Hülkenberg (Audi) nach Sensations-GP Silverstone: «Werde ich nie vergessen»
Es kommt nicht oft vor, dass sich ein ganzes Fahrerlager für einen Piloten freut. 2025 war es so weit – erster Podestplatz für Nico Hülkenberg, 3. in England. Nun kehrt Hülki nach Silverstone zurück.
Endlich, endlich hatte es geklappt: Nico Hülkenberg eroberte mit einer fabelhaften Fahrt von Startplatz 19 den dritten Rang im Grand Prix von Grossbritannien 2025 – und wurde damit einen verrückten Rekord los. Kein Fahrer musste in der Königsklasse so lange auf das erste Podest warten wie der Deutsche.
Apropos Warten: Hülkenberg war mit seinem Kumpel Max Verstappen nach England gejettet, und der vierfache Weltmeister verschob die Rückreise Richtung Monaco, damit Nico die Gelegenheit hat, mit der Sauber-Truppe ausgiebig zu feiern.
Schon nach der Zielflagge hatte Max seinen Rennwagen auf gleiche Höhe mit Nicos Auto gezogen und ihm zu P3 gratuliert, er stieg auch im Parc fermé sofort aus, um Nico gratulieren zu gehen.
Fehler machte Hülkenberg an diesem Tag nur einen: Silverstone-Sieger Lando Norris trug ihm nach den ersten Interviews den Helm hinterher in jenen Raum, wo sich die Fahrer auf die Siegerzeremonie vorbereiten.
Nico: «Wozu brauche ich den?» Antwort. In diesem besonderen Raum werden die Helme der ersten Drei jeweils aufgestellt.
Wie viele Sympathien Hülkenberg im Formel-1-Fahrerlager geniesst, zeigte sich auf verschiedene Arten: Es kommt nicht oft vor, dass im Mediensaal mit fallender Zielflagge spontan Applaus aufbrandet, aber bei Nico war es so.
Bei Sauber brachen alle Dämme, kein Wunder: Hülkenberg hatte Sauber den ersten Podestplatz geschenkt seit Kamui Kobayashi in Suzuka/Japan 2012. Kobayashi wurde damals Dritter hinter Sebastian Vettel (Red Bull Racing) und Felipe Massa (Ferrari).
Irgendwann bemerkte jemand bei Sauber einen Champagner-Mangel. Kurz darauf floss der edle Saft von Rivalen, mit besten Grüssen von Aston Martin und Mercedes.
Hülki wurde zum ersten Deutschen auf dem Siegerpodest seit Sebastian Vettel 2021 in Baku und zum ältesten Fahrer mit erstem Besuch auf dem F1-Podest seit dem US-Amerikaner George Follmer 1973 in Spanien, der war damals sogar 39 Jahre alt.
Skurriles Detail: Da wartete Nico 15 Jahre lang auf einen Podestplatz in der Königsklasse, und dann bestand der Pokal aus Lego-Steinen (eine besondere Aktion von Lego in Zusammenarbeit mit der Formel 1). Nico grinste: «Also mich stört das nicht. Ich mag Lego, zudem kann später meine Tochter damit spielen.»
Sauber-Fahrer haben in der Formel 1 28 Podestplätze erobern können, aber niemand ist dazu von weiter hinten losgefahren als Nico – 16 Ränge gutgemacht, von P19 auf P3.
Nun kehrt Nico Hülkenberg nach England zurück, als Audi-Fahrer. Der Emmericher sagt: «Silverstone ist eine Strecke, die mir immer Spass gemacht hat, und der Podestplatz im letzten Jahr gibt mir viele gute Erinnerungen auf dem Weg dorthin. Da es sich um ein Sprint-Wochenende handelt, wird es ein arbeitsreiches Wochenende, bei dem jede Runde zählt. Hoffentlich können wir die positiven Aspekte mitnehmen und in ein solides Ergebnis ummünzen.»
«In den letzten Rennen gab es einige positive Anzeichen, auch wenn die Ergebnisse nicht immer das Potenzial unseres Pakets widergespiegelt haben. Wichtig ist, weiter hart zu arbeiten, sauber umzusetzen und das Maximum aus unserem Auto herauszuholen – wenn uns das gelingt, werden die Ergebnisse kommen.»
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