter zuversichtlich, bis dann Bottas kam und gleich zwei unserer Autos abräumte, jedes mit signifikanten Schäden: Bei Max konnte die rechte Seite notdürftig zusammengeflickt werden, aber die Balance war völlig weg. Bei Sergio ist der zweite Motor hinüber, auch bei ihm werden wir einen vierten brauchen und damit eine Strafversetzung bekommen. Diese zwei Zwischenfälle, verursacht durch Mercedes-Fahrer, haben unsere WM-Führung bei Fahrern und Konstrukteuren hinweggespült", spricht Marko daraufhin Klartext.

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Dass Hamilton für den Crash in Silverstone nur eine 10-Sekunden-Zeitstrafe kassierte, wurde von den Rennkommissaren bestätigt, als Red Bull Racing eine Überprüfung der Bestrafung beantragte. Der Ärger über die milde Strafe ist gross, vor allem im Vergleich zur Vettel-Disqualifikation, wie Marko betont: "Es wurde ein Vettel disqualifiziert, weil nicht mehr genügend Benzin im Tank war. Da müssen wir einmal auf die Relationen der Strafen zu sprechen kommen. Es ist klar, warum Vettel das Benzin beinahe ausging, weil mit einem normalen Rennen kalkuliert worden war und er dann im Kampf mit Ocon einfach mehr verbrauchte – in dieser Situation spart kein Fahrer Benzin. Wo ist da die Relation im Vergleich zu Hamiltons Vergehen?"

"Dann kommt noch die Aussage Hamiltons über das gefährliche Fahren von Fernando Alonso. Der ist sensationell gefahren, hat optimal verteidigt, und dann diese Aussage von einem, der ein Rennen zuvor einen Konkurrenten hinausschiesst", schimpft Marko über die Boxenfunk-Klagen des neuen WM-Leaders während seiner unzähligen Versuche, im Rennen an Alonso vorbeizukommen.

Ungarn-GP, Budapest

01. Esteban Ocon (F), Alpine A521-Renault, 1:40:00,248h

02. Lewis Hamilton (GB), Mercedes W12, +2,736

03. Carlos Sainz (E), Ferrari SF21, +15,018

04. Fernando Alonso (E), Alpine A521-Renault, +15,651

05. Pierre Gasly (F), AlphaTauri AT02-Honda, +1:03,614 min

06. Yuki Tsunoda (J), AlphaTauri AT02-Honda, +1:15,803

07. Nicholas Latifi (CDN), Williams FW43B-Mercedes, +1:17,910

08. George Russell (GB), Williams FW43B-Mercedes, +1:19,094

09. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing RB16B-Honda, +1:20,244

10. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo C41-Ferrari, +1 Runde

11. Daniel Ricciardo (AUS), McLaren MCL35M-Mercedes, +1 Runde

12. Mick Schumacher (D), Haas VF-21-Ferrari, +1 Runde

13. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo C41-Ferrari, +1 Runde

Out

Nikita Mazepin (RUS), Haas VF-21-Ferrari, Kollision

Lando Norris (GB), McLaren MCL35M-Mercedes, Kollision

Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing RB16B-Honda, Kollision

Lance Stroll (CDN), Aston Martin AMR21-Mercedes, Kollision

Charles Leclerc (MC), Ferrari SF21, Kollision

Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W12, Kollision

Disqualifikation

Sebastian Vettel (D), Aston Martin AMR21-Mercedes, zu wenig Sprit

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WM-Stand nach 11 von 23 Rennen*

Fahrer

1. Hamilton 195 Punkte

2. Verstappen 187

3. Norris 113

4. Bottas 108

5. Pérez 104

6. Sainz 83

7. Leclerc 80

8. Gasly 50

9. Ricciardo 50

10. Ocon 39

11. Alonso 38

12. Vettel 30

13. Tsunoda 18

14. Stroll 18

15. Latifi 6

16. Russell 4

17. Räikkönen 2

18. Giovinazzi 1

19. Schumacher 0

20. Mazepin 0

Teams

1. Mercedes 303

2. Red Bull Racing 291

3. Ferrari 163

4. McLaren 163

5. Alpine 77

6. AlphaTauri 68

7. Aston Martin 48

8. Williams 10

9. Alfa Romeo 3

10. Haas 0

* WM-Stand nach der Disqualifikation von Vettel

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Team

Punkte

1

Kimi Antonelli

Mercedes-AMG Petronas Formula One Team

131

2

George Russell

Mercedes-AMG Petronas Formula One Team

88

3

Charles Leclerc

Scuderia Ferrari HP

75

4

Lewis Hamilton

Scuderia Ferrari HP

72

5

Lando Norris

McLaren Formula 1 Team

58

6

Oscar Piastri

McLaren Formula 1 Team

48

7

Max Verstappen

Oracle Red Bull Racing

43

8

Pierre Gasly

BWT Alpine Formula One Team

20

9

Oliver Bearman

MoneyGram Haas F1 Team

18

10

Liam Lawson

Visa Cash App Racing Bulls Formula One Team

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