Kimi Antonelli (Mercedes) über Druck vor Spanien-GP: «Ich bin Aussenseiter»
Mercedes-Fahrer George Russell schwimmen die Felle davon im Kampf gegen seinen jungen Teamrivalen Kimi Antonelli. Der Italiener lächelt den Druck weg: «Ich bin noch immer der Aussenseiter.»
Der Engländer George Russell versucht, leicht verzweifelt wirkend, WM-Leader Kimi Antonelli unter Druck zu setzen. Mehrfach hat der 28-jährige Brite nun betont, eigentlich könnte Antonelli den Titel nur noch verlieren.
Doch der fünffache Saisonsieger aus Bologna ist davon komplett ungerührt: «Ich kann nicht verlieren, was ich ja noch gar nicht habe», sagt er mit unerschütterlicher Logik.
Antonelli hat einen wunderbaren Lauf, und in dieser Form ist er natürlich auch für den Barcelona-GP Favorit. Aber typisch Kimi, dass er davon nichts hören will, wie er meinem Kollegen Roberto Chinchero von der italienischen motorsport.com erklärt hat.
Kimi: «Das Ziel ist es, so viele Rennen wie möglich zu gewinnen und damit die Meisterschaft. Mir ist bewusst, dass sich solche Chancen nicht oft bieten, aber gleichzeitig bin ich heute der Aussenseiter, und diese Position gefällt mir.»
«George wurde vor Saisonbeginn von allen als grosser Favorit gehandelt, und ich glaube, diese Einschätzung war gerechtfertigt. Er verfügt über alles, was man braucht, einschliesslich der nötigen Erfahrung, um den Titel anzustreben.»
Aber nun das: Antonelli in der WM mit 156 Punkten vorne, dann Lewis Hamilton 90, erst dann George Russell mit 88 – also schon 68 Punkte hinter Kimi. Der meint: «Hätte man mir dieses Szenario vor Beginn der Meisterschaft vorgeschlagen, hätte ich sofort zugestimmt. Das sind gute Nachrichten, aber an meiner Herangehensweise ändert sich nichts. Ich arbeite weiter daran, diese positive Phase fortzusetzen und die Messlatte Schritt für Schritt höher zu legen. Wenn man ein konkurrenzfähiges Auto hat und das gesamte verfügbare Potenzial ausschöpfen soll, ist es unvermeidlich, dass man wichtige Ergebnisse anstrebt.»
Was Russell zu denken geben muss: Dieser verflixte Antonelli fährt in seiner zweiten Saison mindestens auf Augenhöhe mit Russell, in den vergangenen Rennen sogar vor ihm. Und Kimi wird nur noch besser. Der Bologneser bestätigt: «Ich glaube, dass ich mich in vielerlei Hinsicht noch verbessern kann. Es ist unbestreitbar, dass mir diese Siege viel Selbstvertrauen gegeben haben, aber gleichzeitig weiss ich, dass ich weiterhin hart arbeiten muss, um mein volles Potenzial auszuschöpfen. Und genau das spornt mich an.»
«Ich glaube nicht, dass viele einen solchen Saisonstart erwartet haben, wenn man bedenkt, dass dies erst meine zweite Saison in der Formel 1 ist. Es ist möglich, dass dies, zusammen mit meinem jungen Alter, manche dazu veranlasst, sich weiteres Wachstumspotenzial vorzustellen. Vielleicht ist das auch der Grund, warum George mich als einen Gegner betrachtet, den man im Kampf um die Weltmeisterschaft besonders im Auge behalten muss.»
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