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Zeitreise: 30 Jahre WM-Vermarktung von Action Group bis Infront Moto Racing

Vor 30 Jahren erwarb das Team von Giuseppe Luongo die weltweiten Vermarktungsrechte der Motocross-WM. Seither hat sich die WM grundlegend verändert. Eine Zeitreise durch 3 Jahrzehnte.

Motocross-WM MXGP

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Beim Grand Prix in Lommel waren jene Motorräder ausgestellt, mit denen einige der größten Champions Motocross-Geschichte geschrieben haben. Gleichzeitig blickte der WM-Promoter auf ein anderes Jubiläum zurück: Vor 30 Jahren begann die zentrale Vermarktung der Motocross-WM.

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1996 erwarb die Action Group die weltweiten Vermarktungs- und TV-Rechte. Es folgten Youthstream und schließlich Infront Moto Racing. In diesen drei Jahrzehnten veränderte sich nicht nur die mediale Präsenz der WM grundlegend. Auch Fahrerlager, Strecken, Sicherheitsstandards und das gesamte Erscheinungsbild wurden vereinheitlicht.

1996–2000: Action Group übernimmt

Bis Mitte der 1990er-Jahre bestand die Motocross-WM aus weitgehend eigenständig organisierten Grands Prix. Jeder Veranstalter kümmerte sich um seinen eigenen Auftritt und die jeweilige TV-Produktion. Mit Action Group änderte sich dieses Modell. Die Fernsehproduktion wurde zentralisiert und das Erscheinungsbild der WM vereinheitlicht. Podien, Werbeflächen und Präsentation folgten zunehmend einem gemeinsamen Konzept. Ab 1999 wurden bei den FIM World Champions Awards gemeinsam mit der FIM die Weltmeister geehrt. Mit Fox Sports kam ab 2000 ein wichtiger internationaler TV-Partner hinzu.

2001–2003: Das kurze Dorna-Intermezzo

2001 übernahm Dorna Off-Road die Vermarktung. In diese Phase fiel eine der umstrittensten Reformen der Motocross-WM: Die Klassen 125, 250 und 500 ccm wurden bei gemeinsamen Veranstaltungen ausgetragen und zeitweise auf nur noch einen Lauf pro Klasse reduziert. Das Experiment dauerte nicht lange. Ende 2003 gab Dorna die Rechte an der Motocross-WM und dem Motocross der Nationen zurück. Zum 1. Januar 2004 übernahm Giuseppe Luongos Youthstream.

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Ab 2004: Mit Youthstream beginnt eine neue Ära

Mit Youthstream änderte sich auch die Struktur der WM. Aus den traditionellen Hubraumklassen 125, 250 und 500 ccm wurden MX2, MX1 und MX3. Stefan Everts gewann 2004 den ersten MX1-WM-Titel.

Parallel dazu wurde das Umfeld der Grands Prix professionalisiert. Fahrerlager, Hospitality, Teambereiche und Media Center wurden zunehmend standardisiert. Fahrer, Teams, Sponsoren und Medien sollten bei jedem Grand Prix vergleichbare Bedingungen vorfinden. Auch der Frauen-Motocross erhielt eine internationale Plattform. 2005 wurde der Frauen-Weltcup etabliert.

Pitlane und VIP-Bereiche entstehen

Auch an der Strecke veränderte sich einiges. Früher standen die Mechaniker mit ihren Boxentafeln unmittelbar am Streckenrand. Mit der Pitlane entstand ein eigener Bereich für Teams und Mechaniker, ausgestattet mit Zeitnahme und Live-Timing. Parallel wurden die Hospitality-Angebote ausgebaut. Daraus entwickelte sich schließlich die markante zweistöckige Skybox hinter der Startanlage mit Restaurant, Terrasse und VIP-Bereichen.

Der Samstag wurde zum Renntag

Eine wichtige sportliche Änderung folgte 2009. Der Samstag sollte nicht länger hauptsächlich aus Trainings bestehen. Das Qualifikationsrennen entschied nun über die Startplatzwahl für Sonntag. Damit bestand ein Grand-Prix-Wochenende erstmals aus zwei echten Renntagen. Das Prinzip besteht bis heute, auch wenn das Format mehrfach verändert wurde.

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2011: Motocross geht ins Streaming-Zeitalter

2011 startete mit MX-Life.tv ein eigenes Streamingportal. Fans konnten die WM nun live über das Internet verfolgen und Rennen anschließend auf Abruf ansehen. Gleichzeitig begann der Ausbau der eigenen Social-Media-Kanäle. Damit konnte die WM erstmals in größerem Umfang direkt mit ihren Fans kommunizieren, ohne ausschließlich auf Fernsehen und Printmedien angewiesen zu sein. 2012 folgte die MXGP Academy, die junge Fahrer und Trainer in verschiedenen Ländern fördern sollte.

2013: Die Skybox kommt

Beim Oster-Grand-Prix 2013 in Valkenswaard wurde die neue Skybox erstmals eingesetzt. Das zweistöckige Gebäude vereinte Hospitality, VIP-Logen und Podium und entwickelte sich schnell zu einem festen Bestandteil des Erscheinungsbildes. Im selben Jahr erschien erstmals das MXGP Magazine. Bis zur letzten Ausgabe im März 2026 wurden insgesamt 145 Ausgaben produziert. Sportlich dominierte zu dieser Zeit Antonio Cairoli. 2013 gewann der Sizilianer seinen fünften Titel in der Königsklasse in Folge und seinen siebten WM-Titel insgesamt.

2014: Aus MX1 wird MXGP

2014 erhielt die Königsklasse ihren heutigen Namen: MX1 wurde zu MXGP. Antonio Cairoli ging damit als erster MXGP-Weltmeister in die Geschichte ein. Auch medial ging die Entwicklung weiter. Aus MX-Life.tv entstand MXGP-TV, die Übertragungen wurden in HD angeboten und gemeinsam mit Milestone erschien das erste offizielle MXGP-Videospiel. Onboard-Kameras brachten zusätzlich neue Perspektiven und ermöglichten den Zuschauern, die Strecken aus Sicht der Fahrer zu erleben.

2015–2019: Die WM expandiert

In der zweiten Hälfte der 2010er-Jahre wurde der Kalender zunehmend international. Grands Prix in Argentinien, Indonesien, Asien und den USA sollten die Weltmeisterschaft über ihren europäischen Kernmarkt hinaus etablieren. 2016 experimentierte Youthstream mit dem SMX Riders' Cup, einer Mischung aus Motocross und Supercross mit offiziellen Werksteams. Auch die heute charakteristischen Startgitter entstanden in dieser Phase. Nach ihrem ersten Einsatz beim SMX-Cup wurden sie 2017 in der Weltmeisterschaft eingeführt.

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2020–2022: WM und Corona

Die Corona-Zeit stellte das gesamte Konzept vor eine neue Herausforderung. Um die Weltmeisterschaft fortsetzen zu können, wurden teilweise mehrere Grands Prix hintereinander auf derselben Strecke ausgetragen. Gleichzeitig gewann MXGP-TV weiter an Bedeutung. Interviews, Studioformate und Einblicke hinter die Kulissen ergänzten zunehmend die klassische Rennübertragung. Auch das Thema Nachhaltigkeit rückte stärker in den Mittelpunkt. Abfall, Einwegmaterialien, Lärm und Emissionen sollten reduziert werden.

Seit 2023: Auch am Samstag gibt es WM-Punkte

2023 wurde das Qualifikationsrennen noch einmal aufgewertet. Seitdem werden bereits am Samstag WM-Punkte vergeben. Aus dem Rennen um die beste Startposition wurde damit ein Bestandteil des Titelkampfs. Ebenfalls 2023 kam die Paddock Show hinzu. Fahrer und Gäste treten dabei am Samstagabend unmittelbar vor den Fans auf. Mit MXE entstand außerdem eine Nachwuchsklasse für Sechs- bis Achtjährige auf Elektromotorrädern.

Vom Fernsehen zum eigenen Mediennetzwerk

Bis Mitte der 2020er-Jahre erreichten die MXGP-Kanäle in den sozialen Medien zusammen mehr als sechs Millionen Follower. Streaming, Social Media, eigene Videoproduktionen und schließlich ein eigenes Podcast-Format ergänzten die klassische TV-Vermarktung.

Damit hat sich das Geschäftsmodell innerhalb von 30 Jahren grundlegend weiterentwickelt: 1996 ging es zunächst darum, die Fernsehbilder der einzelnen Grands Prix unter ein gemeinsames Dach zu bringen. Heute produziert und verbreitet der WM-Promoter einen großen Teil seiner Inhalte selbst und erreicht die Fans über zahlreiche eigene Kanäle direkt. Das ist eine Leistung, zu der man Infront Moto Racing nur gratulieren kann.

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30 Jahre Zeitreise auf einen Blick:

1996 - Action Group übernimmt die Vermarktungs- und TV-Rechte

1997– Einheitlicher Auftritt der Motocross-WM entsteht

2001 - Dorna Off-Road übernimmt die Vermarktung

2004 - Youthstream übernimmt – aus 125, 250 und 500 ccm werden MX2, MX1 und MX3

2005 - Frauen-Motocross-Weltcup wird etabliert

2009 - Qualifikationsrennen macht den Samstag zum zweiten Renntag

2011 - MX-Life.tv startet mit Livestreaming und Video-on-Demand

2012 - Einführung der MXGP Academy

2013 - Premiere der Skybox und Start des MXGP Magazine

2014 - Aus MX1 wird MXGP, aus MX-Life.tv wird MXGP-TV

2017 - Einführung der neuen Startgitter

2020 - Aus Youthstream wird Infront Moto Racing

2023 - Erstmals gibt es WM-Punkte im Qualifikationsrennen am Samstag

2023 - Einführung der Paddock Show und der Nachwuchsklasse MXE

2025 - MXGP startet ein eigenes Podcast-Format

2026 - Streaming und Social Media mit rund 6 Millionen Followern als feste Säulen

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